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Wirtschaftsirrtümer 50 Denkfehler, die uns Kopf und Kragen kosten von Müller, Henrik (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 10.09.2014
  • Verlag: Campus Verlag
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Wirtschaftsirrtümer

Die Debatte über Wirtschaftsfragen ist geprägt von Un- und Halbwahrheiten, von Vor- und Schnellurteilen, von Verfälschungen und Verfärbungen. Gerade in schwierigen Zeiten kann dies gefährliche Folgen haben. Kurz und prägnant korrigiert der Wirtschaftsexperte Henrik Müller gängige Fehlurteile über Fragen zu Wachstum, Märkten, Globalisierung, Arbeit, Gesellschaft, Geld und Europa. Ist alles Nützliche schon erfunden worden? Geht uns wirklich die Arbeit aus? Ist die Globalisierung unumkehrbar? Dieses Buch gibt Antworten und löst die Denkbremsen, die uns daran hindern, längerfristige Entwicklungen zu erkennen. Leicht im Ton, tief in der Analyse: So werden wirtschaftliche Zusammenhänge anschaulich. Henrik Müller, Professor für wirtschaftspolitischen Journalismus an der TU Dortmund, war zuvor viele Jahre stellvertretender Chefredakteur des manager magazins. Er ist Träger mehrerer renommierter Journalistenpreise, Autor diverser Bücher zu wirtschaftspolitischen Themen und überrascht immer wieder mit originellen Perspektiven auf aktuelle Wirtschaftsfragen.

Produktinformationen

    Format: PDF
    Kopierschutz: watermark
    Seitenzahl: 304
    Erscheinungsdatum: 10.09.2014
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783593424156
    Verlag: Campus Verlag
    Größe: 4039 kBytes
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Wirtschaftsirrtümer

Einleitung
Gewissheiten, Irrtümer, Katastrophen

Fortschritt entsteht durch Versuch und Irrtum. Je schneller wir die Irrtümer erkennen, desto besser. Insofern soll dieses Buch dem Fortschritt dienen. Ein großer Anspruch, ich weiß. Ob er eingelöst wird, können Sie nach der Lektüre selbst entscheiden. Mir geht es darum, weithin akzeptierte Gewissheiten über die Wirtschaft infrage zu stellen, sie mit Fakten zu konfrontieren und alternative Deutungen vorzuschlagen.
Die jüngste Wirtschaftsgeschichte ist voll von gravierenden Irrtümern. Deshalb haben sich einige westliche Nationen binnen weniger Jahre ruiniert. Die Europäer gaben sich eine gemeinsame Währung, ohne die Voraussetzungen dafür zu schaffen. Millionen Bürger in Westeuropa und den USA bauten Häuser, die sie nicht brauchten und die ihre finanziellen Möglichkeiten weit überstiegen. Großkonzerne investierten viele Milliarden im Glauben an einen illusionären Boom. Banken blähten sich zu riesigen Zockermaschinen auf, völlig losgelöst von der realen Wirtschaft und den Wertvorstellungen normaler Menschen. Aufsichtsbehörden glaubten blindlings an freie Märkte und wurden eines Schlechteren belehrt. Notenbanken pumpten gigantische Summen Geld in die Wirtschaft und erklärten sich für die Blasen, die sie aufblähten, nicht zuständig.
Der Weg in die große Krise des Kapitalismus ist gesäumt von Irrtümern. Wären sie früher erkannt worden, die Welt wäre heute ein besserer Ort. Denn die Krise hat das Vertrauen und den Wohlstand erschüttert, sie kostet viel Geld und verursacht menschliches Leid, nicht zuletzt bei Millionen Arbeitslosen. Wieder einmal hat sich bewahrheitet, dass Menschen die 'verhängnisvolle Neigung' haben, 'über etwas, das nicht mehr zweifelhaft ist, nicht länger nachzudenken', wodurch in der Folge 'die Hälfte aller Irrtümer' entstehe, wie der britische Philosoph John Stuart Mill vor 200 Jahren schrieb.1

Sieben Jahre Krise

Die schwelende Krise des Kapitalismus produziert ihre eigenen Gewissheiten, die wiederum zweifelsfrei geglaubt werden - die nächsten Irrtümer, die uns am Ende Kopf und Kragen kosten könnten. Unbehagen an den realkapitalistischen Zuständen macht sich breit, nicht nur in Deutschland, wo die schwarz-rote Koalition einen viele Milliarden Euro teuren Wiederausbau des Sozialstaats wagt. Auch im konservativ regierten Großbritannien erregen sich die Mittelschichten über eine 'cost of living crisis'. In Frankreich brechen spontan immer wieder wütende Proteste aus. In den USA herrscht heftige Aufregung wegen der immer größeren Ungleichheit bei der Verteilung der Einkommen. Im Vatikan regiert ein Papst, der zu dem harten Urteil kommt, dass 'diese Wirtschaft tötet'. Die Liste ließe sich verlängern.
Sieben Jahre Krise. Nicht mehr die Angst vor plötzlichem Systemversagen dominiert die Stimmung, stattdessen frisst sich der Frust über die schleichende Verarmung ins Gemüt.
Und das hat Folgen für den ökonomischen Kurs ganzer Nationen. Verteilungsfragen haben Priorität. Man igelt sich ein, hält fest an dem, was man hat. Die Wirtschaft macht da keine Ausnahme: Große Investitionen sind nicht in Planung. Sogar in Deutschland, das vergleichsweise gut dasteht, geben die Unternehmen in Relation zur Wirtschaftsleistung immer noch weniger für neue Ausrüstungen aus als vor der großen Krise.
Wachstum? Fortschritt? Zukunft? In den USA sammeln zwei neue Denkschulen Anhänger. Die eine verkündet, die Ära der Wohlstandszuwächse sei vorbei, und zwar wahlweise für die kommenden Jahrzehnte oder gleich für immer. Die andere prophezeit eine Roboterrevolution, verbunden mit rapiden Wohlstandszuwächsen, von denen allerdings nur wenige Menschen profitieren werden. Währenddessen schwankt Deutschland zwischen satter Selbstzufriedenheit und den Zukunftsängsten, die alternde Gesellschaften eben so umtreiben.
Die Erfahrungen der vergangenen Jahre begründen neue Erzählungen
Abermals entstehen Gewissheiten über die

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