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Du bist, was du hörst Musiklabels als Wegweiser im digitalen Zeitalter von Sin, Jeong-Won (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 18.06.2014
  • Verlag: Campus Verlag
eBook (PDF)
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Du bist, was du hörst

Sub Pop, Motown, Deutsche Grammophon: Diese Musiklabels werden nicht nur von Liebhabern mit bestimmten Künstlern, einem besonderen Sound oder gar einer ganzen Jugendbewegung in Verbindung gebracht. Jeong-Won Sin fragt nach der Bedeutung, die ein Label in Zeiten der Digitalisierung haben kann. Wie schafft es ein Label, eine eigene Identität zu entwickeln? Auf welche Weise kann es dem Kunden Orientierung bieten? Der Bedarf danach ist mehr denn je vorhanden, da auf Portalen wie Spotify oder iTunes jederzeit eine so große Auswahl an Musik wie nie zuvor zur Verfügung steht. Aufbauend auf der Genretheorie sowie Markenführungsansätzen demonstriert Sin anhand zahlreicher Praxisbeispiele und Interviews mit namhaften Musikexperten und Künstlern, auf welche Weise Labels für die unterschiedlichen Zielgruppen zu einem Wegweiser werden können. Jeong-Won Sin, Dr. phil., ist Head of Sales im digitalen Vertrieb bei Universal Music. Er verantwortet das Geschäft mit allen Download-Portalen von iTunes über Amazon bis Google Play.

Produktinformationen

    Format: PDF
    Kopierschutz: watermark
    Seitenzahl: 427
    Erscheinungsdatum: 18.06.2014
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783593422916
    Verlag: Campus Verlag
    Größe: 4997 kBytes
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Du bist, was du hörst

1. Einleitung
Universal, Sony, Warner - diese Namen hat man sicherlich schon oft ge-hört. Man weiß, dass es sich um Medienunternehmen handelt. Vielleicht weiß man auch, dass sie eigene Musiksparten führen. Aber welche Künstler gehören zu welcher Firma? Hat eines dieser Labels vielleicht gar ein Musikgenre geprägt? Was unterscheidet sie? Darauf haben nur sehr wenige Menschen eine passende Antwort.
Motown, Deutsche Grammophon, Blue Note - mit diesen Namen verbinden die meisten Musikinteressierten dagegen direkt jeweils ein be-stimmtes Genre, nämlich Soul, Klassik und Jazz.
Sub Pop, Nuclear Blast, Ninja Tune - diese Labels stehen bei Fans der jeweiligen Musikrichtung eindeutig für die Genres Grunge/Independent (Indie), Metal, bzw. elektronische Musik. Nicht jeder Musik-Fan kann jedoch auf Anhieb sagen, für welche Richtung sie stehen.
Umgekehrt sind Namen wie Jackson 5, Herbert von Karajan oder auch Nirvana für Musikbegeisterte fest mit einem Label - Motown, Deutsche Grammophon und Sub Pop - verbunden, auch wenn sie vielleicht gar nicht ihre gesamte Karriere über bei diesem Label unter Vertrag gewesen sind.
Doch warum klingelt es bei diesen Namen, während Universal, Sony oder Warner keine eindeutigen Genrebezüge hervorrufen? Welcher Kon-sument verbindet mit ABBA Universal, mit Bob Dylan Sony und mit The Doors sofort Warner? Wie kommt es, dass man bei einigen Musikunternehmen gleich eine Assoziation im Kopf hat? Sei es eine bestimmte Band, eine Musikrichtung, ein besonderer Sound oder gar eine ganze Jugendbewegung. Weshalb sind kleine Plattenläden, die sich auf bestimmte Musikrichtungen spezialisiert haben, oft nach Labels sortiert, wie es bei Elektro- und Indie-Shops häufig der Fall ist?
Aus diesen Ausführungen ergibt sich die Fragestellung, aus welchen Gründen und auf welche Weise ein Label für bestimmte Zielgruppen Be-deutung erlangen und sogar zu einem Orientierungsfaktor werden kann.
In dieser Arbeit wird die Rolle von Labels als Wegweiser gegenüber den unterschiedlichen Nachfragergruppen im digitalen Zeitalter behandelt. Das Ziel ist es, die Bedingungen herauszustellen, unter denen sich ein Label mithilfe der Orientierungsinstrumente Genretheorie und Markenführungsansätzen profilieren kann, um sich im Markt zu positionieren. Darauf aufbauend wird die praktische Umsetzung dieser Potenziale untersucht. Ein besonderes Augenmerk wird auf die veränderten Rahmenbedingungen im Zuge der Digitalisierung gerichtet. Es handelt sich um eine theoretische Arbeit mit historischen Hintergründen.
Der Begriff Label wird häufig synonym mit dem Wort Plattenfirmen verwendet. Auch wenn heute nur noch ein geringer Teil des Umsatzes mit tatsächlichen Platten gemacht wird, hat sich der Begriff Plattenfirma gehalten. Alternativ sagt man heute auch Musikfirma. Labels sind ein Teil der Musikindustrie, die wiederum zur Kulturindustrie gehört. Den Konsu-menten gegenüber agieren Labels meist im Hintergrund, während sie ge-genüber den Künstlern, Händlern und Medien eine deutlich präsentere Rolle einnehmen.
Während es zur allgemeinen Thematik der Musikindustrie zahlreiche wissenschaftliche Arbeiten, vor allem aus dem wirtschaftlichen und kul-turwissenschaftlichen Bereich gibt, sind Plattenfirmen in der wissenschaft-lichen Literatur kaum als einzelnes Objekt untersucht worden, sondern meist nur als Bestandteil der Musikindustrie. Ihre Rolle auf dem Musik-markt ist bis auf wenige deskriptive Ansätze weitestgehend unerforscht. Auch einzelne, historisch bedeutsame Labels oder ihre Gründer sind in der Regel lediglich porträtiert worden.
Es ist verwunderlich, dass das Orientierungspotenzial von Labels bis-lang in der Forschung vernachlässigt worden ist, da Labels geeignete Grundvoraussetzungen mitbringen, um einen Fixpunkt für verschiedene Nachfragergruppen darzustellen. Schließlich können sie sich über ihre musikalische Ausrichtung auf dem Tonträgermarkt positionieren und/oder sich über ein Image einen Markt g

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