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Die Hölle im Kinderheim Auf ewig hinter seelischen Gittern von Wum, Renée (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 17.11.2016
  • Verlag: Books on Demand
eBook (ePUB)
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Die Hölle im Kinderheim

In ihrem Buch "Die Hölle im Kinderheim" befasst sich Renée Wum mit dem häufig und gerne verdrängten Thema des Kindesmissbrauchs durch Geistliche. In ihrem erschütternden Bericht lässt sie die Leidtragenden durch ein ehemaliges Heimkind selbst zu Wort kommen. Dutz, der Name ist ein schützendes Pseudonym, spricht über seine unvorstellbar grauenhafte Kindheit in einem katholischen Kinderheim in Luxemburg in den Fünfzigerjahren. Er erzählt von den qualvollen Nächten, der täglichen bestialischen Folter - und dem täglichen sexuellen Missbrauch, dem er und seine Leidensgenossen und -genossinnen ausgesetzt waren. Ihre Verbrechen haben die verschiedenen Heime - auch mit Hilfe öffentlicher Stellen - bestens untereinander organisiert. Zurück bleiben in den Tod getriebene Kinder und, wenn sie überleben, schwer traumatisierte Erwachsene, denen die Anerkennung ihres Leides bis heute verweigert wird, weil sich die Verantwortlichen wegducken.

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: watermark
    Seitenzahl: 232
    Erscheinungsdatum: 17.11.2016
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783743121508
    Verlag: Books on Demand
    Größe: 489kBytes
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Die Hölle im Kinderheim

ALBTRAUM SCHULE

An diesen ersten Schultag nach den Sommerferien erinnerte er sich ganz genau. Seit sechs Wochen war er jetzt schon im Heim und hatte seine Mutter seither nicht mehr gesehen. In aller Herrgottsfrüh mussten die Kinder aufstehen, die schulpflichtig waren. Die Glocke schrillte im Schlafsaal Punkt halb sechs. Schwester Elisabeth, die mit den Kindern im selben Raum übernachtete, warf die Decken von den Betten der Kinder und schrie: "Aufstehen und anziehen!" Dutz kroch aus seinem Bett und zog die Kleider an, die man ihm für diesen ersten Tag überreicht hatte. Eine Heimkleidung hatte er noch nicht bekommen. Sie stellten sich in einer Reihe auf, dann ging es noch vor dem Frühstück eine Treppe runter und zur Kapelle zur Morgenmesse. Im Esssaal gab es dann diesen pappigen Brei, den Dutz so hasste. Zu Fuß machte er sich mit Pitti, Jan und Fanni auf den Schulweg. Das eiserne Tor wurde für die Schüler aufgesperrt und sie gingen die gepflasterte, kurvenreiche Straße hinunter, zehn Minuten Fußmarsch, und kamen zwanzig Minuten vor acht bei der Schule an.

Vor dem Hauptgebäude befand sich ein großer Platz, der Schulhof war mit Bänken und daneben stehenden Papierkörben ausgestattet. Auf den Wegen zum Schulgebäude hin hatten sich Pfützen gebildet wegen des seit Tagen andauernden Regens. Es dauerte keine zwei Minuten und schon landete Pitti bäuchlings in der Pfütze. "Welch ein Glück", dachte Dutz, "dass ich das nicht war."

An diesem ersten Schultag standen alle Schüler im Schulhof und warteten auf die Lehrerinnen und Lehrer. Vor allem aber warteten alle auf die Schulglocke, die den Beginn des Schulunterrichts einläutete.

Es machte den Kindern aus dem Heim Spaß so viele Kinder im Schulhof zu sehen - alle kamen in diese Schule. Viele waren in Begleitung ihrer Eltern, und alle diese Eltern trugen die neuen Schulranzen ihrer Erstklässler. Dutz und die anderen Heimkinder hatten keinen Schulranzen. Sie standen im Schulhof mit den "normalen" Schulkindern aus dem Dorf, diese in modischen passenden Kleidern. Sie schämten sich ihrer ärmlichen Kleidung. Am ersten Schultag hatten sich alle viel zu erzählen, von den Sommerferien, davon, was sie so alles erlebt hatten und was das neue Schuljahr bringen würde. Darauf waren sie sehr gespannt.

Dutz hörte den Kindern zu, alle waren sie froh, lachten. Er beneidete sie alle. Es waren viele da mit ihren Müttern, da die Väter an ihrem Arbeitsplatz waren. Am ersten Schultag sehnte er sich ganz besonders nach seiner Mutter, er hätte sie so gerne dabei gehabt.

"Wir haben eine Segeltour in Südfrankreich gemacht, alles in allem drei Wochen Sommerurlaub, alles so fantastisch, und die französische Küche ist so was Feines." Dutz stand verlegen daneben, als Lisa fragte:

"Und du, wo hast du denn die Ferien verbracht?"

Lisa stand bei ihren Eltern. Sie schienen alle auf eine Antwort zu warten und schauten Dutz dabei erwartungsvoll an.

Nun wurde er sehr verlegen, sagte nach kurzer Überlegung:

"Weißt du, wir können immer nur für eine Woche wegfahren, weil Papa nicht so lange Urlaub machen kann. In Holland waren wir mit unserem neuen Auto."

Lisa zeigte sich interessiert und fragte prompt: "Wer ist denn wir?" und wollte mehr wissen über diesen Urlaub mit dem neuen Auto. Dutz sagte stotternd: "Mein Vater, meine Mutter und mein Bruder, meine Familie halt!"

"Wo sind denn heute deine Eltern abgeblieben? Und dein Bruder, geht der in eine andere Schule?"

Elend fühlte er sich, seine eigene Antwort stimmte ihn traurig und er sagte sich: "Wenn Lisa wüsste, dass ich hinter diesen hohen grauen Mauern wohne, nicht so weit weg von der Schule, dann würde sie bestimmt nicht mehr mit ihm reden." Dass er überhaupt nicht wusste, wo seine Familie war, konnte er ihr nicht sagen. Ohne Antwort zu geben, drehte er sich um und ging zu "seiner" kleinen Gruppe, den Heimkindern.

Die Kinder aus dem Kinderheim kannten de

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