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Afrika ist das neue Asien Ein Kontinent im Aufschwung von Hiller von Gaertringen, Christian (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 16.09.2014
  • Verlag: Hoffmann und Campe Verlag
eBook (ePUB)
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Afrika ist das neue Asien

Deutschlands Perspektive auf den afrikanischen Kontinent ist verzerrt: Im Vordergrund stehen Kriege und Krisen, Katastrophen und Krankheiten. Doch unbemerkt von der breiten Öffentlichkeit erleben viele afrikanische Staaten einen beispiellosen Wirtschaftsboom und Innovationsschub. Auf seinen Reisen in viele afrikanische Länder hat Christian Hiller von Gaertringen das Entstehen einer neuen, selbstbewussten Mittelschicht beobachtet: Zahllose Start-up-Unternehmen arbeiten erfolgreich, Ausbildungsverhältnisse haben sich teils massiv gebessert, und es gibt völlig neue Aufstiegschancen. Die deutsche Wirtschaft läuft Gefahr, diesen Aufschwung mit all seinen Chancen auf neue Handelsbeziehungen zu verpassen. - Ein Plädoyer für echte wirtschaftliche Zusammenarbeit statt Entwicklungshilfe.

Christian Hiller von Gaertringen geboren 1964 in Stuttgart, ist Redakteur der Frankfurter Allgemeinen Zeitung . Nach seinem Studium der Wirtschaftswissenschaften in Lyon und Wien arbeitete er als Wirtschaftsjournalist und Korrespondent für zahlreiche deutsche und französische Medien, darunter Die Welt , Frankfurter Rundschau , Le Monde und Wirtschaftswoche .

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: watermark
    Seitenzahl: 320
    Erscheinungsdatum: 16.09.2014
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783455851250
    Verlag: Hoffmann und Campe Verlag
    Größe: 709 kBytes
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Afrika ist das neue Asien

Ein überholtes Bild

Im deutschen Fernsehen lebt die Kolonialzeit weiter, als wäre diese ein Idyll gewesen und als wäre diese alte Welt nie untergegangen. Die Savanne, wilde Tiere und verwegene Abenteurer mit weichem Kern dienen da gerne als Kulisse für rührende Gefühlsdramen. Sie heißen Kein Himmel über Afrika , Mein Traum von Afrika , Das Traumhotel Afrika , Buschpiloten küsst man nicht oder Afrika, mon amour . Die Geschichten werden nach einem fast immer gleichen Schema erzählt: Eine weiße Frau landet in Afrika, um den armen, aber glücklichen Menschen dort zu helfen und sich dabei nach einer großen Enttäuschung selbst zu finden. Am Anfang ist es schwer, zum Verzweifeln schwer, sich in diese Wildnis einzufinden. Doch dann verliebt sich die weiße Frau – nein, selbstverständlich nicht in einen Afrikaner, sondern meist in den weißen Abenteurer oder den Chefarzt der Buschklinik.

In der ZDF -Produktion Wohin mein Herz mich trägt lebt eine 80 Jahre alte Deutsche glücklich auf ihrer Farm in Namibia, als wäre das Kolonialregime des Deutschen Kaiserreichs nie zu Ende gegangen. Umringt von freundlichen, stets dienstbereiten Schwarzen und einer Vielzahl von Kindern, die fröhlich in dieser Kolonialidylle leben, sorgt sie sich um ihre Farm. Da reist ihre längst erwachsene Enkelin zu ihr, um den Ort ihrer glücklichen Kindheit zu besuchen – und trifft ihre große Liebe wieder. Hans heißt der Mann, der in der Zwischenzeit geheiratet hat, und seine Frau ist durch einen tragischen Unfall an den Rollstuhl gefesselt. "Mit jedem Tag, den Antonia länger auf der Farm bleibt, gewinnt die Liebe zu Hans neue Kraft – doch beide wissen, dass ihre Liebe nicht wieder auflodern darf", heißt es in der offiziellen Filmbeschreibung. Erst nach vielen Verwicklungen finden die beiden doch wieder zueinander.

Keine deutsche Schauspielerin von Rang scheint das Genre Afrika-Schnulze in ihrer Laufbahn auszulassen: Veronica Ferres, Iris Berben, Alexandra Neldel, Jutta Speidel oder Christine Neubauer – sie alle haben ihre Rolle in diesem Repertoire.

Das deutsche Afrika-Bild hat sich trotz der Verwicklungen seit dem Ende der deutschen Kolonialzeit nach dem Ersten Weltkrieg erstaunlich gut gehalten. Viele der alten Klischees leben bis heute fort, immer wieder neu belebt von Afrika-Romanen und Fernsehromanzen, von Spendenorganisationen und Tierfilmern. Das deutsche Afrika setzt sich zusammen aus Strohhütten, dem Staub der Savanne, der schwülen Hitze von Tropenwäldern, Wasserfällen, wilden Tieren und armen Kindern, von Hunger, tropischen Krankheiten, Epidemien, Kindersoldaten und brutalen Mördern.

Es ist ein sehr einseitiges Bild, das den Deutschen den Blick auf den Aufschwung verstellt, der den Kontinent erfasst hat. Auf unserem Nachbarkontinent im Süden, der von Europa nur durch die schmale Straße von Gibraltar getrennt ist, gehen seit mehr als zehn Jahren Veränderungen vor sich, wie sie die 54 offiziell anerkannten Staaten dieses Kontinents seit ihrer Unabhängigkeit nicht erlebt haben. Mit einer wirtschaftlichen Dynamik, die noch vor 20 Jahren wohl niemand für möglich gehalten hätte, ist der Kontinent dabei, wirtschaftlich zu jenen Ländern aufzuschließen, die wir gerne als entwickelte bezeichnen. In Afrika entstehen gerade die Schwellenmärkte der nahen Zukunft. Begleitet von einem spürbaren Rückgang der bewaffneten Konflikte, einer Verbesserung der politischen Regime und höherer Rechtssicherheit wächst Jahr für Jahr der Wohlstand auf diesem Kontinent.

Afrika ist dabei, die unglaubliche Wachstumsges

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