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Unser Essen (Telepolis) Wie funktioniert die Agrar- und Lebensmittelindustrie? von Aigner, Susanne (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 26.08.2015
  • Verlag: Heise Verlag
eBook (ePUB)
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Unser Essen (Telepolis)

Unsere Böden werden planiert, versiegelt, asphaltiert - darunter auch immer mehr fruchtbares Ackerland. Laut Bodenatlas 2015 sind in der EU 35 Prozent aller landwirtschaftlichen Böden verdichtet und 17 Prozent völlig degradiert. 45 Prozent haben spürbar an organischer Substanz - Humus und Bodenlebewesen - verloren. Insgesamt wurden 42 Millionen Hektar Böden durch Wind- und 105 Millionen Hektar durch Wassererosion nachhaltig geschädigt. In Deutschland gehen täglich 70 bis 100 Hektar Böden allein durch Flächenversiegelung und Bebauung verloren. Das entspricht in etwa einer Fläche von rund 100 Fußballfeldern. Darüber hinaus schädigt die industrielle Landwirtschaft die Böden nachhaltig, besonders da, wo Äcker mit schweren Maschinen verdichtet werden. In anderen Gebieten der Erde ist es noch weitaus schlimmer. Unser Bewusstsein davon, was wir essen, ist wacher geworden. Die Lebensmittelskandale haben uns aufgeweckt. Viele Konsumenten wollen genauer darüber Bescheid wissen, wo die Nahrungsmittel herkommen und wie sie produziert werden. Wie belastet ist die Nahrung? Wie viel sind wir bereit, für gute, möglichst unbelastete Lebensmittel zu bezahlen? Gibt es unbelastete Lebensmittel? Susanne Aigners eBook 'Unser Essen' gibt Antworten auf diese Fragen, aber sie serviert mehr als die übliche Kost. Es geht darum, welchen Preis wir für unser Essen bezahlen unter den gegenwärtigen Produktions- und Marktbedingungen. Diese begünstigen, verstärkt durch Subventionen, eine industrialisierte Landwirtschaft ohne Rücksicht auf ökologische Kreisläufe. Das hat scharfe Auswirkungen auf ärmere Ökonomien wie in Teilen Afrikas, die der Bevölkerung, die es sich leisten kann, die Auswanderung als bessere Lebensoption nahe

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: watermark
    Seitenzahl: 250
    Erscheinungsdatum: 26.08.2015
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783957880512
    Verlag: Heise Verlag
    Größe: 12100kBytes
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Unser Essen (Telepolis)

Wie sich die Ernährungssituation in der Welt verändert

Klimawandel, Wasser und Landwirtschaft

In einer jüngeren Veröffentlichung lässt das IPCC keinen Zweifel: Starke Stürme, anhaltende Fröste, Hitzeperioden - die Wetterextreme häufen sich . Immer mehr Menschen kommen auf der Flucht vor Dürre und Überschwemmung in überfüllten Booten nach Europa. Doch wie überleben diejenigen, die zurückbleiben? In den am härtesten betroffenen Regionen helfen nur nachhaltige Anbaumethoden und sparsamer Umgang mit Wasser.

Es gibt Gegenden, die vom Klimawandel offenbar profitieren - zum Beispiel die Insel Gotland - das nördlichste Weinanbaugebiet Europas. Die mittleren Wassertemperaturen haben sich hier in den letzten Jahren um 2° C erhöht. Seit dem Jahr 2000 bauen schwedische Winzer frühreife Weinsorten an .

Oder Grönland: Hier wuchsen vor rund 800.000 Jahren Erlen, Fichten, Kiefern, Eiben und Nadelwälder, in denen Mammuts, Bisons und Elche lebten. Dann sanken die Temperaturen. Jahrtausendelang war die Insel von mächtigen Gletschern bedeckt. Mit einer Durchschnittstemperatur von 6° C im Juli war Ackerbau unmöglich. Nun wird die Vegetationszeit wieder länger. Das unaufhaltsame Schmelzen der Eisberge auf der Insel zieht viele Touristen an .

Angereichert allein mit grönländischem Schmelzwasser würde der Spiegel aller Weltmeere nach Schätzungen von Experten sechs bis sieben Meter ansteigen. Was die Welt beunruhigt, ist für das grönländische Landwirtschaftsministerium ein Grund zur Freude. Rund 50 Rinder beweiden inzwischen die Insel, Trend steigend. Mit ihrem Fleisch werden grönländische Gourmet-Restaurants beliefert.

Der Gemüseanbau weitet sich aus. Immer mehr Kartoffeln werden geerntet. Mit der eigenen Nahrungsproduktion erhoffen sich die Grönländer mehr Unabhängigkeit von Importen aus dem Ausland. Wer will es ihnen verdenken ?

Orangen in der Wüste

Sherwood und Craig Idso glauben an die positive Kraft des Kohlendioxides . Sie behaupten, in großen Mengen bringe es die Erde zum Erblühen und verweisen auf die Grenzregion Mexiko/USA, die um 1890 noch wüst und staubig war und heute - dank CO2 - begrünt ist. Die Orangenbäume, die sie in der Wüste von Arizona pflanzten und mit Kohlendioxid anreicherten, tragen rund 70 Prozent mehr Biomasse und doppelt so viele Orangen mit mehr Vitamin C als ohne CO2-Behandlung.

Die Kohleindustrie mag sich über diese Werbung freuen. Der Basler Botaniker Christian Körner hat allerdings seine Zweifel: Was für Orangen in der Wüste gelte, ließe sich noch lange nicht auf die europäische Fauna übertragen. Versuche an Laubbäumen zeigten nämlich, dass zusätzliche CO2-Mengen die Bäume im ersten und zweiten Jahr zwar zum Wachstum anregen, danach schieden sie das CO2 an die Umwelt aus .

Tatsächlich kurbeln erhöhte Kohlendioxidgehalte in der Luft die Photosynthese vieler Pflanzen an, so dass sie zunächst höhere Erträge bringen. Doch sind Wälder und Ozeane übersättigt, können sie die Milliarden Tonnen Kohlendioxid, die jedes Jahr in die Atmosphäre frei gesetzt werden, nicht mehr absorbieren. Während im Norden edle Weine gedeihen, geben im Süden zwei Grad mehr den Ausschlag für eine lang andauernde Trockenheit.

Die Folge sind sinkende Ernteerträge, einhergehend mit verdurstenden Menschen und Tieren. Experten kalkulieren innerhalb der nächsten 50 Jahre mit dem Verlust von weiteren 135 Millionen Hektar Ackerland in den Weltregionen mit tropischem und ariden Klima. Und dabei wird es nicht bleiben. Hält der Temperaturanstieg an, wären nach 2050 auch die gemäßigten Klimazonen schwerer betroffen.

Täter werden zu Opfern

Die Industrieländer stoßen die meisten klimarelevanten Gase aus. Unter den Folgen wie Hitze und Trockenheit leiden vor allem die armen Länder des Südens. Aber auch in Europa ändert sich das Klima spürbar. In Spanien nimmt die Bodenerosion auf Grund intensiver Landwirtschaft mit steigende

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