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Legitimierungsprozess junger VC-finanzierter Unternehmen Eine empirische Studie zur organisationalen Reputation von Brink, Siegrun (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 08.10.2009
  • Verlag: Kohlhammer
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Legitimierungsprozess junger VC-finanzierter Unternehmen

Junge Unternehmen werden als zentrale Initiatoren bei der Entwicklung bedeutender Innovationen und gesamtwirtschaftlicher Wachstumsimpulse betrachtet. Zugleich ist aber die Überlebenswahrscheinlichkeit junger Unternehmen mitunter recht gering. Vor diesem Hintergrund wird untersucht, ob die Finanzierung eines jungen Unternehmens mit Wagniskapital (Venture Capital, VC) zur Reduktion der Mortalitätswahrscheinlichkeit beitragen kann und welche Bedeutung dieser Finanzierungsform für die Entwicklung der Reputation junger Unternehmen im Rahmen der unternehmerischen Legitimierung zukommt. In Anlehnung an die bestehende Forschung zum Themenkomplex VC besteht das Ziel darin, die Erkenntnisse der wissenschaftlichen Legitimationsforschung weiterzuentwickeln und für junge Unternehmen nutzbar zu machen.

Dr. Siegrun Brink ist wissenschaftliche Mitarbeiterin am Lehrstuhl für Betriebswirtschaftslehre, insb. Personalmanagement und Organisation an der Universität Wuppertal.

Produktinformationen

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Legitimierungsprozess junger VC-finanzierter Unternehmen

1 Einleitung

Die Gründer junger innovativer Unternehmen sind die Initiatoren eines unternehmerischen Prozesses, der in die Entwicklung bedeutender Innovationen, Wachstumsimpulse und in die Schaffung neuer Arbeitsplätze münden kann. Picot et al. (1989, S. 1) formuliert en: "Erfolgreiche innovative Unternehmensgründungen sind eine wesentliche Quelle für die Erhaltung und Weiterentwicklung offener Volkswirtschaften". Schumpeter (1934, S. 100) bezeichnet die Gründer derartiger Unternehmen als Pionierunternehmer, die durch die Entdeckung und Ausnutzung unternehmerischer Handlungsfelder grundlegende Innovationen schaffen und damit ganze Branchen verändern und wirtschaftliche Entwicklungen anstoßen. Als wesensbestimmendes Element sieht Schumpeter (1934, S. 99f.) die Durchsetzung neuer Kombinationen, durch die eine neue bzw. in wesentlichen Komponenten bisher nicht existierende Wirtschaftseinheit geschaffen wird. Die Schaffung eines neuen Gutes bzw. eines Gutes in neuer Qualität, die Anwendung einer neuen Produktionsmethode, die Erschließung eines neuen Marktes und die Nutzung neuer Bezugsquellen für Produktionsfaktoren bezeichnen nach Schumpeter (1934) ebenso die Durchsetzung einer neuen Kombination wie die Durchsetzung einer auf die Marktverhältnisse bezogenen Neuorganisation (vgl. Szyperski/Nathusius 1999, S. 25). Entsprechend kommt diesen Unternehmen sowohl aus betriebwirtschaftlicher als auch aus volkswirtschaftlicher Perspektive eine außergewöhnliche Bedeutung für die Förderung der wirtschaftlichen Entwicklungen zu.

Während bereits bestehende und etablierte Unternehmen rapide Veränderungen ablehnen und der Kontinuität den Vorzug geben, streben junge innovative Unternehmen als 'Unruhestifter' Änderungen und Weiterentwicklungen an. Technologien und Märkte werden so durch junge innovative Unternehmen in Bewegung gehalten und für bereits bestehende und etablierte Unternehmen unvorhersehbar gemacht. Um der latenten Gefahr erheblicher Veränderungen und Machtverschiebungen zu begegnen, versuchen etablierte Unternehmen, jungen Unternehmen den Marktzutritt zu verwehren (vgl. Szyperski/Nathusius 1999, S. 18). Entsprechend ist die Mortabilität junger Unternehmen in den ersten drei Jahren überaus hoch. Es wird von Sterblichkeitsraten jung er Unternehmen ausgegangen, die zwischen 40 % und 50 % liegen (vgl. Bates 1995, S. 29; Zimmerman/Zeitz 2002, S. 414; Van Praag 2003, S. 1; Forsyth 2005, S. 429). Timmons / Bygrave (1986, S. 163) gehen sogar davon aus, dass 80 % bis 90 % der jungen Unternehmen scheitern.

Zur Klärung der Frage, warum einige junge Unternehmen überleben und andere nicht, greifen Wissenschaftler traditionell auf Aspekte wie Finanzierungsstrategien und Kreativität zurück, aber auch die Persönlichkeitseigenschaften der Gründer werden zur Begründung angeführt (vgl. Fallgatter 2002, S. 75ff.; siehe auch Barney 1991). Einen anderen Erklärungsansatz für das Scheitern vieler junger Unternehmen bietet das Fehlen gesellschaftlicher Akzeptanz der neuen und oftmals sehr innovativen Unternehmenskonzepte. Dieser Erklärungsansatz wird bereits seit Längerem in der angelsächsischen Literatur unter dem Phänomen der organisationalen Legitimität diskutiert (vgl. u. a. Dowling/Pfeffer 1975; Ashforth/Gibbs 1990; Aldrich/Fiol 1994; Suchman 1995; Zimmerman /Zeitz 2002; Aldrich/Ruef 2007). Organisationale Legitimität meint die Anerkennung bzw. Akzeptanz der Aktivitäten eines Unternehmens durch deren Umwelt (vgl. Suchman 1995, S. 574f.). Das Ausmaß der Legitimierung eines Unternehmens wird dabei als entscheidend für den Zugriff auf die zwingend benötigten Ressourcen angesehen und damit als ein wesentlicher Faktor für das Überleben und den Erfolg eines Unternehmens eingestuft (vgl. Parsons 1960; Dowling/Pfeffer 1975; Suchman 1995; Lounsbury/Glynn 2001; Sheperd/Zacharakis 2003).

Die Bedeutung der organisationalen Legitimität stellt sich

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