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Bilanzierung der Bundesligaübertragungsrechte nach HGB und IFRS von Holstein, Heiko (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 25.06.2007
  • Verlag: GRIN Verlag
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Bilanzierung der Bundesligaübertragungsrechte nach HGB und IFRS

Diplomarbeit aus dem Jahr 2007 im Fachbereich BWL - Rechnungswesen, Bilanzierung, Steuern, Note: 2,0, Justus-Liebig-Universität Gießen, 154 Quellen im Literaturverzeichnis, Sprache: Deutsch, Abstract: Gravierende Änderungen vollzogen sich in den letzen zwei Jahrzehnten am Markt für Übertragungsrechte an Sportver-anstaltungen. Nicht zuletzt die Dreiecksbeziehung zwischen Sport, Medien und Wirtschaft, die sich zu einem komplexen und kommerziellen System entwickelt hat, führte in der Vergangenheit zu exponentiellen Preissteigerungen der Übertragungsrechte an publikumswirksame Sportveranstaltungen. So stiegen z.B. die Übertragungsrechte der Olympischen Sommerspiele von 1980 bis zur Austragung in Peking 2008 um nahezu 2.000%. Insbesondere ist ein solcher Anstieg der Preise auch bei den medialen Rechten der Verwertung für die heimische Fußball-Bundesliga zu verzeichnen. In der Ausschreibung des Jahres 2005 wurde die Rekordsumme von EUR 440 Mio. für die nächsten drei Spielzeiten erzielt, was mehr als das Tausendfache der zu Beginn der Bundesliga bezahlten Summe darstellt.
Die Übertragungsrechte an der Fußball-Bundesliga dienten nicht zuletzt aufgrund ihrer Eigenschaft als Zuschauer-magnet dazu, die mittel- bis langfristigen strategischen Zielsetzungen des erwerbenden Unternehmens zu erreichen. Für die verwertenden Medienunternehmen stellen sie zudem einen nicht unerheblichen Teil ihres Gesamtvermögens dar und haben somit durch ihre bilanzielle Behandlung maßgeblichen Einfluss auf die Vermögens-, Finanz- und Ertragslagen des bilanzierenden Unternehmens, was demnach die Möglichkeit zu bilanzpolitischen Maßnahmen eröffnen würde. Des Weiteren stehen diese Unternehmen nicht zuletzt durch ihr Agieren auf den Kapitalmärkten im Blickpunkt des öffentlichen Interesses. Das fordert von ihnen eines den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild ihrer Vermögenswerte sowie der daraus resultierenden Chancen und Risken. Verdeutlicht wurde dies mit den Übertragungsrechten einhergehende Risikopotential bereits durch die Insolvenz des KirchPay-Tv im Jahre 2002. Welch hohem Stellenwert die Übertragungsrechte für das besitzende Unternehmen zukommt, veranschaulichte die Verlautbarung der Rechtevergabe durch die DFL am 21.12.2005. Zum einen verunsicherte die Entscheidung zu Ungunsten des bisherigen Erstverwerters Premiere die Öffentlichkeit darin, visuell an 'des Deutschen liebsten Kindes'; der Bundesliga teilnehmen zu können. Zum anderen spiegelte die Aktienkursreaktion der Premiere AG mit einem Minus von 42% die enorme strategische Bedeutung der Übertragungsrechte für das Unternehmen wider.

