text.skipToContent text.skipToNavigation
background-image

Wahrer Wohlstand Mit weniger Arbeit besser leben von Schor, Juliet B. (eBook)

  • Verlag: oekom
eBook (ePUB)
16,99 €
inkl. gesetzl. MwSt.
Sofort per Download lieferbar

Online verfügbar

Wahrer Wohlstand

Wer möchte das nicht, weniger arbeiten und besser leben? Mit großer sprachlicher Leichtigkeit präsentiert die US-amerikanische Soziologin Juliet Schor einen intelligenten Weg aus dem sich immer schneller drehenden Hamsterrad. An seinem Ende stehen nicht allein veränderte Konsummuster und gesteigertes Umweltbewusstsein, sondern das befriedigende Gefühl, ein selbstbestimmtes Leben zu führen. Juliet B. Schor ist Professorin für Soziologie am Boston College. Ihre Forschungsschwerpunkte sind Arbeit, Freizeit und Konsum, die Beziehung zwischen Familie und Arbeit, Genderthemen und ökonomische Gerechtigkeit. Ihre Bücher 'The Overspent American' und 'The Overworked American' waren New York Times Bestseller.

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: none
    Seitenzahl: 272
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783865819956
    Verlag: oekom
    Größe: 1503 kBytes
Weiterlesen weniger lesen

Wahrer Wohlstand

Einführung
zur deutschen Ausgabe
Plenitude. The new economics of true wealth erschien ursprünglich im Jahre 2010. Ich habe das Buch unter dem Eindruck zweier fataler Entwicklungen geschrieben. Die erste war die sogenannte Finanzkrise, die schlimmste Krise des Finanzsektors seit den berüchtigten 1920ern. Im Jahr 2007 kam es in England zu einem "Bankensturm", in den USA nahm die Subprime-Krise ihren Anfang, in deren Verlauf die Investmentbank Lehman Brothers 2008 Insolvenz anmelden musste. Als im September 2008 Zahlungen eingefroren wurden, brach Panik aus. Die Turbulenzen auf dem Finanzsektor führten zu einer weltweiten Rezession, die weit über die Grenzen der Verursacherstaaten hinausreichte. Für viele Länder, etwa im Süden Europas, blieb es nicht dabei - aus der Rezession wurde eine Depression. Die zweite Tragödie war die Tatenlosigkeit der Welt in Bezug auf den Klimawandel. Im Herbst 2009 veröffentlichte eine Reihe von Wissenschaftlern Klimadaten, die unmissverständlich aufzeigten, wie dramatisch die Lage mittlerweile war. Die Meldungen reichten von Temperaturrekorden und intensiviertem Abschmelzen der Gletscher bis hin zu furchtbaren Dürren, Artensterben und Extremwetterereignissen. In fast allen Fällen wurden die Erwartungen des vierten IPCC-Reports von 2007 übertroffen. Die Wissenschaftler hofften, dass ihre neuen Vorhersagen die Welt dazu bewegen würden zu handeln. Doch der Kopenhagener Klimagipfel (2009) endete im Fiasko. Ich erinnere mich noch heute lebhaft an jene Wochen zwischen Anspannung und Hoffnung, an deren Ende die Gewissheit stand, dass die Menschheit ihren fatalen Kurs nicht aufgeben würde. Und bei aller Euphorie um den 21. Klimagipfel in Paris 2015 muss die Welt weiterhin besorgt sein - und sich fragen, warum sechs weitere Jahre verloren wurden. Ziel meines Buches ist es, einen gangbaren Weg aus der Sackgasse aufzuzeigen, einen Weg, der die Kohlendioxidemissionen kappt und unseren ökologischen Fußabdruck reduziert, es jedoch gleichzeitig möglich macht, in Wohlstand zu leben. Diese Vision basiert auf einem Ansatz jenseits der Konventionen von heutigem Denken und Handeln. Ich bin froh, dass ich nachfolgend darlegen kann, wie sich die Welt seit Erscheinen meines Buches entwickelt hat: War meine ökonomische Analyse richtig? Haben die Menschen meinen Weg des "Wahren Wohlstands" eingeschlagen? Ist dieser Weg immer noch sinnvoll und richtig? Um diese Fragen zu beantworten, kehre ich zu den Anfängen des Buches zurück, zur Doppelkrise von Wirtschaft und Klima. Das Zusammenfallen beider Krisen bedeutet eine besondere Herausforderung. Ein Grund dafür ist, dass die Krisen separat betrachtet werden, obwohl sie zusammenhängen. Die Klimapolitik hat die wirtschaftlichen Nöte vieler Menschen noch nicht auf dem Schirm, und innerhalb der Wirtschaftspolitik ist es noch schlimmer: Das beste Bild dafür ist ein Auto, das sich unaufhaltsam auf einen Abgrund zubewegt - und die Wirtschaftswissenschaften haben sich intensiv darum bemüht herauszufinden, wie man die Fahrt des Autos noch beschleunigen kann. Diese Kurzsichtigkeit ist leider immer noch die Norm. Zwar gab es Reaktionen auf die Finanzmisere, die man als klimapolitisch relevant einstufen kann; sowohl in den USA als auch in Europa wurde in Energieeffizienz und erneuerbare Energien investiert. Aber diese "erste grüne Phase" war nicht von Dauer. In den USA begannen die konservativen Republikaner einen wahren Krieg gegen Sonnen- und Windenergie. Und für Europa kam Frank Geels vom Sustainable Consumption Institute zum Schluss, dass sich das "Fenster der Möglichkeiten" in den Jahren 2010/11 wieder geschlossen hat. Danach sah es zwar so aus, als würde ein dramatischer und unvorhergesehener Kostenrückgang den Erneuerbaren zum Durchbruch verhelfen. Doch nur in wenigen Staaten - etwa in Deutschland und Dänemark - steht die Umstellung des Energiesektors weit oben auf der Agenda. In

Weiterlesen weniger lesen

Kundenbewertungen