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Die Performance von Privatisierungen am Kapitalmarkt Langfristige Aktienkursentwicklung, Risiko und Ertragserwartungen ehemals staatlicher Unternehmen in Westeuropa von Ahnefeld, Martin A. (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 03.12.2007
  • Verlag: DUV Deutscher Universitäts-Verlag
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Die Performance von Privatisierungen am Kapitalmarkt

Martin Alexander Ahnefeld untersucht in drei empirischen Untersuchungen die langfristige Aktienkursperformance, das Risiko und die Ertragserwartungen von Finanzanalysten bei Privatisierungen am Kapitalmarkt und zeigt eine positive langfristige abnormale Aktienkursperformance auf. Diese lässt sich vor allem durch den Anstieg des Risikos und durch relativ pessimistische Ertragserwartungen erklären.

Dr. Martin Alexander Ahnefeld promovierte bei Prof. Dr. Dirk Schiereck am Stiftungslehrstuhl Bank- und Finanzmanagement der European Business School, Oestrich-Winkel.

Produktinformationen

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Die Performance von Privatisierungen am Kapitalmarkt

Teil 1: Grundlagen und bestehende Erkenntnisse zu Privatisierungen (S. 9)

2 Definitionen und institutionelle Grundlagen

Im Rahmen des folgenden Kapitels werden die zentralen Begriffe der vorliegenden Arbeit definiert, grundlegende Ziele, die mit Privatisierungen verfolgt werden, erläutert und die mit dem in dieser Arbeit gewählten Privatisierungsbegriff einhergehenden Privatisierungsmethoden beschrieben.

2.1 Begriffserläuterungen

Aufgrund der in der betriebswirtschaftlichen Forschung vielfältigen Verwendung ist die Definition des Begriffs "Privatisierung" und die Differenzierung der unterschiedlichen Formen von Privatisierung für diese Arbeit von zentraler Bedeutung. Um die Privatisierung von anderen Maßnahmen der Entstaatlichung abzugrenzen, werden zusätzlich die Begriffe der Liberalisierung und der Deregulierung erläutert.

2.1.1 Definition der Privatisierung

Mit dem Begriff "Privatisierung" wird im weiteren Sinn ein Prozess beschrieben, der eine allgemeine Verlagerung staatlicher Aktivitäten in den privaten Bereich beinhaltet. Neben dieser weiten Begriffsbestimmung bestehen in der Fachliteratur zahlreiche differenziertere Definitionen, die sich z.T. deutlich unterscheiden. Die vorliegende Arbeit stützt sich auf eine eigentumsorientierte Begriffsdefinition, bei der die "Übertragung von bislang öffentlichen Verfügungsrechten an Private bis hin zur vollständigen Abgabe" als Privatisierung definiert wird.

Dabei wird angenommen, dass sich die Verfügungsrechte an die Unternehmensanteile binden, so dass Privatisierung als Übertragung von Unternehmensanteilen vom Staat oder - allgemein - der öffentlichen Hand an private Eigentümer verstanden wird. Einhergehend mit dieser Definition werden bei privaten Unternehmen die Unternehmensanteile und somit die Verfügungsrechte von privaten Eigentümern gehalten. Bei öffentlichen oder auch staatlichen Unternehmen liegen die Verfügungsrechte bei der öffentlichen Hand.

2.1.2 Formen der Privatisierung

Um die mit oben genannter Definition einhergehende Form der Privatisierung von anderen Maßnahmen, die in der Fachliteratur als Privatisierung bezeichnet werden, abzugrenzen, werden in diesem Abschnitt die verschiedenen Formen der Privatisierung betrachtet. Eine Gliederung der unterschiedlichen Privatisierungsformen lässt sich nach Blankart (1993) entweder aus angebotsorientierter oder aus eigentumsorientierter Perspektive vornehmen. Eine angebotsorientierte Systematisierung findet sich z.B. bei Kraus (1997), Weiß (2002) und Snethlage (1999).

Kraus (1997) strukturiert die Privatisierungsformen nach der Leistungserstellung aus einem organisationsbezogenen Blickwinkel, bei dem unterschiedliche wettbewerbliche Marktformen Berücksichtigung finden. Weiß (2002) nimmt die Kategorisierung aus juristischer Perspektive vor, bei der die Übertragung der Verantwortung für die Erfüllung bestimmter Aufgaben im Mittelpunkt steht. Für Snethlage (1999) hingegen bildet nicht die Übertragung der rechtlichen Verantwortlichkeit, sondern der Rückzug des Staates aus der direkten Leistungserstellung das wesentliche Unterscheidungskriterium.

Die Systematisierung der Privatisierungsformen nach Schneider und Dreer (1999) sowie Hamer und Gebhardt (1992) weisen eine eigentumsorientierte Perspektive auf. In beiden Gliederungsansätzen wird eine Unterteilung der Privatisierungsformen in Vermögens- und Leistungs- bzw. Aufgabenprivatisierung vorgenommen, wobei Schneider und Dreer (1999) die Leistungserstellung stärker berücksichtigen. Die Kategorisierung nach Hamer und Gebhardt (1992) entspricht der verfügungsrechtlichen Perspektive der Privatisierungsdefinition in dieser Arbeit und wird im Folgenden vorgestellt.

Für die Gliederung der Privatisierungsformen nehmen Hamer und Gebhardt (1992) primär eine Unterteilung in Vermögens- und Aufgabenprivatis

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