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Die Bekämpfung des Wohnungseinbruchs von Kawelovski, Frank (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 17.02.2014
  • Verlag: Verlag Deutsche Polizeiliteratur
eBook (ePUB)
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Die Bekämpfung des Wohnungseinbruchs

Dieser Studienbrief widmet sich dem Wohnungseinbruchsdiebstahl und seiner Bekämpfung durch die Polizei. Rein statistisch betrachtet wird etwa alle 4 Minuten in Deutschland eingebrochen. Schon lange wird dieses Delikt von Polizei, Justiz, Politik und Medien nicht mehr nur als ein einfacher Versicherungsfall gesehen. Denn neben einem enormen materiellen Schaden stehen Hunderttausende von Einbruchsopfern, die oftmals mit lang anhaltenden psychischen Folgeerscheinungen wie Schlaflosigkeit oder Panikattacken zu kämpfen haben. Im ersten Teil beleuchtet der Autor, wer die Täter sind, wie sie planen, fühlen und handeln. Im zweiten Teil erörtert er die Maßnahmen, die Polizeibeamte ergreifen können, die mit dem Delikt Wohnungseinbruch befasst sind. Dabei beschränkt er sich nicht auf eine kataloghafte Darstellung aller erdenklichen kriminaltaktischen und -technischen Maßnahmen. Er wirft vielmehr einen kritischen Blick darauf, was sich in der Vergangenheit bei der Bekämpfung des Wohnungseinbruchs als wirksam und was als weniger wirksam erwiesen hat. Zwar stößt die Polizei hier in vielerlei Hinsicht an ihre Grenzen. Dennoch gibt es Erfolg versprechende Maßnahmen bei der Einbruchsbekämpfung, die zum Teil jedoch wenig verbreitet sind. Diese stärker in den Fokus der Betrachtung zu stellen und damit einen Beitrag zu verbesserten Aufklärungsquoten zu leisten, ist ein erklärtes Ziel des Autors. Frank Kawelovski 1980 Eintritt in die nordrhein-westfälische Polizei. 1989 Abschluss als Diplom-Verwaltungswirt, 1995 - 2012 Autor mehrerer Bücher und Fachartikel zu polizeiwissenschaftlichen und kriminologischen Themen, 1995 - 2010 nebenamtlicher Dozent an der Fachhochschule für öffentliche Verwaltung Gelsenkirchen in den Fächern Kriminologie und Kriminaltechnik. Seit 2007 hauptamtlich Sachbearbeiter für Einbruchsdiebstähle bei der Essener Kriminalpolizei. 2012 Abschluss des Masterstudiums 'Polizeiwissenschaft und Kriminologie' an der Ruhr-Universität Bochum. Masterarbeit zum Thema 'Bearbeitung des Wohnungseinbruchdiebstahls durch Polizei und Justiz'.

Produktinformationen

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Die Bekämpfung des Wohnungseinbruchs

Einzel- und Gruppentäter

Die PKS verzeichnet einen Anteil von etwa 57% allein handelnder Tatverdächtiger. 72) Obwohl auch hier zu berücksichtigen ist, dass den statistisch erfassten Tätern etwa das vier- bis fünffache an unerkannten Tätern gegenübersteht, deckt sich das PKS-Ergebnis immerhin mit der Behauptung vieler in Studien interviewter Einbrecher, dass sie bevorzugt alleine ihre Taten verüben. Die Zusammenarbeit mit einzelnen Komplizen oder sogar in ganzen Gruppen ist in höherem Maße ein Merkmal jüngerer als älterer Wohnungseinbrecher. 73) Bei jüngeren Einbrechern mag einerseits die Unerfahrenheit und die gleichzeitige Sicherheit, die das Agieren in der Gruppe bietet, zum anderen aber auch der Kick des Gruppenerlebnisses die Ursache für das hordenweise Einbrechen sein. Mit zunehmendem Alter wird eher das Arbeiten ohne Mittäter bevorzugt. Eine Sonderstellung nehmen hier zwangsläufig die Täter ein, die in die Organisation einer den Prinzipien der Aufgabenteilung und Spezialisierung folgenden Bande eingebunden sind.

Polizeilich oder justiziell in Erscheinung getreten

Die Frage, ob Einbrecher bei der Polizei aufgefallen oder vor Gericht abgeurteilt worden sind, lässt sich zuverlässiger beantworten als viele andere Tätermerkmale, da hier ein Blick in Akten oder elektronische Datensysteme reicht, um eine klare Antwort zu bekommen. Laut PKS sind je nach Jahr zwischen 80 und 90% der Wohnungseinbrecher bereits polizeilich auffällig geworden ( Abb. 12 ). Die Ruhrgebiets-Studie weist zudem aus, dass auch das Maß der einschlägigen polizeilichen Erkenntnisse hoch ist. So waren vier von zehn Tatverdächtigen bereits als Einbrecher in Erscheinung getreten. In diversen Studien wurde eine Vorbestraftenrate von bis zu 90% und bei jugendlichen Einbrechern immerhin von fast 50% festgestellt. Allerdings findet sich unter den Einbruchsverdächtigen auch ein gewisser Anteil, der weder bei der Polizei noch vor Gericht irgendwie aufgefallen ist. Zum einen mögen dies Täter sein, die erstmalig aufgefallen sind. Zum anderen verbergen sich in dieser Gruppe aber auch solche Personen, die fälschlich verdächtigt werden oder die sich aufgrund zivilrechtlicher, etwa mietrechtlicher Querelen, plötzlich als Tatverdächtige in einer Einbruchsanzeige wiederfinden. Bemerkenswert erscheint, dass Serientäter seltener Betäubungsmittelkonsumenten sind als sonstige Wohnungseinbrecher. Dies mag damit zusammenhängen, dass Serientäter, insbesondere Angehörige organisierter Banden, eher nüchtern und mit der Arbeitsdisziplin des Profis an die Arbeit gehen als gescheiterte Milieuexistenzen.

Abb. 12 (Quelle: Kawelovski 2012, S. 45)

Schul- und Berufsausbildung

Nach den Ergebnissen wissenschaftlicher Untersuchungen haben Wohnungseinbrecher mehrheitlich mindestens den Hauptschulabschluss und die Hälfte immerhin abgeschlossene Berufsausbildungen. In Befragungen von Polizeibeamten wird von einem niedrigeren Bildungsstand und einer geringen durchschnittlichen Intelligenz der Täter ausgegangen. 74) Die Mehrheit der berufstätigen Wohnungseinbrecher sind Arbeiter oder Handwerker. Jeder Zehnte von ihnen bejaht einen Zusammenhang zwischen seinem Beruf und dem Wohnungseinbruch. Dies gilt ganz besonders für Schlosser. 75) Mit fortschreitender Einbruchskarriere sinkt der Anteil der Berufstätigen ab. Dies mag einerseits dadurch bedingt sein, dass der Wohnungseinbruch seine Täter ausreichend ernähren kann, andererseits wirken sich aber sicherlich auch die Probleme der Jobsuche aus, die die Verhängung von Freiheitsstrafen und ihre Nachwirkungen mit

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