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Reverse Charge im Bauwesen in Italien Praktischer Leitfaden. 1. Ausgabe: Italienisches Steuerrecht von Göller, Peter (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 18.04.2016
  • Verlag: Books on Demand
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Reverse Charge im Bauwesen in Italien

Praktischer Leitfaden zur Umkehr der Steuerschuldnerschaft "Reverse Charge" im italienischen Bauwesen. Steuerrecht - MwSt Italien Wirtschaftsprüfer & Steuerberater Unternehmensberater Seniorpartner der Kanzlei Hofer & Göller sstp, Bozen, Italien Publizist Referent im Bereich Italienisches Steuerwesen, Betriebsgründung, Start Up, internationales Steuerrecht

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: watermark
    Seitenzahl: 208
    Erscheinungsdatum: 18.04.2016
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783741233319
    Verlag: Books on Demand
    Größe: 7276kBytes
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Reverse Charge im Bauwesen in Italien

3. Reverse Charge bei spezifischen Bauleistungen laut Artikel 17 Absatz 6 Buchstabe a-ter) DPR 633/72

3.1 Allgemein

Das Haushaltsgesetz 2015, Artikel 1 Absätze 629 und 631 Gesetz Nr. 190 vom 23. Dezember 2014, hat die Anwendung der Umkehr der Steuerschuldnerschaft auf eine ganze Reihe von Leistungen ausgedehnt. Für folgende Bereiche muss die MwSt künftig vom Leistungsempfänger erfasst werden:

bestimmte Bauleistungen;
im Bereich Energie;
Handel von Paletten.
In diesem Buch gehe ich auf die Anwendung der Reverse Charge 3 Regelung im Bereich Bauwesen und bei Reinigungsdienstleistungen ein.
3.2 Definition "Gebäude"

Zunächst erscheint es unerlässlich, den Begriff "Gebäude" im Sinne des in diesem Buch beschriebenen Gesetzes zu definieren. Dies ist notwendig, da die Umkehr der Steuerschuldnerschaft nur dann anzuwenden ist, wenn es sich um Leistungen an einem Gebäude handelt.

Eine mögliche Definition gibt uns die Finanzverwaltung im Entscheid Nr. 46/E/1998, in welchem die Finanzverwaltung auf ein Rundschreiben des Ministeriums für öffentliche Arbeiten verweist und festlegt, dass

"als Gebäude und Bauwerk jeder Bau mit Dach zu verstehen ist, der von Straßen [Wegen usw.] oder freien Räumen oder von anderen Gebäuden durch Mauern, welche ohne Unterbrechung vom Fundament bis zum Dach reichen, abgetrennt sind, die über einen oder mehrere Zugänge von der Straße aus verfügen und über eine oder mehrere unabhängige Treppen verfügen können." 4

Laut dieser Definition sind sowohl zivile Bauten wie Wohnungen, Häuser usw. von der Regelung betroffen, als auch gewerbliche Gebäude wie Hallen, Handwerksgebäude, Gebäude für Handel usw. aber auch Teile davon, wie beispielsweise ein Raum oder eine Wohnung.

Die Begriffsbestimmung gilt für bestehende, für neue und für im Bau befindliche Gebäude.
3.3 Abgrenzung Werkvertrag vs. Lieferung mit Montage

Die Unterscheidung des zugrundeliegenden Rechtsgeschäftes ist absolut unerlässlich für die korrekte Anwendung der Bestimmungen. In der Praxis ist die Unterscheidung teilweise nicht einfach. Es gibt aber den folgenden Grundsatz: Ausschlaggebend ist die Absicht der Parteien. Dies wird in der Rechtsprechung und auch in der Praxis der Agentur der Einnahmen immer wieder betont.

Der Unternehmerwerkvertrag ("contratto d'appalto") ist in Art. 1655 ZGB wie folgt definiert:

"Der Unternehmerwerkvertrag ist der Vertrag, mit dem eine Partei die Ausführung eines Werkes oder die Leistung eines Dienstes unter organisiertem Einsatz der notwendigen Mittel und auf eigene Verantwortung um eine Gegenleistung in Geld übernimmt."

Die wichtigsten Merkmale dieses Vertrages sind:

Ausführung durch einen Unternehmer;
Errichtung einer spezifischen betrieblichen Organisation für die betreffende Arbeit (im Gegensatz zur Lieferung von Standardprodukten);
das Ergebnis ist die Errichtung eines Werkes oder einer Leistung (und nicht die Lieferung eines Gegenstandes);
die Übernahme eines unternehmerischen Risikos mit Bezug auf Ergebnis und Entgelt (im Gegensatz zur unselbständigen Arbeit).
Wichtig und wesentlich ist aber die Abgrenzung zum Liefervertrag, insbesondere zur Lieferung mit Montage. Gegenstand des Unternehmerwerkvertrages ist ein bestimmtes Ergebnis, Gegenstand des Liefervertrages ist dagegen die Übergabe eines bestimmten Gegenstandes (in der Regel ein Standardprodukt), wobei die Montage oder kleinere Adaptierungen lediglich eine Nebenleistung darstellen und sich der Gegenstand durch die Montage bzw. die entsprechende Leistung grundsätzlich nicht verändert.

Im Werkvertrag haftet der Unternehmer für das Erreichen eines bestimmten Ergebnisses, im Lie

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