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Alte Haus- & Nutztierrassen neu entdeckt von Haller, Martin (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 10.09.2015
  • Verlag: Leopold Stocker Verlag
eBook (ePUB)
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Alte Haus- & Nutztierrassen neu entdeckt

Althergebrachte Vielfalt Rätisches Grauvieh, Kärntner Brillenschaf, Altsteirer Huhn, Deutsche Landpinscher und Meißner Widder - alles über alte Haustierrassen. Mehr als 200 alte Haus- und Nutztierrassen aus Mitteleuropa, also aus dem ehemals deutschsprachigen Raum und den Ländern der österreichisch-ungarischen Monarchie, bittet Autor Martin Haller vor den Vorhang. Viele von ihnen sind bereits vom Aussterben bedroht. Aufgrund ihrer besonderen Eigenschaften können diese Rassen jedoch nicht nur für den Hobbyhalter, sondern auch für viele Landwirte von Interesse sein. Alles Wissenswerte über diese Tiere erfährt man nun in diesem reich bebilderten Buch. - 24 Pferde- und Eselrassen, wie Jütländer Kaltblut, Lipizzaner oder Albinoesel - 29 Rinderrassen bis zum Hauswasserbüffel und dem Wittgensteiner Blessvieh - 8 Schweinerassen, wie das Turopolje- oder das rot-bunte Husumer Schwein - 27 Schaf- und 15 Ziegenrassen, von der Heidschnucke bis zur Erzgebirgsziege - 87 Geflügelrassen, ob Deutsches Lachshuhn, Pommernente, Lippegans oder Cröllwitzer Pute - 12 Kaninchenrassen, wie Blaue Wiener oder Rheinische Schecke - 15 vom Aussterben bedrohte Hunderassen, wie Landpinscher, Strobel und Stumper ... Der Autor Martin Haller ist Verfasser verschiedener Fachbücher über Hunde und Pferde sowie zahlreicher Fachartikel über Haustierrassen. Martin Haller ist Verfasser verschiedener Fachbücher über Hunde und Pferde sowie zahlreicher Fachartikel über Haustierrassen.

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: none
    Seitenzahl: 184
    Erscheinungsdatum: 10.09.2015
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783702016371
    Verlag: Leopold Stocker Verlag
    Größe: 36147 kBytes
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Alte Haus- & Nutztierrassen neu entdeckt

FRÜHE ZÄHMUNG

Während der letzten ca. 12.000 Jahre haben wir Menschen gelernt, alle wichtigen Ressourcen zu kontrollieren - darunter vor allem die Nahrungsquellen. Damit ging auch eine tiefgreifende Veränderung der uns umgebenden Tierwelt einher; wir haben Aussehen, Lebensweise und Verhalten der Tiere durch planvolle Züchtung an unsere Bedürfnisse angepasst. Alle heutigen Haus- und Nutztiere befanden sich zuerst im Wildzustand, wurden aber im Laufe von Jahrtausenden, Jahrhunderten oder gar nur wenigen Jahrzehnten gezähmt und nach unseren Bedürfnissen umgeformt. Der Nutzen war und ist vielfältig, etwa die Verfügbarkeit von Rindern zum Schlachten oder Melken, von zahmen Pferden zum Ziehen und Reiten, Hunden als Wächter und Jagdgefährten mit feinen Sinnen. Träge, fette Schweine im Koben und wollreiche Schafe in großen Herden unter Obhut des Hirten, Hühner mit hoher Legeleistung hinter dem Haus ... sie alle waren uns nützlich und sind sinngemäß auch "Nutztiere". Die verschiedenen Tierfamilien wurden zu verschiedenen Zeiten an vermutlich mehreren Orten domestiziert. Trotz unermüdlicher Forschungen auf verschiedenen Wissensgebieten ändern sich unsere Erkenntnisse dazu immer wieder - das Thema bleibt spannend.

(Foto: Arbeitsgemeinschaft zur Zucht Altdeutscher Hütehunde, A. A. H.)

Ein Stumper als idealer Hütehund für Schafe
VON DEN RASSEN

Die Haustierwerdung ging allmählich vor sich und veränderte die Stammformen bzw. setzte veränderliche Formen sogar voraus (zahme, schwache oder kindliche Individuen, stark variable Fressgewohnheiten usw.). Vermutlich besaßen schon die vorgeschichtlichen Völker lokale Naturrassen oder selektierte Kunstrassen. Man wählte vermutlich absichtlich die geeigneten Tiere zur Gewöhnung oder Zähmung aus und veränderte diese weiter, mit dem Ziel, nützliche und immer leichter zu zähmende Tiere zu erhalten. Domestikation ist ein lang andauernder, progressiver Prozess. Die meisten Wildformen wurden durch die Haustierwerdung zuerst rasch kleiner und dann in jenen Eigenschaften "lukrativer", welche der Mensch verwerten konnte (Körperkraft, Fleisch, Milch, Wolle, Eier etc.). Neben Verhaltensänderungen kam es bald zu deutlichen Farb- und Fellvarianten. Es entstanden regionale Zweckformen, die sich in Aussehen, Leistung und Verhalten mitunter deutlich unterschieden. Die Vererblichkeit dieser Merkmale stieg in den jeweiligen Verbreitungsgebieten markant an, sodass man von Schlägen oder Typen sprechen kann, die in Analogie zur "Art" zu geografischen Rassen wurden. Diese waren vielseitig und gut angepasst und konnten mit den lokal verfügbaren Mitteln zu ausreichenden Leistungen gebracht werden.

Die Griechen, Römer, Kelten und Germanen besaßen unterscheidbare Rassen von Rindern, Pferden und Hunden, die wir aus der Literatur kennen. ARISTOTELES hinterlässt interessante, nicht immer reale Beschreibungen, JULIUS CÄSAR zeigt sie uns im kulturellen Zusammenhang. Mittelalter und Renaissance bringen nur wenig Fortschritt, zu stark greift die Kirche bremsend in die Wissenschaft ein. In der Renaissance berichtet Markus FUGGER im "Traktat von der Gestütterey" über die systematische Pferdezucht und weist damit auf die Unterscheidung von Pferderassen hin. Der Zucht von eigentlichen Nutztieren ohne hohes Prestige wird literarisch eher selten Bedeutung gezollt - es waren eben lokale oder regionale "Nützlinge", Teile des bäuerlichen Bestandes und damit kaum erwähnenswert.

Seit dem 17./18. Jh. kam es zur konsequenten Herausbildung der Kultur- und Zuchtzielrassen. Man führte die lokalen Schläge (Landschläge) zusammen und setzte gezielte Verbesserungsmethoden ein, wie Hybridzucht, Inzucht oder Selektion. Während zunächst noch Form- und Farbrassen im Blickpunkt tierzüchterischen Interesses standen, wurden mit der Entstehung der Vollblutzucht und den Züchtungen Robert BAKEWELLS (1725- 1795) und des Grafen Alexej ORLOW (1737-1809) sowie der Einführung von

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