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Wir sind jung und brauchen die Welt von Boese, Daniel (eBook)

  • Verlag: oekom verlag
eBook (PDF)
12,99 €
inkl. gesetzl. MwSt.
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Online verfügbar

Wir sind jung und brauchen die Welt

Sie nutzt die Macht der neuen Medien, ist weltweit aktiv und kennt in ihrem Enthusiasmus keine Grenzen: Die Generation Klima bricht mit jeder Erwartung, die wir bisher von der Jugend hatten. Sie weiß, was sie will. Ihr Ziel ist nichts weniger als eine Revolution, an deren Ende die Rettung des Planeten steht. Um den Klimawandel zu stoppen, macht die Jugend mobil und lässt die fossilen Eliten ganz alt aussehen: Mit Facebook, Twitter & Co. mobilisiert sie weit mehr Menschen, übt weit mehr Druck auf Politik und Wirtschaft aus als dies jede Partei, jede Umweltschutzorganisation vermag. Daniel Boese hat sich in diese neue Bewegung hineinbegeben und zieht ein begeisterndes Fazit: Wir dürfen hoffen, denn die Klimarevolutionäre sind wild entschlossen und sie haben mächtige Verbündete: Unternehmer mit Gewissen, die IT-Branche und manch verantwortungsvollen Promi.

Daniel Boese arbeitet als Online-Redakteur beim Kunstmagazin art in Hamburg. Für Vanity Fair und Neon hat er über grüne Themen geschrieben, 2005 erhielt er den Marion-Dönhoff-Preis fu r zivilgesellschaftliches Engagement und 2007 den Helmut-Stegmann-Preis für junge Journalisten.

Produktinformationen

    Größe: 1988kBytes
    Herausgeber: oekom verlag
    Untertitel: Wie die Generation Facebook den Planeten rettet
    Sprache: Deutsch
    Seitenanzahl: 256
    Format: PDF
    Kopierschutz: none
    ISBN: 9783865816146
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Wir sind jung und brauchen die Welt

Die Gipfelstürmer:
Wie die klimarevolutionäre Jugend sich ihren Platz bei den Vereinten Nationen erobert

Deepa Guptas Hände sind leer, als sie das Mikrofon ergreift. Sie sieht 100.000 Demonstranten vor sich, daneben steht das Kongresszentrum des Weltklimagipfels – wie ein UFO in den Dünen – mitten am südlichen Kopenhagener Stadtrand. Von der eiskalten Dezemberluft zittern ihre Finger, ihr Herz schlägt im Stakkato, aber ihre Stimme bleibt ruhig: "Heute morgen um zwei Uhr früh war ich unendlich verzweifelt", sagt sie. "Meine Augen taten weh, weil ich so viel geweint hatte. Die Diplomaten sind in ihren Verhandlungen so weit davon entfernt, ein faires und ehrgeiziges Klimaabkommen zu schließen." Deepa sieht die Plakate und Transparente der US-amerikanischen Studenten, der afrikanischen Kleinbauern und deutschen Öko-Unternehmer. Sie spricht weiter von ihrer Ungeduld mit den Politikern, dann ruft sie: "Die Zeit für "Yes we can" ist vorbei. Jetzt geht es um "Yes, we will!""

Es ist ein klarer, sonniger Samstag im Dezember 2009. Hier in Kopenhagen, in den Sälen des Bella Centers, zweihundert Meter neben der Bühne, auf der Deepa steht, soll der Vertrag besiegelt werden. Rund um die Welt sind an diesem Tag Menschen auf der Straße, um ihren Politikern zu zeigen, wie wichtig ein Abkommen gegen den Klimawandel ist: 40.000 demonstrieren in Melbourne, am Brandenburger Tor in Berlin laufen Leute als Kohlendioxid-Moleküle auf. Deepa Gupta ist vor ein paar Tagen aus Neu Delhi, Indien, nach Dänemark geflogen. Die 21-jährige Aktivistin ist das Gesicht der globalen Jugendbewegung, sie spricht nach der UN-Hochkommissarin für Flüchtlinge und vor dem Direktor von Greenpeace. Es ist ein historischer Moment, sagt Deepa: "Heute ist einer der Tage, der unsere Bewegung definiert – rund um den Globus schließen sich Aktivisten zusammen!" Die Gesichter der Demonstranten sind zu weit weg, als dass Deepa die Entschlossenheit in ihrem Blick sehen könnte. Doch sie halten aus, Zehntausende Menschen trotzen der Kälte und der Trägheit der Funktionäre.

Acht Monate vorher hatte ich Deepa das erste Mal gesehen. In einem kleinen Fenster auf meinem Laptop erklärte sie mir in einer Videokonferenz auf Skype, wie sie Tausende indischer Jugendlicher zum Indian Youth Climate Network organisiert hatte. Ich suchte damals gerade junge Berliner Klimaschützer für einen Flashmob und hatte von einem britischen Studenten den Tipp bekommen, mit Deepa zu reden – die wisse, wie man schnell ein Netzwerk aufbaue. Zwei E-Mails später war ich mit Deepa verabredet. Das Bild bei Skype war dann zwar etwas langsam, aber ich war erstaunt, mit welcher Selbstverständlichkeit Deepa von der irren Geschwindigkeit sprach, mit der sie die Allianz indischer Jugendaktivisten aufgebaut hatte. Sie war gerade von einem Road Trip für erneuerbare Energien quer durch Indien zurückgekehrt und hatte dabei vor 50.000 Menschen gesprochen: auf dem Campus der Universität in Mumbai genauso wie beim indischen Softwareriesen Infosys. Ich musste daran denken, dass große deutsche Umweltschutzorganisationen schon froh sind, wenn ein paar hundert Teilnehmer bei einer Veranstaltung auftauchen. Und jetzt erzählte mir eine Studentin aus Indien, wie sie ohne großes Budget eine Massenbewegung gestartet hatte.

Je länger ich mit Deepa sprach, umso klarer wurden mir zwei Dinge. Zum einen, wie naiv ich selbst gewesen war zu glauben, Indien (und China) bräuchten beim Thema Klimawandel Entwicklungshilfe aus dem Westen. Die jungen Aktivisten wie Deepa wissen selbst schon sehr gut Bescheid über die Zukunft ohne Kohlendioxid, die Low Carbon Future. Zum anderen wurde mir ein deutscher Irr

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