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: none
    Seitenzahl: 70
    Erscheinungsdatum: 25.06.2007
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783638731201
    Verlag: GRIN Verlag
    Serie: Akademische Schriftenreihe Bd.V76469
    Größe: 552kBytes
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Bilanzierung der Bundesligaübertragungsrechte nach HGB und IFRS

3. Bilanzielle Erfassung von Live-Übertragungsrechten nach HGB

3.1. Rechtsrahmen und Zielsetzung der handelsrechtlichen Rechnungsnormen

Handelsrechtliche Rechnungsnormen sind im Wesentlichen im

HGB kodifiziert. Als Standard-Setter treten der Gesetzgeber sowie der BGH und der BFH und beschränkt sich somit ausschließlich auf eine höchstrichterliche Rechtssprechung. Auf die Konzernrechnungslegung festgelegt, hat sich das DRSC als eigenständiges Normierungsgremium zur Interpretation bestehender GoB etabliert. [83]

Eine besondere Bedeutung kommt in der handelsrechtlichen Rechnungslegung den Grundsätzen ordnungsmäßiger Buchführung zu. Darunter sind diejenigen Regeln zu verstehen, die für die formale und materielle Ausgestaltung des HGB gelten. Auf diese überindividuellen Normen wird im Gesetz mehrfach verwiesen. [84]

Nach
238 HGB sind alle Kaufleute i.S.d. Gesetzes (

1- 7 HGB) verpflichtet, nach den Vorschriften des Dritten Buches des HGB (

238 - 263 HGB) Handelsbücher zu führen und in diesen ihre Handelsgeschäfte und die Vermögenslage nach den GoB ersichtlich zu machen. [85]

Hauptzweck der handelsrechtlich normierten Rechnungslegung ist die Ermittlung eines ausschüttungsfähigen Gewinns unter dem Aspekt des Gläubiger- und Gesellschafterschutzes. Durch das Maßgeblichkeitsprinzip bildet der ermittelte Jahresabschluss die Grundlage zur Ermittlung des steuerpflichtigen Gewinns. [86]

Zielsetzung des nationalen Rechnungslegungssystems ist die Vermittlung eines den tatsächlichen Verhältnissen entsprechenden Bildes der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage der Gesellschaft. Hierbei gilt das aus dem Gläubigerschutz resultierende Prinzip der Vorsicht (
252 Abs.1 Nr.4) als übergeordneter Grundsatz. [87] Das Realisations- und Imparitätsprinzip sind als Ausprägungen des Vorsichtsprinzips zu verstehen. [88]

Der Geltungsbereich des HGB ist auf das Inland beschränkt und hat somit international keine Bedeutung. Teilweise wird in diesem Zusammenhang auch von einem Auslaufmodell gesprochen, da Kapitalmärkte mittlerweile eine internationale Rechnungslegung von den Unternehmen verlangen. [89]

3.2. Bilanzielle Behandlung des Übertragungsrechts

Ausgehend von der rechtlichen Einordnung der Übertragungsrechte als Immaterialgüterrechte soll im Folgenden auf eine Aktivierungsfähigkeit als immaterieller Vermögensgegenstand abgestellt werden.

Als maßgebliche Bewertungseinheit soll nach dem Grundsatz der Einzelbewertung (
252 Abs.1 Nr.4 HGB) die Summe aller Übertragungsrechte an einer Sportveranstaltung gelten. Im Falle von damit in Verbindung stehenden Nebenrechten, wie z.B. die Befugnis der Zweitverwertung und Weiterveräußerung, ist ein einheitlicher Nutzen- und Funktionszusammenhang nicht gegeben. Dies führt daher zu einer eigenständigen Betrachtung. [90] Im Zuge der Reformierung der Vermarktung der Bundesliga wird dieses Problem im Wesentlichen nicht mehr tangiert. [91]

Nach COENENBERG lassen sich immaterielle Vermögensgegenstände als Vermögensgegenstände ohne körperliche Fassbarkeit charakterisieren. Gegebenenfalls ist es im Rahmen der Zweitverwertung möglich, dass ein körperlicher Gegenstand mit einem immateriellen Wert eine Einheit umfasst. Hierbei ist auf das Werteverhältnis abzustellen, sodass auch hier die fehlende Körperlichkeit gegeben ist. [92] Übertragungsrechte stellen somit einen immateriellen vermögenswerten Vorteil für das e

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