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225 Jahre Knast Die Bekehrung eines berüchtigten Finanziers von Homm, Florian (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 09.11.2015
  • Verlag: FinanzBuch Verlag
eBook (ePUB)
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225 Jahre Knast

53 Jahre und 153 Tage in Freiheit. Doch jetzt soll er 225 Jahre ins Gefängnis. Florian Homm. Der Zweimeterhüne, 'Plattmacher' und einstige skrupellose Hedgefonds-Manager. Von seinen Häschern verfolgt kommt es in Florenz zum Showdown: Er wird vor den Augen seiner Familie entführt und ins Florenzer Gefängnis Sollicciano gebracht. Die Strippen ziehen die US-Justiz und das FBI, die Homm um jeden Preis in den Vereinigten Staaten vor Gericht stellen wollen. Die Folgen sind selbst für Homm, der im härtesten Business der Welt zu Hause war und in Venezuela niedergeschossen wurde, die Hölle: soziopathische, allmächtige Gefängniswärter, die Häftlinge wie menschenverachtende, sadistische Sklaventreiber behandeln. Korruption, Selbstverstümmelungen, gewalttätige Auseinandersetzungen, Selbstmordversuche und Drogenmissbrauch sind unter den Häftlingen an der Tagesordnung. Doch Homm nimmt den Kampf auf. Von seiner Familie, Freunden und früheren Weggefährten verlassen, unheilbar an MS erkrankt und unter ständiger Angst, doch an die USA ausgeliefert zu werden, kämpft er um sein Leben. Was folgt ist ein Thriller. Die lang erwartete Fortsetzung des Spiegel-Bestsellers 'Kopf Geld Jagd'. Florian Homm ist Deutschlands bekanntester ehemaliger Hedgefondsmanager. Er verfügt über jahrzehntelange Erfahrung als Hedgefondsmanager, Unternehmer und Investment Banker. Homm arbeitete unter anderem bei Merrill Lynch, Fidelity, Tweedy, Browne, Bank Julius Ba?r als Analyst, Nostro-Ha?ndler und Fondsmanager bevor er als Finanzunternehmer und Hedgefondsmanager Milliarda?r wurde.

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: watermark
    Seitenzahl: 192
    Erscheinungsdatum: 09.11.2015
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783862488544
    Verlag: FinanzBuch Verlag
    Größe: 9184 kBytes
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225 Jahre Knast

Kapitel 2:
Wie ich meine tiefe Verzweiflung bewältigte

Juni 2013, Gefängnis Don Bosco, Pisa

"Die glorreichsten Augenblicke in unserem Leben sind nicht die sogenannten Stunden des Erfolgs, sondern die, in denen in uns aus Missstimmung und Verzweiflung ein neuer Lebensmut und die Gewissheit künftiger Erfolge erwächst."

Gustave Flaubert

Im Juni 2013 hatte Il Commandante genug von mir. Seine eigenen Gefängnisneurologen bescheinigten, dass ich auf der Krankenstation von Sollicciano nicht angemessen behandelt werden könne. Das ständige Kribbeln und Zucken in meinem rechten Fuß war nahezu völliger Taubheit gewichen. Ich war fest entschlossen, nicht nach Amerika zu gehen, und egal, welcher Misshandlungen ich seitens des Gefängnisleiters und seiner Hilfssheriffs ausgesetzt sein würde, konnten diese gar nicht schlimm genug sein, als dass ich mich freiwillig einem Prozess in diesem Mekka der Freiheitsberaubung gestellt hätte, den das amerikanische Justizsystem darstellt. Die amerikanische Bevölkerung macht zwar weniger als fünf Prozent der Weltbevölkerung aus, dennoch beträgt die Zahl der Inhaftierten in den USA mehr als 25 Prozent der weltweiten Gefängnispopulation.

Die Fahrt in dem schwer gesicherten Gefängniskonvoi dauerte ungefähr zwei Stunden. Ich versuchte, zwischen den Gitterstäben so viele Landschaftseindrücke wie möglich zu gewinnen. In Sollicciano hatte ich gehört, das Gefängnis von Pisa sei ein wesentlich zivilerer Ort, aber das stimmte nur zum Teil. Das Gefängnis war "nur" zu 150 Prozent überbelegt, im Vergleich zu den 223 Prozent in Sollicciano. Allerdings war das Gefängnis in einem noch schlechteren Zustand. Überall tummelten sich Ratten. Die Wasserqualität hätte es mit einem Slum in Honduras aufnehmen können. Das Heizungssystem war defekt; im November 2013 sank die Innentemperatur auf drei Grad. Die Gebäude stammen aus den Dreißigerjahren - den "guten alten Tagen" Italiens -, als Benito Mussolini mit eiserner Hand für Recht und Gesetz sorgte. Mussolinis größenwahnsinniger Baustil glich der Naziarchitektur: riesige kalte Säle mit hohen Decken.

Nach meiner Ankunft wurde ich in eine dunkle Zelle gesteckt. Es war ungefähr zehn Uhr morgens, aber es gab keinen Strom. Ich war völlig entnervt. Die einzige Annehmlichkeit war ein Plastikstuhl. Nach einer Wartezeit von ungefähr zwei Stunden in diesem Drecksloch rammte ich den Stuhl gegen die Tür und schleuderte ihn anschließend an die Decke, um die Lampe zu zertrümmern. Kümmerte aber niemanden. Keiner griff ein. Ich ließ meinen Aggressionen freien Lauf. Schließlich wurde ich aus diesem Rattenloch geholt und registriert, es wurden die üblichen Fotos gemacht und ich wurde zu einem Gesundheitscheck begleitet.

Die positivsten Aspekte des Stadtgefängnisses von Pisa waren die folgenden: Es war nicht so überfüllt wie Sollicciano und die Wärter waren weniger feindselig. Am meisten gefiel mir, dass wir regelmäßige Gottesdienste und donnerstags sogar eine Katechismusstunde hatten. In meinem ganzen Leben bin ich nicht so gerne zur Kirche gegangen wie im Gefängnis von Pisa. Seit 2011 hatte ich jede Woche Messen und Betgruppen besucht. Während der drei Monate Untersuchungshaft in Sollicciano war mir die Teilnahme am Gottesdienst verboten; nicht einmal zu Ostern durfte ich in die Kirche gehen.

Hier wurde mein Hofgang auf die gesetzlich festgelegten vier Stunden pro Tag erhöht und drei der Gefängnisärzte waren wirklich gute, fürsorgliche Menschen. Der Nachteil von Pisa war ein weiteres Arschloch als Commandante , dieses Mal mit sadistischer Ader. Während meines einjährigen Gefängnisaufenthalts wurde ich mehr als zwanzigmal verlegt. Das klingt nicht so übel, ist es aber. Es war sehr schwierig, jedes Mal wieder halbwegs freundlich gesinnte Bekanntschaften zu machen, Allianzen zu schmieden und sich zu integrieren. So etwas wie Stabilität gab es nicht ei

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