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Nicht-hierarchische Koordination von Gruppen unter Berücksichtigug der Interdependenzproblematik von Bürkle, Ralf (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 23.04.2012
  • Verlag: Examicus Verlag
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Nicht-hierarchische Koordination von Gruppen unter Berücksichtigug der Interdependenzproblematik

Diplomarbeit aus dem Jahr 1998 im Fachbereich BWL - Personal und Organisation, Note: 1.5, Johannes Gutenberg-Universität Mainz, Sprache: Deutsch, Abstract: 1.2. Aufbau der Arbeit Im Zentrum der Beobachtungen sollen Gruppen stehen, die unter den Objekten sozialwissenschaftlicher Forschung als intermediärer Aggregatzustand zwischen dem Individuum und der Institution einzuordnen sind. In Kapitel 2 wird zunächst eine umfassende und zweckmäßige Definition des Gruppenbegriffs gegeben. Außerdem werden die verschiedenen Möglichkeiten der Klassifizierung von Gruppen aufgezeigt und die Erklärungsansätze für die Genese von Gruppen in Organisationen be-schrieben. Da sich Gruppen in Bezug auf Handlungen und das Entscheidungs-verhalten oft in erheblichem Maße von Individuen unterscheiden, werden danach die wichtigsten empirischen Befunde zum Gruppenverhalten dargestellt. Die Ursachen und Formen von Interdependenzen, die der eigentliche Auslöser für die Notwendigkeit von Koordination in komplexen Organisationen sind, werden in Kapitel 3 beleuchtet. Die Wirkungen von Interdependenzen auf das Verhalten interagierender Gruppen werden anschließend auf die Grundmuster Kooperation, Konkurrenz und Konflikt reduziert. Kapitel 4 wendet sich der Koordination als einem der Grundprobleme betriebswirtschaftlicher Forschungsbemühungen zu. Der Skizzierung der Notwendigkeit und Ursachen von Koordination in Organisationen sowie der Dimensionen des Koordinationsbegriffs folgt eine Diskussion der von unterschiedlichen betriebswirtschaftlichen Forschungsrichtungen gegebenen Erklärungs- und Lösungsansätze der Koordinationsproblematik. Da die Hierarchie von vielen Autoren als Grundform der Koordination bezeichnet wird, ist ihr Kapitel 5 gewidmet. Nach einer Begriffsdefinition sowie der Beschreibung der Entstehungsvermutungen, Kennzeichen und Ausprägungen von Hierarchie soll veranschaulicht werden, warum hierarchische Strukturen in zahlreichen betriebswirtschaftlichen Schriften in die Kritik geraten sind und wo möglicherweise ihre Grenzen liegen. Drei ausgewählte Ansätze zur Abgrenzung und Kategorisierung nicht-hierarchischer Koordinationsmechanismen werden in Kapitel 6 ausführlich vorgestellt und diskutiert. Aufbauend auf dem Schema Schäffers2, der als Grundausprägungen nicht-hierarchischer Koordination in Organisationen die Selbstabstimmung und den Markt identifiziert, bilden in Kapitel 7 die Vorstellung und Beurteilung von verschiedenen Möglichkeiten der Team- und Gruppenarbeit, von Gremien, Netzwerken sowie internen Märkten als organisatorische Ansätze nicht-hierarchischer Koordination sowie ein Ausblick (Kapitel 8) den Abschluß der Arbeit.

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: AdobeDRM
    Seitenzahl: 101
    Erscheinungsdatum: 23.04.2012
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783656995715
    Verlag: Examicus Verlag
    Serie: Akademische Schriftenreihe Bd.V185170
    Größe: 419 kBytes
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Nicht-hierarchische Koordination von Gruppen unter Berücksichtigug der Interdependenzproblematik

2. Gruppen als Erkenntnisobjekt verhaltenswissenschaftlicher Forschung

Obgleich "Gruppen so alt wie die Menschheit selbst" [3] sind, ist der Ausdruck Gruppe in seiner heutigen Bedeutung in der deutschen Sprache relativ neu. Erst Anfang des 18. Jahrhunderts wurde er aus dem Italienischen und Französischen übernommen. Diese Tatsache verhindert freilich nicht, daß in der heutigen Zeit die Verwendungshäufigkeit und Bedeutungsvielfalt des Gruppenbegriffs in verschiedenen Wissenschaftsdisziplinen eine allgemeingültige Definition kaum möglich machen. Ziel der vorliegenden Arbeit kann es somit nur sein, einen zweckmäßigen, der Fragestellung angepaßten Konstruktionsbegriff zu liefern.

2.1. Definition des Gruppenbegriffs

Im weiteren wird von Gruppen gesprochen, wenn diese folgende Merkmale aufweisen:

Personenmehrheit : Weitgehend Einigkeit herrscht in der Fachliteratur darüber, daß eine Dyade (Zweipersonengruppe) noch keine Gruppe im sozialwissenschaftlichen Sinne ist, da in ihr einige "bedeutsame sozialpsychologische Phänomene wie z.B. Koalitionsbildung oder Mehrheitsentscheidung" [4] nicht auftreten können. Schwieriger ist die Festlegung einer Obergrenze der Personenzahl, bei deren Überschreiten nicht mehr von dem Aggregatzustand einer Gruppe, sondern von einer Institution oder Masse gesprochen werden muß. Das Gros der Autoren nennt in diesem Zusammenhang keine konkreten Zahlen, sondern führt die Überschaubarkeit und die Möglichkeit der direkten, unmittelbaren Interaktion zwischen den Gruppenmitgliedern als Kriterien an.

Direkte interne Interaktion : Den Mitgliedern muß es möglich sein, mit jedem anderen Gruppenmitglied direkt in Kontakt zu treten. In der Regel ist diese Interaktion an Interdependenzbeziehungen zwischen den Gruppenmitgliedern gekoppelt. Keine Angabe findet sich in der Fachliteratur über das minimal notwendige Ausmaß der Interaktion.

Gemeinsames Ziel oder Motiv : Zielorientierung gilt als allgemeine Eigenschaft sozialen Handelns und strukturiert daher auch jedes Miteinander in Gruppen. Schütz [5] stellt allerdings fest, "daß der Zielbegriff in der gängigen sozialpsychologisch orientierten Gruppenliteratur eine eher untergeordnete Rolle spielt und häufig nur marginal vorkommt." Er führt dies auf die Tatsache zurück, daß sich kaum eine allgemeine Aussage darüber treffen läßt, wie Gruppen mit ihren Zielen umgehen. Auch die Frage nach der Zielgewinnung von Gruppen ist nur schwer und nicht eindeutig zu beantworten. Oft werden Ziele und Motive erst während oder nach der Gruppengründung konstituiert. Überdies können sie auf höchst unterschiedliche Weise - zum Beispiel durch Kompromiß, &nbs

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