text.skipToContent text.skipToNavigation
background-image

China Knigge Business und Interkulturelle Kommunikation von Diekmann, Edith (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 22.05.2015
  • Verlag: Verlag C.H.Beck
eBook (ePUB)
14,99 €
inkl. gesetzl. MwSt.
Sofort per Download lieferbar

Online verfügbar

China Knigge

Zum Buch Mysterium China? Die politische und wirtschaftliche Verflechtung Chinas mit anderen Weltmächten wächst nach wie vor, der Ausbau strategischer Partnerschaften wird stetig vorangetrieben. Aber wie sieht es aus, das Miteinander der Gesellschaften im Globalisierungsprozess? Dieser Ratgeber bietet einen Überblick über die Bandbreite chinesischer Verhaltenstraditionen im Alltags- und Geschäftsleben und zeigt - in der Gegenüber-stellung zum abendländischen Kulturkreis -, auf welchen Denkmustern diese beruhen. Neben seiner praktischen Anwendbarkeit in Fragen von Etikette und Business Behaviour gibt der China-Knigge detaillierte Hinweise zum Verständnis von Cross-Cultural Communication. Zur Autorin Edith Diekmann verfügt als ehemalige Angehörige des Auswärtigen Amtes über profunde Kenntnisse in Interkultureller Kommunikation.

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: watermark
    Seitenzahl: 185
    Erscheinungsdatum: 22.05.2015
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783406677434
    Verlag: Verlag C.H.Beck
    Größe: 1228 kBytes
Weiterlesen weniger lesen

China Knigge

19 2. Kapitel

Philosophie

2.1 Einführung

In den vorangehenden Abschnitten haben wir mit Erläuterungen zu den Begriffen "Kultur" und "Kommunikation" zwei der Faktoren beschrieben, die zu den Ursachen deutsch-chinesischer Verständigungsschwierigkeiten zählen. Der nun folgende Teil beschäftigt sich mit dem Herzstück in Sachen Dialog der Kulturkreise: dem Vergleich zwischen westlicher und östlicher Philosophie oder besser gesagt, der Wiege unserer jeweiligen Geistestraditionen. Dabei haben wir aus Gründen der besseren Lesbarkeit den Begriff aus der abendländischen Antike gewählt ... Philosophie. Ein analog übersetzter Ausdruck existiert in der chinesischen Sprache nicht, das philosophische Tun hingegen schon; nur wird es in vielen Einzelbegriffen dargestellt, die unterschiedliche Ansätze in Denkweise und Geisteshaltung wiedergeben.

Wie soll die Verständigung zweier Kulturkreise harmonisch funktionieren, wenn ihre Philosophien auf differierenden oder sogar kontrastierenden Grundbegriffen aufbauen? Wenn "Gerechtigkeit" oder "Freiheit" oder "Seele" auf der einen Seite und "Natur" oder "Etikette" oder "Harmonie" auf der anderen Seite nicht in die jeweils andere Wertvorstellung übersetzt werden können? Diesen und anderen Fragen werden wir nachgehen und untersuchen, wann und warum die unterschiedlichen Denkmuster geprägt wurden und welchen Einfluss sie bis heute auf Alltags- und Geschäftskultur haben. 20 Zur Einstimmung in die Begriffswelten von Philosophie kommentieren drei Klassiker westlicher und östlicher Geistesgeschichte, worum es in ihrem Fachgebiet geht:

"Der Klügste ist der, der weiß, was er nicht weiß!"

Sokrates

"Denken und Sein werden vom Widerspruch bestimmt!"

Aristoteles

"Alle Dinge haben Zeiten des Vorangehens und Zeiten des Folgens, Zeiten des Flammens und Zeiten des Erkaltens, Zeiten der Kraft und Zeiten der Schwäche, Zeiten des Gewinnens und Zeiten des Verlierens. Deshalb meidet der Weise Übertreibungen, Maßlosigkeit und Überheblichkeit!"

Laotse
2.2 Abendländische Philosophie

2.2.1 Überblick

Ganz gleich, ob Sie für das Schulfach "Ethik und Geistesgeschichte" Begeisterung gezeigt haben oder ob Sie über den Sinn des Lebens lieber am Stammtisch diskutieren: das Erfragen und Forschen ist ein Urbedürfnis des Menschen; entsprechend vielfältig präsentieren sich die Aspekte, die uns bei der Deutung der Welt und unserer Existenz immer wieder beschäftigen. So werden in der Philosophie diejenigen Sachverhalte behandelt, die mit Hilfe der anderen bekannten Einzelwissenschaften (wie z. B. den Naturwissenschaften) nicht erklärt werden können: Begriffe wie Wahrheit, Gerechtigkeit, Gut und Böse, Weisheit oder Erkenntnis sind nur einige der großen themen, die im Laufe der Philosophiegeschichte aufgegriffen wurden; je nach Epoche verändern sich natürlich Blickwinkel und Gegenstand der Diskussion. Die Bandbreite philosophischen Gedankenguts seit der Antike über die Aufklärung bis hin zur Postmoderne lassen wir im folgenden Zusammenfassung Revue passieren:

Die Geburtsstunde der europäischen Geistesgeschichte wird auf das 6. Jahrhundert v. Chr. datiert, als man im antiken Griechenland begann, 21 die damaligen Erklärungsmodelle der Welt die so genannten Mythen - durch systematisches, wissenschaftlich strukturiertes Denken zu ersetzen. Die irrationalen Überlieferungen der Vorzeit hatten ausgedient; sie waren einfach nicht mehr kompatibel mit den vorherrschenden Lebensumständen und den kulturellen Fortschritten. Das geistige Klima hatte sich verändert; die politische, gesellschaftliche und kulturelle Wirklichkeit verlangte nach kritischem Hinterfragen herkömmlicher Traditionen und einem rationalen Einordnen von Erkenntnissen und Wahrheiten in ein anderes Denkmuster: eben dem Streben nach Weisheit, der Philosophie. Das radikale In-Frage-Stellen

Weiterlesen weniger lesen

Kundenbewertungen