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Der schöne Schein Warum Geld doch nicht schmutzig ist von Hiller von Gaertringen, Christian (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 01.03.2011
  • Verlag: Frankfurter Allgemeine Buch
eBook (ePUB)
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Der schöne Schein

Schnöder Mammon oder glitzerndes Gold? 'Geld ist schmutzig', lernen wir als Kinder, wenn wir unsere ersten Erfahrungen mit Geld sammeln und erstmals eine Münze in den Mund stecken. Seitdem ist für viele das Verhältnis zu Geld gestört. Geld ist eines der wenigen Produkte in unserem Wirtschaftsleben, das allein der menschlichen Gedankenwelt entspringt. Angeblich macht es unser Leben einfacher und rational. Tatsächlich jedoch ist Geld emotional besetzt wie kaum ein anderes Gut in unserem Leben. Wir übertragen auf Geld unsere Wünsche, Träume, Hoffnungen, Ängste. Die wenigsten haben ihre Finanzen im Griff. Denn Geld ist beides: Es soll uns von materiellen Sorgen erlösen und ist zugleich der Dämon, der uns beherrscht. F.A.Z.-Redakteur Christian Hiller von Gaertringen führt durch die Welt der Finanzen, durch Ökonomie und Religion, durch dunkle Vorstellungen der Magie, Märchen, Sagen und Mythen. Dabei zeigt er Wege auf, wie jeder zu einem lockeren Umgang mit Geld finden kann. Über das Geld in der Welt der Finanzen, in Märchen, Mythen und Religionen. Ein charmantes Lesebuch für alle, die mehr über Geld wissen möchten.

Christian Hiller von Gaertringen ist Wirtschaftsredakteur der 'Frankfurter Allgemeinen Zeitung' und schreibt seit vielen Jahren über Finanzen, Geldanlage und Börse. Er studierte Wirtschaftswissenschaften an der Wirtschaftsuniversität Wien und an der Université Lumière Lyon 2.

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: none
    Seitenzahl: 224
    Erscheinungsdatum: 01.03.2011
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783899814866
    Verlag: Frankfurter Allgemeine Buch
    Größe: 960kBytes
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Der schöne Schein

Eine ungeklärte Beziehung

"Geld ist schmutzig", lautet meist die erste Erfahrung, die wir mit Geld machen - wenn wir als kleine Kinder versuchen, eine Geldmünze in den Mund zu nehmen, und unsere Eltern uns dies streng verbieten. So wird häufig schon der erste Versuch, unser Verhältnis zu Geld selbständig zu klären, im Ansatz unterbunden. Seitdem ist für viele die Beziehung zu Geld belastet.

Später erleben wir das Gefühl der Macht, das Geld uns verleiht, wenn wir das erste Mal mit unseren eigenen Münzen zum Kiosk gehen und uns ganz allein unsere Wünsche erfüllen, unseren ersten Comic kaufen, unsere ersten Abziehbildchen oder ein paar Süßigkeiten. Das erste Taschengeld unserer Eltern oder Großeltern ist der nächste Schritt ins Erwachsenwerden, in die finanzielle Autonomie. Die Höhe des Betrags ist zunächst zweitrangig. Allein die Tatsache, über unser eigenes Geld zu bestimmen, gibt uns ein Gefühl von Freiheit.

In den Folgejahren versuchen wir, einen angemessenen Umgang mit Geld zu lernen. Eigentlich ist es ja ganz einfach: Wir müssen nur darauf achten, dass unsere Ausgaben unsere Einnahmen nicht übersteigen. Und doch fällt vielen Menschen genau dies so unendlich schwer - und wenn es gelingt, dann häufig unter großen Anstrengungen. Mit Geld hat man gut hauszuhalten, Punkt. Doch die wenigsten lernen, wie man Ausgaben und Einnahmen in einem stabilen Gleichgewicht hält. Wem dies nicht ohne weiteres gelingt, gilt schnell als windig, verschwenderisch oder maßlos.
Eine überfrachtete Beziehung

Ein zwangloser Umgang mit Geld lässt sich jedoch erlernen. Dabei ist es nicht damit getan, buchhalterische Grundsätze zu pauken und diese auf das Privatleben zu übertragen. Denn unser Verhältnis zu Geld ist häufig überfrachtet mit unseren Wünschen, Sehnsüchten, Ängsten, Moralvorstellungen, religiösen Lehren und jeder Menge Vorurteilen. Die Vorstellungen, die wir übernehmen oder die wir in uns entwickeln, hindern uns häufig daran, ein ungezwungenes Verhältnis zu Geld zu entwickeln. Und diese stehen uns noch mehr im Weg als die Tücken der Rechnungslegung, wenn wir zu einem Leben finden wollen, in dem die finanziellen Aspekte einen angemessenen Stellenwert einnehmen.
Frei von aller Last

Allerdings bekamen wir als Kinder häufig die falschen Vorbilder präsentiert. Wir lachen über den berühmten "Hans im Glück" aus dem Märchen der Gebrüder Grimm, der angeblich ganz besonders einfältig war. Dabei ergeht es uns häufig ähnlich wie diesem: Als Lohn für sieben Jahre harte Arbeit erhielt Hans einen großen, schweren Klumpen Gold, mit dem er fröhlich loszog, um in die Heimat zurückzukehren. Er tauschte unterwegs den wertvollen Klumpen gegen ein Pferd, das Pferd gegen eine Kuh, die Kuh gegen ein Schwein, das Schwein gegen eine Gans und die Gans gegen einen Schleifstein mitsamt einem einfachen Feldstein.

Jedes seiner Geschäfte schien ihm vorteilhaft zu sein, ohne dass er merkte, wie sein Vermögen bei jeder Transaktion schwand. Am Ende wollte er einen Schluck Wasser trinken, und da fielen ihm die beiden schweren Steine auch noch in den Brunnen, so dass er am Ende mit leeren Händen da stand. Dass ihn jedes seiner Geschäfte ärmer machte, störte ihn in seiner Einfalt nicht, es wurde ihm noch nicht einmal bewusst: "So glücklich wie ich", rief er aus' "gibt es keinen Menschen unter der Sonne." Mit leichtem Herzen und frei von aller Last ging er nun fort, bis er daheim bei seiner Mutter ankam.

So endet das Märchen, und so wurde Hans im Glück zum Sinnbild all jener Menschen, die derart einfältig und sorglos mit Geld umgehen, dass sie für Geschäftemacher, die auf schnellen Profit bedacht sind, eine leichte Beute sind. Und dennoch leben sie wie Hans im Glück zufrieden mit dem Gefühl, dass sie "mit leichtem Herzen und frei von aller Last" zu Hause ankommen.

War Hans im Glück wirklich so einfältig? Am Ende hatte er doch alles erreicht, was wir uns wünschen, eines Tages, wenn wir

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