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Heimat Gedanken, Gefühle, Sehnsüchte von Bechmann, Evelyne (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 16.02.2016
  • Verlag: Books on Demand
eBook (ePUB)
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Heimat

Mit dem Buch Heimat bringt die Diplomschriftstellerin Evelyne Bechmann nicht nur ihr siebtes, sondern auch ihr persönlichstes Buch heraus. Es zeigt die doch in besonderer Weise liebevolle Einstellung zu ihrer Heimat Niederbayern und es enthält Autobiographisches aus ihrer Familie, die ihre ursprüngliche Heimat Schlesien verlassen musste. In ihren Kurzgeschichten und Gedichten zum Thema, versucht sie die Seelen ihrer Akteure widerzuspiegeln. Gerade in der jetzigen Zeit, in der ganze Völkergruppen auf der Suche nach einer neuen Heimat sind, will die Autorin auf die Problematik der Flucht und der Flüchtenden hinweisen und zum Nachdenken über Lösungen anregen.

Die Diplom-Schriftstellerin Evelyne Bechmann, die im Mai 1956 in Landshut geboren wurde, hat bereits sechs Bücher veröffentlicht: Das Leben im Fokus der Jahreszeiten (Lyrikband), Auf sanften Flügeln durch das Land der Phantasie (Märchen- und Geschichtenbuch), Gegensätzliches (Texte zum Schmunzeln und Nachdenken für Erwachsene), Die Frauen der Wittelsbacher (Sachbuch zum Bild der Frau im Wandel der Jahrhunderte), Weitere Bücher sind in der Planung.

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: none
    Seitenzahl: 124
    Erscheinungsdatum: 16.02.2016
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783739285702
    Verlag: Books on Demand
    Größe: 3048kBytes
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Heimat

Meine Heimatstadt Landshut

Die Innenstadt von Landshut ist mein Zuhause. In der Regierungsstraße der altehrwürdigen Stadt, dem Regierungssitz von Niederbayern und der Oberpfalz, also im Herzen von Altbayern, wurde ich geboren. Die alten Patrizierhäuser mit ihren gotischen Giebeln, die Arkaden der Altstadt, das Rathaus, das mit seinen drei Häusern und seinem Erker dem Frankfurter Römer sehr ähnlich ist, der schöne, weiße Renaissancebau der Residenz, die alte Martinskirche, der höchste Backsteinturm der Welt, erbaut von dem Baumeister Hans von Burghausen und die Burg Trausnitz, die hoch über dem Isartal auf dem Hofberg thront, haben von klein auf meine Liebe zu dieser Stadt entfacht. Der Blick aus dem Küchenfenster unserer Wohnung im zweiten Stock, war direkt auf St. Martin und die Burg gerichtet. Als 1963 die Burg in der Nacht, durch Unachtsamkeit in Flammen aufging und innen fast vollständig ausbrannte, war es für mich, die am Morgen noch die Rauchschwaden in den Himmel aufsteigen sah, als wäre meine Heimstatt verbrannt. Ich war fast untröstlich und weinte bitterlich. Es erschien mir, als könne ich an diesem Tag gar nicht zur Schule gehen. Hatte ich doch davon geträumt, einmal dort oben in diesen Mauern zu leben. Ein Kindheitstraum war in Rauch aufgegangen, ein Stück Heimat verloren. Inzwischen sehe ich es nicht mehr so dramatisch. Der Wunsch, in diesem Domizil leben zu wollen, ist längst praktischen Überlegungen gewichen, zugunsten einer Wohnung der jetzigen Zeit. Doch noch immer zieht mich das Gesamtensemble dieser Stadt in den Bann. Eine Stadt, die versucht, sich ihren mittelalterlichen Charme zu erhalten, auch wenn ihr das nicht immer und überall gelingt. Viele Häuser wurden in der Zwischenzeit abgerissen und im selben Stil wieder aufgebaut und doch ist es nicht mehr ganz genauso. Die Spuren der Zeit sind verwischt, man sieht, dass es neue Häuser sind, wenn auch im alten Stil.

Landshut, Martinskirche

Auch das Fest der Landshuter Fürstenhochzeit, das in meiner Jugend noch etwas Intimes, Einmaliges hatte, ist einem Event von internationalem Charakter gewichen. Alle vier Jahre steht Landshut Kopf. Riesige Tribünen verschandeln das Bild der Altstadt, verdecken das Bild der gotischen Häuser und Müllberge häufen sich in der Alt- und Neustadt. Natürlich hat Landshut dadurch wieder eine gewisse Berühmtheit erlangt, wie zur Zeit der "Reichen Herzöge", aber welcher Preis wurde dafür bezahlt? Vieles wurde modernisiert, um den internationalen Gästen das Leben bequemer zu machen. Und dieser Aufwand für vier Wochen einmal in vier Jahren. In dieser Zeit ist jedes Hotelbett in und um Landshut ausgebucht. Danach setzt wieder "Hotel-Sterben" ein. Eine Insolvenz löst die nächste ab. Ist es das wert, der Ausverkauf der Heimat?

Muss denn in unserer Zeit ein Fest das Nächste jagen? Alles höher, größer, schöner sein, als anderswo? Dass wir uns recht verstehen: Ich möchte kein Leben wie im Mittelalter, aber ein moderateres Leben im "Hier und Jetzt" stünde uns schon gut an. Ich bin stolz auf meine Heimatstadt und natürlich möchte ich auch, dass Fremde sie kennenlernen, aber dazu braucht es keine Superlativen. Die Stadt hat Charme genug.
Niederbayrische Landschaft

Die schroffen, steilen Felswände der Alpen gibt es hier nicht. Es ist wie bei den Wellen des Meeres: zum Strand hin laufen sie aus. Hier weichen die Felsen einer lieblicheren Hügellandschaft, die teilweise auch noch schön bewaldet ist. Millionenstädte sucht man hier vergebens. Aber es gibt viele dörfliche Gemeinschaften, oftmals noch mit den typisch bayrischen Vierseithöfen. Vom Frühjahr bis zum Herbst sind diese Häuser mit wunderschönem Blumenschmuck versehen. Aber auch in dieser heilen Welt hat schon das Dorfsterben eingesetzt. Immer Weniger können von den Erträgnissen ihres Hofes leben und geben ihren Hof auf, um in der Stadt zu arbeiten. Neue Konzepte, wie Biobauernhöfe und Hofläden,

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