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Geschichte der Weltwirtschaft Reclam Sachbuch von Allen, Robert C. (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 18.03.2015
  • Verlag: Reclam Verlag
eBook (ePUB)
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Geschichte der Weltwirtschaft

Von der Erfolgsgeschichte der westlichen Nationen seit der europäischen Expansion in der Frühen Neuzeit über die Entwicklung des Welthandels und die Industrialisierung im 19. Jahrhundert bis hin zum Aufstieg Asiens und den sogenannten 'Entwicklungsländern' beschreibt der Oxforder Wirtschaftshistoriker Robert C. Allen anschaulich und verständlich die Entstehung unserer globalen Wirtschaft in den letzten 500 Jahren. Im Zentrum steht dabei eine Frage, die auch für das 21. Jahrhundert nichts an ihrer Relevanz verloren hat: Warum sind einige Nationen so viel erfolgreicher und wohlhabender als andere?

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: watermark
    Seitenzahl: 200
    Erscheinungsdatum: 18.03.2015
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783159607443
    Verlag: Reclam Verlag
    Größe: 3303 kBytes
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Geschichte der Weltwirtschaft

1 Der große Entwicklungsunterschied

Wirtschaftsgeschichte ist die Königsdisziplin der Sozialwissenschaften. Ihr Gegenstand ist Der Wohlstand der Nationen. Untersuchung über das Wesen und die Ursachen des Volkswohlstandes , so der (deutsche) Titel von Adam Smiths berühmtem Buch. Ökonomen suchen nach den 'Gründen' dafür mittels einer Theorie der ökonomischen Entwicklung ohne Zeitdimension, während Wirtschaftshistoriker diese Gründe in einem dynamischen Prozess historischer Veränderung finden. Wirtschaftsgeschichte ist in jüngerer Zeit besonders spannend geworden, da die grundlegende Frage - 'Warum sind manche Länder reich und manche arm?' - inzwischen von globaler Bedeutung ist. Vor fünfzig Jahren lautete die Frage: 'Warum fand die Industrielle Revolution in England statt und nicht in Frankreich?' Forschungen über China, Indien und den Nahen Osten betonten die Dynamik, die diesen großen Zivilisationen der Welt zu eigen ist, und so müssen wir heutzutage fragen, warum das Wirtschaftswachstum in Europa begann und nicht in Asien oder Afrika.

Weiter zurückliegende Einkommensdaten sind nicht besonders zuverlässig, es scheint jedoch, dass um 1500 die Unterschiede im Wohlstand zwischen den Ländern gering waren. Die gegenwärtige Trennung von Arm und Reich entwickelte sich im wesentlichen, seit Vasco da Gama nach Indien segelte und Kolumbus Amerika entdeckte.

Wir können die letzten 500 Jahre in drei Perioden unterteilen. Die erste, die von 1500 bis etwa 1800 dauerte, war die merkantilistische Epoche . Sie begann mit den Reisen von Kolumbus und da Gama, die zu einer integrierten globalen Wirtschaft führten, und endete mit der Industriellen Revolution. Nord-, Mittel- und Südamerika wurden besiedelt und exportierten Silber, Zucker und Tabak; Afrikaner wurden als Sklaven nach Amerika zur Produktion dieser Güter verschickt; und Asien lieferte Gewürze, Textilien und Porzellan nach Europa. Die führenden europäischen Länder bemühten sich, ihren Handel zu steigern, indem sie Kolonien erwarben und durch Zölle und Kriege andere Länder vom Handel mit den Kolonien fernhielten. Europäische Industrieproduktion wurde zu Lasten der Kolonien gefördert, ökonomische Entwicklung im eigentlichen Sinn war jedoch kein Ziel.

Das änderte sich in der zweiten Periode des Aufholens im 19. Jahrhundert. Zur Zeit der Niederlage Napoleons bei Waterloo im Jahre 1815 hatte Großbritannien die Führungsrolle in der Industrie übernommen und überflügelte die anderen Länder im Wettbewerb. Westeuropa und die USA machten Wirtschaftsentwicklung zu ihrer Priorität und versuchten dies mit einem Standardrezept von vier politischen Maßnahmen zu erreichen: Errichtung eines einheitlichen nationalen Marktes durch die Abschaffung interner Zölle und den Aufbau einer Transportinfrastruktur; Einhebung externer Zölle zum Schutz der eigenen Industrie gegenüber der britischen Konkurrenz; Gründung von Banken zur Stabilisierung der Währung und zur Finanzierung der industriellen Investitionen; und schließlich die Einrichtung eines breiten Bildungssystems zur Verbesserung der Qualität der Arbeitskräfte. Diese politischen Maßnahmen waren in Westeuropa und Nordamerika erfolgreich, und die Länder in diesen Regionen bildeten gemeinsam mit Großbritannien den noch heute bestehenden Klub der reichen Nationen. Einige Länder Lateinamerikas haben diese Maßnahmen unvollständig und ohne großen Erfolg übernommen. Die britische Konkurrenz entindustrialisierte den Großteil Asiens, Afrika exportierte Palmöl, Kakao und Erze, nachdem der britische Sklavenhandel im Jahre 1807 beendet wurde.

Die politischen Maßnahmen, die in Westeuropa, vor allem in Deutschland, und in den USA erfolgreich waren, erwiesen sich im 20. Jahrhundert in den noch nicht entwickelten Ländern als weniger wirksam. Der Großteil der Technologie wird in den reichen Ländern erfunden, und diese entwickeln Technologien, welche immer mehr Kap

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