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Hayek für jedermann Die Kräfte der spontanen Ordnung von Horn, Karen Ilse (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 28.06.2013
  • Verlag: Frankfurter Allgemeine Buch
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Hayek für jedermann

Die modernen Theorien eines Nobelpreisträgers Friedrich August von Hayek (1899-1992) ist als Ökonom und Sozialphilosoph eine Ausnahmegestalt in der Wirtschaftswissenschaft. Nicht erst seit der Finanzkrise genießen die Arbeiten des Nobelpreisträgers von 1974, die von der Konjunkturtheorie bis zur Theorie der kulturellen Evolution reichen, wieder starkes Interesse. Hayeks weitgefächertes Forschungsprogramm, das sich um das Entstehen von Ordnung dreht und normativ die Freiheit an die Spitze der Werteskala setzt, ist zu jeder Zeit so wichtig wie spannend. Der vierte Band aus der Reihe 'Ökonomen für jedermann' berichtet von Hayeks Jugend, Kriegseinsatz und Studium im Wien der Donaumonarchie, von seiner wissenschaftlichen Karriere und den Haupteinflüssen auf sein Denken, von den großen Stationen seiner Laufbahn in London, Chicago, Freiburg und Salzburg, von seinen wichtigsten theoretischen Leistungen und Werken sowie von der Wirkung seiner Arbeit auf die Wissenschaft und die Politik. Karen Horn bringt uns leicht verständlich das Werk eines Mannes näher, der den vermeintlichen Widerspruch von Freiheit und Ordnung einer Gesellschaft aufhebt.

Karen Ilse Horn, Jahrgang 1966, ist promovierte Ökonomin und Publizistin. Sie ist Dozentin für ökonomische Ideengeschichte und Geschäftsführerin der Wert der Freiheit GmbH in Berlin; zudem amtiert sie als Vorsitzende der Friedrich August von Hayek-Gesellschaft. Frühere berufliche Stationen waren die Wirtschaftsredaktion der Frankfurter Allgemeine Zeitung und das Hauptstadtbüro des Instituts der deutschen Wirtschaft Köln. Zu ihren Veröffentlichungen zählen 'Moral und Wirtschaft' (1997), 'Die Soziale Marktwirtschaft'(2010) und 'Die Stimme der Ökonomen' (2012).

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: none
    Seitenzahl: 224
    Erscheinungsdatum: 28.06.2013
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783956010064
    Verlag: Frankfurter Allgemeine Buch
    Größe: 1345 kBytes
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Hayek für jedermann

1

DIE ERSTEN JAHRE (1899-1918): FRÜHE PRÄGUNGEN DURCH HERKUNFT, ELTERNHAUS UND ERSTEN WELTKRIEG

"The beginning of my definite interest in economics
I can clearly date back to a logic lesson
in the seventh form of the Gymnasium,
late in 1916, when the master explained to us
the threefold Aristotelian division of ethics
into morals, politics, and economics."

Friedrich August von Hayek, genannt Fritz, wird am 8. Mai 1899 in Wien geboren, in der elterlichen Wohnung im dritten Bezirk. Dort herrschen gehobene, bildungsbürgerliche Verhältnisse. Der Vater, August Edler von Hayek, hatte Medizin studiert und praktiziert als Armenarzt. Später gibt er sein Vorhaben auf, sich mit einer eigenen Praxis niederzulassen, und steigt allmählich in der Hierarchie der Gesundheitsverwaltung auf. Schließlich wird er sogar Präsident der Gesellschaft deutscher Ärzte in Wien. Im Grunde seines Herzens aber ist er von einem nagenden wissenschaftlichen Ehrgeiz getrieben, den er offenbar an seine drei Söhne weitervererbt: Friedrich, der erstgeborene Sohn, wird Ökonom und Sozialphilosoph, Erich Chemiker, Heinrich Anatom. August von Hayek ist ein leidenschaftlicher Biologe. Er hat ein umfangreiches Herbarium angelegt und verfasst mehrere anerkannte Standardwerke zur Pflanzengeographie Österreichs; er lehrt an der Universität Wien als Privatdozent. Allzu gern wäre er ein richtiger Ordinarius geworden. Im Alter von nur 56 Jahren indes stirbt er an einem verschleppten schweren Nierenleiden, dem Folgeschaden einer von einer Blase am Fuß ausgelösten Blutvergiftung, die er sich auf einer botanischen Exkursion zugezogen hatte.

Der Reiz der Wissenschaft

Zwei Generationen zuvor hatte der Reiz der Wissenschaft auch schon Hayeks Großvater Gustav von Hayek erfasst. Zwar hatte er die Schule - das ehrwürdige Theresianum - abgebrochen und sich einige Jahre als Marineoffizier verdingt. Dann aber studierte er doch noch Naturgeschichte und Biologie und wurde anschließend Lehrer. Daneben pflegte auch er stets seine private wissenschaftliche Leidenschaft: die Vogelkunde. Es gelang ihm damit sogar, das Interesse des Kronprinzen Rudolf zu wecken, in dessen Auftrag er sich 1881 an der Vorbereitung einer ornithologischen Ausstellung in Wien beteiligen durfte. Mit dem Freitod Rudolfs war diese Protektion jedoch bald vorüber, und die Welt der Universität blieb auch Gustav von Hayek verschlossen. Die Familie lebte in bescheidenen Verhältnissen.

Der Urgroßvater Heinrich von Hayek wiederum hatte die Rechte studiert, eine Sängerin geheiratet und sich als Beamter in einem der Wiener Ministerien nicht gerade überarbeitet. Ihm zerrann jedoch das umfangreiche Vermögen, das sein Vater Josef von Hayek mit großem unternehmerischem Geschick aufgebaut hatte. Josef von Hayek hatte sich in Mähren bei demselben Gutsherrn, dem schon sein Vater gedient hatte, zum Gutsverwalter hochgearbeitet. In dieser Eigenschaft baute er dann in der Nähe von Brünn und Wien zwei Textilfabriken samt neuer umliegender Dörfer auf. Später stieg Josef von Hayek dann selber als Geschäftspartner in diese Produktion ein und erwarb ein erhebliches Vermögen. Im Jahr 1789, wenige Wochen vor der Französischen Revolution, wurde er im Alter von 39 Jahren vom Kaiser des Heiligen Römischen Reiches, Joseph II, geadelt - was ein Zeichen höchster Anerkennung seiner Leistungen war. Dass Geschäftsleute in den Adelsstand erhoben wurden, war eine Seltenheit. Friedrich August von Hayek betonte gern stolz in Abgrenzung zum "neuen Adel" der zahlreichen Wiener Beamten- und Professorendynastien, dass im Fall seiner Familie der Adelstand noch etwas bedeutet habe. Im Jahr 1919 wurden in Österreich alle Adelstitel abgeschafft.

Hayeks Vater August hatte eine junge Frau aus deutlich vermögenderem, großbürgerlichen Wiener Hause geheiratet, Felicitas von Juraschek. Hayek beschreibt seine Eltern als ein außer

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