text.skipToContent text.skipToNavigation
background-image

Die Problematik der Staatsverschuldung: Eine Untersuchung zu Ausfallrisiken und Ursachen für Staatspleiten von Halilovic, Edis (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 01.06.2012
  • Verlag: Diplomica
eBook (PDF)
29,99 €
inkl. gesetzl. MwSt.
Sofort per Download lieferbar

Online verfügbar

Die Problematik der Staatsverschuldung: Eine Untersuchung zu Ausfallrisiken und Ursachen für Staatspleiten

Dieses Buch behandelt die Problematik der Staatsverschuldung und geht auf mögliche Ursachen von Zahlungsausfällen von Staaten ein. Nach einer kurzen Einführung und Erklärung von Grundlagen werden die Denkweisen verschiedener ökonomischer Denkschulen vorgestellt. Staaten können auf unterschiedliche Weise Kredite aufnehmen. Diese Tatsache stellt eine wesentliche Grundlage für das weitere Verständnis der möglichen Ursachen für Staatsbankrotte dar. Regierungen können sich entweder aus unterschiedlichen Gründen heraus weigern Rückzahlungen fortzuführen oder sie sehen sich nicht mehr im Stande, ihren Zahlungsverpflichtungen nachzukommen. Weitere Ursachen können Überschuldung, externe Schocks, Bankenkrisen oder politische und militärische Auseinandersetzungen sein. Für die Berechnung des Staatsausfallrisikos werden in diesem Buch einige Modelle vorgestellt und miteinander verglichen. Diese unterscheiden sich vom Ansatz her dadurch, dass sie versuchen, aus Vergangenheitswerten Vorhersagen für die Zukunft zu treffen oder anhand von Marktdaten das Risiko eines Zahlungsausfalls zu ermitteln. Den Abschluss liefert ein Überblick über vergangene Zahlungsausfälle von Staaten. Edis Halilovic, geboren 1983 in Br?ko, Bosnien und Herzegowina, lebt seit 1992 in Wien. Nach der Matura studierte er Betriebswirtschaft an der Wiener Wirtschaftsuniversität mit dem Schwerpunkt der Bankbetriebslehre und des Investmentbankings. Dieses schloss er mit dem Grad des Magisters im Jahr 2011 erfolgreich ab. Sein Interesse an staatspolitisch wirtschaftlichen Themen und der Bezug zur Aktualität motivierten ihn über Staatsverschuldung und ihre Problematik zu schreiben.

Produktinformationen

    Format: PDF
    Kopierschutz: none
    Seitenzahl: 100
    Erscheinungsdatum: 01.06.2012
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783842831223
    Verlag: Diplomica
    Größe: 1088 kBytes
Weiterlesen weniger lesen

Die Problematik der Staatsverschuldung: Eine Untersuchung zu Ausfallrisiken und Ursachen für Staatspleiten

Textprobe: Kapitel 6.3, Überschuldung: Ein Staat nimmt laufend kurz- und langfristige Kredite auf um den Haushalt mit zu finanzieren. Die Höhe der Staatsschulden wird dabei wie in Kapitel 2 dargestellt in Relation zum BIP gesetzt. Doch wann ist ein Staat 'überschuldet' und welche Konsequenzen ergeben sich für die Volkswirtschaft daraus? Japan hatte für das Jahr 2010 eine Staatsschuldenquote von 225,8% und konnte immer noch erfolgreich Anleihen auf den Finanzmärkten platzieren. Nach Manasse, Roubini & Schimmelpfennig (2003) befindet sich ein Staat dann in einer Überschuldungskrise, wenn der diskontierte Wert des zukünftigen Primärüberschusses kleiner oder gleich dem Wert des aktuellen Schuldenstandes ist oder die zukünftigen diskontierten Exporteinnahmen kleiner als der Wert der Auslandsverschuldung sind. Manasse, Roubini & Schimmelpfennig (2003) und Manasse & Roubini (2009) haben versucht heraus zu finden, welche Faktoren für das Auftreten von Verschuldungskrisen verantwortlich sind. Sie untersuchten dabei 47 Staaten in einem Zeitraum von 1970 bis 2002 und kamen zu folgenden Ergebnissen: - Die höchste Wahrscheinlichkeit eines Zahlungsausfalls bildeten Fälle in welchen die Auslandsverschuldung höher als 49,7% des BIP und die Inflationsrate über 10,5% lag. Mehr als die Hälfte aller beobachteten Zahlungsausfälle trafen ausschließlich aufgrund dieser beiden Bedingungen ein. Die Wahrscheinlichkeit für einen Zahlungsausfall liegt hier bei 66,8%. - Die niedrigste Gefahr eines Zahlungsausfalls hat ein Staat wenn die Auslandsverschuldung niedrig ist, die Relation der kurzfristigen Schulden zu Währungsreserven niedrig ist und die Auslandsverschuldung in Relation zu den Steuereinnahmen ebenfalls niedrig ist. Die Wahrscheinlichkeit für einen Zahlungsausfall beträgt hier nur 2,3%. - Eine niedrige Verschuldung schützt den Staat nicht vor einem Zahlungsausfall. Selbst Staaten mit moderater Verschuldung (zwischen 19% und 49,7% des BIP) können bei Zutreffen anderer Faktoren (kurzfristige Schulden über dem 1,3-fachen der Währungsreserven, politische Unsicherheit, ehemals fixer Wechselkurs) einer relativ hohen Wahrscheinlichkeit eines Zahlungsausfalls ausgesetzt sein (41,5%). Selbst wenn die Inflation niedrig ist und die Werte des kurzfristigen Finanzierungsbedarfs niedrig sind, bleibt trotzdem ein nicht unerhebliches Risiko eines Zahlungsausfalls. Die drohende Gefahr eines Zahlungsausfalls durch Überschuldung ist also durchaus evident. Wie hoch diese Grenze der Überschuldung jedoch ist, lässt sich nicht zweifelsfrei feststellen, da auch andere Faktoren für eine drohende Zahlungsunfähigkeit ausschlaggebend sind. Eine hohe Staatsschuldenquote kann sich auf die Handlungsfähigkeit der Regierung negativ auswirken und sollte demnach vermieden werden. Die Bedeutung der Auslandsverschuldung ist in den beiden Untersuchungen auch dadurch gekennzeichnet, dass die Wichtigkeit dieser Variable im Vergleich zu allen anderen an erster Stelle liegt. 6.4, Externe Schocks: Als sogenannte externe Schocks werden Angebots- und Nachfrageveränderungen drastischen Ausmaßes bezeichnet. Diese können sich negativ auf die Zahlungsbilanzen der betroffenen Länder auswirken und damit eine erhöhte Schuldaufnahme erzwingen. Die Verschuldungsproblematik vieler Entwicklungsländer während der 1970er und 1980er Jahre lässt sich beispielhaft für einige externe Ursachen aufzählen. Externe Schocks lassen sich nach Schlichting (1997) hauptsächlich auf folgende Ursachen aufteilen: - Ölpreiserhöhungen: Zwischen Anfang 1970 und Anfang 1980 stieg der Preis für Rohöl von ca. 2 US-$ auf ca. 35 US-$ pro Barrel. Dieser sehr starke Preisanstieg führte vor allem bei vielen Entwicklungs- und Schwellenländern zu großen Belastungen ihrer Zahlungsbilanzen. Dadurch waren die betroffenen Staaten gezwungen mehr Kredit aufzunehmen, da Rohöl nur sehr schwer substituiert werden konnte. Der Mitte der 80er Jahre einsetzende Preisverfall führe bei erdölex

Weiterlesen weniger lesen

Kundenbewertungen