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Die Erde rechnet ab Wie der Klimawandel unser tägliches Leben verändert - und was wir noch tun können von Hutter, Claus-Peter (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 21.05.2018
  • Verlag: Ludwig
eBook (ePUB)
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Die Erde rechnet ab

Der Klimawandel steht uns nicht bevor, er ist bereits da!
Jahrhundertsturm, Jahrtausendflut, Jahrhundertdürre - extreme Wetterereignisse treten inzwischen im Jahresrhythmus auf. Verdorrte Böden, Hochwasser und Schlammfluten, Insektenplagen - auch das ist schon länger nichts mehr, das irgendwo in fernen Ländern stattfindet. Und dennoch sind dies erst Vorboten. Claus-Peter Hutter führt uns eindringlich vor Augen, wie weit die Entwicklung vorangeschritten ist und womit wir in den nächsten Jahren rechnen müssen. Ein Appell an die Verantwortlichen in Verwaltung, Politik und Wirtschaft, die Entwicklung endlich zu bremsen - aber auch ein Maßnahmenplan, was jeder Einzelne tun kann und muss, um sich auf diese Veränderungen bestmöglich vorzubereiten.

Claus-Peter Hutter, Jahrgang 1955, ist Präsident der Stiftung NatureLife-International und Autor zahlreicher Bücher und Publikationen zu Umwelt- und Verbraucherthemen. Unter seiner Federführung entstanden weltweit beachtete und prämierte Projekte zur Naturbewahrung und Umweltvorsorge sowie verschiedene Umweltkampagnen, unter anderem für den BUND und die von ihm mitbegründete Stiftung EuroNatur. Für seine Arbeit wurde er mit dem Bundesverdienstkreuz ausgezeichnet. Hauptberuflich leitet C.-P. Hutter die Akademie für Natur- und Umweltschutz Baden-Württemberg.

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: watermark
    Seitenzahl: 304
    Erscheinungsdatum: 21.05.2018
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783641224110
    Verlag: Ludwig
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Die Erde rechnet ab

Wenn das Klima krank macht

Angriff der Insekten und anderer Plagegeister

"Alles was gegen die Natur ist, hat auf Dauer keinen Bestand."

Charles Darwin (1809-1882)

Ein schöner Sommerabend in Reinbek bei Hamburg. Anna kann sich später an den Ausbruch der Krankheit nur bruchstückhaft erinnern: "Wir saßen mit Freunden auf der Terrasse beim Italiener. Ganz plötzlich hatte ich schlimme Kopfschmerzen. Der Schmerz war so penetrant, dass ich nicht weiteressen konnte. Der Lärm in dem Restaurant, die schlechte Luft, die Enge, die vielen Menschen ..." Ihrem Mann Jens war aufgefallen, dass Anna einen heftigen Schweißausbruch hatte. Die lecker duftende Dorade auf Annas Teller blieb ebenso unangetastet wie die Rosmarinkartöffelchen und das bunt-knackige "mediterrane" Gemüse. Sie hörte noch, wie ihre Freundin von einer "Sommergrippe, die gerade grassiert" sprach und ihr Mann den Kellner rief, um zu bezahlen.

Als Anna endlich zu Hause im Bett lag, hatte sie obendrein Schmerzen in den Gelenken. "Mir taten die Knochen so weh, als wäre ich gerade einen Marathon gelaufen. Es war unbeschreiblich!", sagt sie. "Es war so schlimm, dass Jens mir auf die Toilette helfen musste - ich konnte mich einfach nicht mehr allein von A nach B bewegen." Ihre Temperatur war innerhalb kürzester Zeit auf knapp unter 40 Grad hochgeschnellt. Zum ersten Mal in ihrem Leben hatte Anna so hohes Fieber. Der Arzt sprach von "typischen Grippesymptomen", verordnete strenge Bettruhe und schrieb Anna arbeitsunfähig. Tatsächlich ging es ihr nach zwei Tagen etwas besser. Doch schon bald kehrten die Beschwerden mit aller Macht zurück. Die Lymphknoten waren geschwollen. Ein stark juckender rötlicher Ausschlag quälte die junge Frau. "Ich war so furchtbar erschöpft, dass ich ohne die Hilfe meines Mannes das Bett nicht mehr verlassen konnte." Spätestens da waren Anna und Jens sich im Klaren darüber, dass das keine gewöhnliche Grippe sein konnte. Während der Hausarzt des Paares immer noch von einer schweren Erkältung ausging, war ein befreundeter Nachbar aufgrund von Annas Hautveränderungen gleich misstrauisch. "Wenn du mich fragst, spricht alles für Denguefieber oder was Ähnliches", sagte der weitgereiste Fruchtimporteur bei einem Gespräch über den Gartenzaun. "Ich kenne solche Symptome nur von unseren Mitarbeitern in den Tropen." Jens schloss das rigoros aus. "Wir waren noch nie in den Tropen - unsere weiteste Reise in den letzten Jahren ging nach Südtirol."

Jens und Anna konnten nicht ahnen, dass entweder die Regentonne oder die großen Untersetzer der dekorativen Terrakotta-Blumentöpfe in ihrem eigenen Garten oder in der Nähe während des Sommers zur "Brutstätte" für die mittlerweile in Deutschland weitverbreitete Gelbfieber-Mücke (Stegomyia aegypti, auch als ägyptische Tigermücke bekannt) geworden ist. Die Mücke kann das Virus übertragen und kommt seit der Klimaerwärmung vor allem an Stadt- und Ortsrändern sowie auf Friedhofsarealen vor. Auch die asiatische (Stegomyia albopictus) und die polynesische Tigermücke (Stegomyia polynesiensis) sind in Deutschland auf dem Vormarsch. Alle drei verbreiten das Dengue-Virus (A90, klassische Dengue oder A91 Hämorrhagisches Dengue-Fieber 1 oder Gelbfieber 2 A95) und brauchen keine besonderen Bedingungen, um sich fortzupflanzen. Kleine Pfützen oder stehendes Wasser in Eimern und Regentonnen reichen völlig aus. Es sind ideale Brutplätze. Ist das weibliche Insekt bereits mit den Viren infiziert, können die Erreger des Dengue-Fiebers oder auch des Gelbfiebers direkt an die Nachkommen weitergegeben werden. Sticht die Mücke, kann das Virus übertragen werden. Auch durch das Blutsaugen an einem mit Dengue-Fieber erkrankten Menschen kann sich das Insekt "anstecken" und dann das Virus weitergeben.

Anna war schockiert, als man ihr im Bernhard-Nocht-Institut für

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