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Strukturwandel und die Dynamik von Abhängigkeiten Ein Theorieansatz und seine Illustration am deutschen Kabelnetzsektor von Kempf, Matthias (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 13.11.2007
  • Verlag: DUV Deutscher Universitäts-Verlag
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Strukturwandel und die Dynamik von Abhängigkeiten

Matthias Kempf verdeutlicht, dass die Positionierung eines Unternehmens in der Wertschöpfungskette nur optimiert werden kann, wenn die Unternehmen sämtliche marktlichen und politischen Abhängigkeiten in ihrem Umfeld in Betracht ziehen. Dr. Matthias Kempf promovierte bei Prof. Dr. Dres. h.c. Arnold Picot am Institut für Organisation der Universität München.

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Strukturwandel und die Dynamik von Abhängigkeiten

4 Koordiniertheit auf ökonomischen und politischen Märkten (S. 63-64)

Im vorangegangenen Kapitel wurde ein allgemeines Gerüst handlungsrelevanter Determinanten entwickelt und erklärt. Anhand dieser werden in diesem und im darauf folgenden Abschnitt die Struktur und die Dynamik institutionalisierter Koordinationsformen abgeleitet. Das Vorgehen orientiert sich dabei an der in Abbildung 1 illustrierten Segmentierung in verschiedene Gruppen von Mechanismen des Zwei- Ebenen-Modells. In Kapitel 0 wird mittels des soeben entwickelten Grundmodells die über Korrespondenzregeln verbundenen Makro-Mikro- und Mikro-Makro-Mechanismen erläutert, während im anschließenden fünften Kapitel die Wirkungsweise der Mikro-Mikro-Mechanismen, die den eigentlichen organisatorischen Wandel erzeugen, im Detail betrachtet wird. Im Fokus des vorliegenden Anschnitts steht damit die Analyse eines stabilen Zustands. Spezifischer ausgedrückt widmet sich das Kapitel der Frage, welche Koordinationsformen aus der Willensbildung ökonomischer und politischer Akteure resultieren, und zwar unter der Prämisse, dass die im vorangegangenen Kapitel ermittelten Determinanten für die Willensbildung der Unternehmen handlungsleitend sind.456

Stabilität besteht im Verständnis dieser Arbeit folglich dann, wenn Ziele und Strategien der Unternehmen mit den strukturellen Eigenschaften ihres Umfelds in Einklang stehen. Dieser Zustand wird als Koordiniertheit und im Hinblick darauf, dass er den Ausgangspunkt eines dynamischen Prozesses darstellt, als initiale Koordiniertheit457 bezeichnet. Das Kapitel gliedert sich in drei Abschnitte. Zunächst erfolgt die Ableitung und Erläuterung der Strukturen ökonomischer Märkte (Kapitel 4.1).

Im Anschluss daran werden in Abschnitt 4.2 die Beziehung und die Interaktion zwischen Unternehmen und den Institutionen der politischen Ebene erläutert. Der Integration der beiden Ebenen in ein vereinheitlichtes und analytisch untermauertes Modell erfolgt in Abschnitt 4.3.

4.1 Koordinationsformen auf ökonomischen Märkten

Unter den zahlreichen Ansätzen, die sich mit der Struktur der ökonomischen Leistungserstellung in arbeitsteiligen Systemen auseinandersetzen, finden sich einige Literaturbeiträge, die zur Erklärung der dabei auftretenden Organisationsformen auf die Konstrukte Abhängigkeit und Macht als konstituierende Variablen abheben und sich daher als Ausgangspunkt für die vorliegende Aufgabe besonders anbieten.458

Im Folgenden wird insbesondere auf den Überlegungen in der Arbeit von Tröndle (1987) aufgebaut. Tröndle nähert sich in seiner Arbeit der Organisation ökonomischer Tauschbeziehungen über den Begriff der Kooperation. Er unterscheidet diesbezüglich zwei Ausprägungen. In einer redistributiven Kooperation verfolgen die kooperierenden Akteure459 ein oder mehrere gemeinsame Ziele durch die Zusammenlegung von Ressourcen.

Der dabei in der Regel erwirtschaftete Mehrertrag gegenüber der Summe der Einzelerträge der Unternehmen in einer isolierten Vorgehensweise wird als Synergie oder Kooperationsrente bezeichnet und zwischen den Kooperationspartnern aufgeteilt. Dabei handelt es sich um ein klassisches Verteilungsproblem, das in der Regel Gegenstand ex ante verhandelter Verträge oder mündlicher Absprachen zwischen den Akteuren ist. In einer reziproken Kooperation hingegen verfolgen die Kooperationspartner meist unterschiedliche Ziele. Ihr liegt prinzipiell immer ein Tausch von Ressourcen zu Grunde, wie dies z.B. in einer Kunden-Lieferantenbeziehung der Fall ist.

Im Gegensatz zu redistributiven Kooperationen tauchen in reziproken die Verteilungsprobleme nicht im Zusammenhang mit der Verteilung der Kooperationsrente, sondern mit der Aufteilung der Wertschöpfung in Erscheinung.460 Gemeinsam ist beiden Formen, dass die Problematik von Kooperationen stets auf Verteilungsproblemen und wechselseitiger Zielinterdependenz der Partner beruht. Da Koop

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