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Mitgefühl in der Wirtschaft Ein bahnbrechender Forschungsbericht von Singer, Tania (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 02.03.2015
  • Verlag: Knaus
eBook (ePUB)
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Mitgefühl in der Wirtschaft

'Die Wirtschaft braucht mehr Mitgefühl!' Tania Singer, Neurowissenschaftlerin und Initiatorin von 'Caring Economics' Die Befunde der sozialen Wirtschafts- und Neurowissenschaften sind eindeutig: Die Ökonomie hat die Rechnung viel zu lange ohne den Menschen gemacht. Kein Mensch handelt nur rational oder nur egoistisch. In diesem Buch stellen weltweit führende Forscher Denkanstöße für eine Wirtschaft vor, die sich um den Menschen kümmert und so ein Gegengewicht schafft zu einer reinen Leistungs-, Macht- und Konsumorientierung. Tania Singer, geboren 1969, seit 2010 Direktorin des Max-Planck-Instituts für Soziale Neurowissenschaft in Leipzig, erforscht das menschliche Sozialverhalten sowie soziale und moralische Emotionen wie Empathie, Mitgefühl, Neid, Rache und Fairness. Sie studierte Psychologie in Marburg und Berlin, später Neurowissenschaft in London bevor sie in Zürich gemeinsam mit dem Ökonomen Ernst Fehr wirtschaftliches Entscheidungsverhalten untersuchte.

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: watermark
    Seitenzahl: 256
    Erscheinungsdatum: 02.03.2015
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783641151096
    Verlag: Knaus
    Originaltitel: Caring Economics
    Größe: 1924 kBytes
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Mitgefühl in der Wirtschaft

EINFÜHRUNG

Plädoyer für eine mitmenschliche Wirtschaft

Tania Singer, Matthieu Ricard und Diego Hangartner

Wer heute den Fernseher einschaltet oder Zeitung liest, gerät in ein regelrechtes Trommelfeuer von Debatten über drohende und herrschende Wirtschaftskrisen beziehungsweise über entsprechende Gegenmaßnahmen. Oft gehen die Lösungsvorschläge jedoch keineswegs auf den Kern des Problems ein, in der Regel kehrt man schnell wieder zur Tagesordnung zurück. Doch immer mehr Menschen erkennen, wie unzureichend die bisherigen Lösungsansätze sind. Sie erkennen die Notwendigkeit, unsere Wirtschaftssysteme und unser ökonomisches Handeln, individuell wie auch global, neu zu durchdenken. Immer nur Vorkehrungen zu treffen, um weiteren Krisen vorzubeugen, genügt vielen von uns einfach nicht mehr: Junge Menschen und Familien, Akademiker und Arbeiter, Aktivisten und Politiker auf der ganzen Welt fordern eine sozialere, umweltverträglichere und gerechtere Wirtschaftsordnung - eine Wirtschaft, die nicht den Wünschen und Begierden einiger weniger Eliten Vorrang einräumt, sondern die durch Mitgefühl und eine menschenfreundliche, humanitäre Einstellung der Weltgemeinschaft insgesamt zugutekommt und - mit dem nötigen Weitblick - in der Lage ist, auch auf künftige Generationen und das weitere Schicksal der Biosphäre Rücksicht zu nehmen. Ist so ein System möglich? Wie sähe es aus, und wie könnte es unsere Welt verändern?

Im April 2010 trafen sich in Zürich Denker aus so unterschiedlichen Bereichen wie den Wirtschaftswissenschaften, der Neurowissenschaft, der Psychologie, der Philosophie, der Meditationspraxis und aus Unternehmen mit Seiner Heiligkeit dem Dalai Lama, um bei einer Tagung mit dem Titel "Altruismus und Mitgefühl in Wirtschaftssystemen" diesen Fragen nachzugehen. Gastgeber und Organisator der Tagung war das Mind and Life Institute. Das Mind and Life Institute, aus einer Reihe von interdisziplinären Dialogen zwischen Seiner Heiligkeit dem Dalai Lama, Wissenschaftlern, Philosophen und Meditierenden hervorgegangen, will die Natur des Geistes und die Beschaffenheit der Wirklichkeit erforschen, um dadurch bessere Voraussetzungen für das allgemeine Wohlergehen zu schaffen. Seit 1987 haben diese Dialoge ein weites Themenspektrum ausgelotet - von der Physik, der Kosmologie, der Ökologie und der Ethik bis hin zu den destruktiven Emotionen und zu Fragen aus dem Bildungsbereich. [1]

In vielerlei Hinsicht ist " Altruismus und Mitgefühl in Wirtschaftssystemen " eine Mind-and-Life-Tagung mit besonders hoch gesteckten Zielen, die sich aus einer Idee der Neurowissenschaftlerin Tania Singer ergab. Seit 2006 arbeitete Singer an einem Forschungsprogramm der Universität Zürich mit, in dem Psychologen, Neuro- und Wirtschaftswissenschaftler gemeinsam die Grundlagen menschlichen Sozialverhaltens und der Zusammenarbeit untersuchten. Damals hatten Mikroökonomen wie Ernst Fehr (siehe Kapitel 6 und 10) bereits gezeigt, dass Menschen bei geschäftlichen Interaktionen nicht nur auf Eigennutz, sondern auch auf Fairness achten. Die vorhandenen Wirtschaftsmodelle gingen hingegen meist von der Annahme aus, der Mensch habe in erster Linie egoistische Präferenzen. Mitgefühl und altruistische Motivation wurden zwar in psychologischen sowie neurowissenschaftlichen Studien häufig thematisiert und untersucht und bildeten zudem den Kern hoch entwickelter buddhistischer Meditationsübungen, den Wirtschaftswissenschaften und der realen Geschäftswelt waren sie hingegen nach wie vor fremd. Tania Singer wollte diese Wissenschaftsdisziplinen an einen Tisch bringen, um herauszufinden, wie wettbewerbsorientierte Wirtschaftssysteme sich mit humanitären Werten und einer prosozialen, helfenden Motivation in Einklang bringen lassen. Sie stellte die Idee dem Mind and Life Institute vor und tat sich mit Diego Hangartner, zu diesem Zeitpunkt europäischer Generalsekretär von Mind and Li

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