text.skipToContent text.skipToNavigation
background-image

Beschreibende Statistik von Schulze, Peter M. (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 01.12.2011
  • Verlag: De Gruyter Oldenbourg
eBook (PDF)
34,95 €
inkl. gesetzl. MwSt.
Sofort per Download lieferbar

Online verfügbar

Beschreibende Statistik

Obwohl - oder gerade weil - heute eine Vielzahl der bei einer statistischen Analyse notwendigen Berechnungen von Computern übernommen werden, ist das grundlegende Verständnis und die Kenntnis von Möglichkeiten und Grenzen statistischer Verfahren umso wichtiger. Dieses Buch trägt dazu im wirtschafts- und sozialwissenschaftlichen Bereich bei. Es wurde daher Wert auf eine Darstellung der Verfahren gelegt, die es dem Leser ermöglicht, die jeweiligen Ableitungen bzw. Rechengänge selbstständig nachzuvollziehen. Mit vielen ausführlichen Beispielen aus dem wirtschafts- und sozialwissenschaftlichen Bereich! Das Buch richtet sich an Studierende und Absolventen aus wirtschaftswissenschaftlichen Fächern. Darüber hinaus an Statistiker, Wirtschaftsingenieure und Personen, die z. B. in Banken, Versicherungen, Finanz- und Wertpapieranalyse häusern, Unternehmensberatungen, Stiftungen und internationalen Wirtschaftsorganisationen mit der quantitativen Analyse von Datensätzen betraut sind. Für Anwender ist insbesondere interessant, dass dieses Buch von Grund auf in die Software einführt, damit das Erlernen im Selbststudium ermöglicht und gleichzeitig einen Überblick über die den Berechnungen zugrunde liegenden statistisch-ökonometrischen Hintergrund liefert.

Produktinformationen

    Format: PDF
    Kopierschutz: watermark
    Seitenzahl: 430
    Erscheinungsdatum: 01.12.2011
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783486710731
    Verlag: De Gruyter Oldenbourg
    Größe: 15887 kBytes
Weiterlesen weniger lesen

Beschreibende Statistik

1 EINFÜHRUNG (S. 1-2)

1.1 Gegenstand der Statistik

Die Beschäftigung mit methodischen und praktischen Problemen der Statistik setzt zunächst voraus, daß wir uns kurz mit dem Gegenstand der Statistik beschäftigen. Das Wort "Statistik" selbst wird in der Umgangssprache in zweierlei Bedeutung verwendet: Zum einen versteht man unter "einer Statistik" die Zusammenstellung von Daten zur Beschreibung realer Erscheinungen bestimmter Umweltausschnitte. In diesem Sinn spricht man z. B. von einer "Arbeitslosenstatistik", die die zahlenmäßige Entwicklung der Arbeitslosen im Zeitablauf zeigt. Zum anderen faßt man unter dem Begriff "Statistik" die Gesamtheit des methodischen Instrumentariums zusammen, mit dessen Hilfe man zu quantitativen Ergebnissen gelangt.

Innerhalb der statistischen Methoden lassen sich grundsätzlich die beschreibende [deskriptive] und die schließende [induktive, analytische] Statistik, die auf der Wahrscheinlichkeitstheorie aufbaut, unterscheiden. In der deskriptiven Statistik werden für die interessierende Fragestellung alle nötigen Daten in ihrer Gesamtheit ermittelt. Die daraus resultierenden Ergebnisse der Datenanalyse beziehen sich ausschließlich auf die betrachtete Grundgesamtheit. Unterlaufen hierbei keine Erhebungs- oder Rechenfehler, so erhält man ein Ergebnis, das nicht mit Unsicherheiten behaftet ist. Wird z. B. in einer kleineren Unternehmung im Rahmen der Inventur der Wert der vorhandenen Lagerbestände zu einem bestimmten Stichtag ermittelt, nimmt man i. d. R. eine körperliche Bestandsaufnahme aller am Lager befindlichen Teile vor [Vollinventur]. In der induktiven Statistik dagegen wird die Analyse nicht aufgrund aller Daten aus der Gesamtheit durchgeführt, sondern anhand von Stichprobendaten. Von den in der Stichprobe gefundenen Verhältnissen schließt man dann zurück auf die Gesamtheit. Dieser Rückschluß ist allerdings nicht mit Sicherheit, sondern nur mit einer bestimmten Wahrscheinlichkeit möglich. Im Beispiel der Inventur gestattet der Gesetzgeber bei großen Lägern eine Stichprobeninventur mit Hilfe anerkannter mathematisch-statistischer Verfahren: Auf Basis eines Teils der im Lagerbestand befindlichen Stücke wird durch "Hochrechnung" der gesamte Lagerwert bestimmt.

Neben dem unterschiedlichen Inhalt des Wortes "Statistik" im heutigen Sprachgebrauch hat dieser Begriff im methodischen Sinn im Laufe seiner Geschichte einen Bedeutungswandel erfahren. So handelte es sich im 17. bis 18. Jahrhundert um die deskriptive Sammlung und Darstellung von Daten über Bevölkerung, Verwaltung, Militär, Wirtschaft und Geographie eines Landes. Im 18. und 19. Jahrhundert trat dann eine mehr analytische Orientierung in den Vordergrund, man suchte nach Gesetzmäßigkeiten in den gesellschaftlichen und politischen Erscheinungen. Bereits im 17. Jahrhundert wurde man sich der Bedeutung von Zufallserscheinungen, die zu Unsicherheiten in den Aussagen führen, bewußt, was später der Wahrscheinlichkeitstheorie Eingang in die Statistik verschaffte. Die Weiterentwicklung und Zusammenführung dieser drei Wurzeln führte im 20. Jahrhundert dazu, daß der Statistik auch die Aufgabe der Entscheidungsfindung zukam. Die ursprüngliche Wortbedeutung von "Statistik" läßt sich auf das lateinische "status" $= Zustand oder Staat zurückführen und soll damit auf die besondere Bedeutung der Erfassung von Zuständen, insbesondere der Bevölkerung und der Wirtschaft eines Staates, hinweisen. Eine ähnliche Namensdeutung knüpft an der italienischen Bezeichnung "statista" $= Staatsmann an.

Nach wie vor besteht die Grundfunktion der Statistik heute wie gestern darin, quantitative Informationen über interessierende Ausschnitte der Realität zu gewinnen. Sie dient dabei der beschreibenden Bestandsaufnahme, der Klärung von Wirkungszusammenhängen und der Prognose - insgesamt also als Entscheidungsgrundlage.

Weiterlesen weniger lesen

Kundenbewertungen