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Die disziplinierte Freiheit Eine neue Balance von Markt und Staat von Hüther, Michael (eBook)

  • Verlag: Murmann Publishers
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Die disziplinierte Freiheit

Die wirklich große Herausforderung für die Wirtschaftspolitik ist nicht die Krise, sondern die Normalität. Mit dieser Ausgangsthese beginnt der bekannte Ökonom Michael Hüther seine ordnungspolitische Programmschrift. Er leistet nichts Geringeres als die Verbindung von wirtschaftlicher Freiheit und gesellschaftlicher Verantwortung. Damit springt Hüther mutig in das normative Vakuum des gegenwärtigen wirtschaftspolitischen Diskurses und macht beeindruckende Vorschläge für eine neue Rolle der Volkswirtschaftslehre nach der Krise.

MICHAE L HÜTHER, geboren 1962, studierte Wirtschaftswissenschaften und Geschichte in Gießen und Norwich. Er war Generalsekretär des Sachverständigenrates, Chefvolkswirt sowie Bereichsleiter Volkswirtschaft und Kommunikation der Deka Bank, Frankfurt, und ist Honorarprofessor an der European Business School in Oestrich-Winkel. Seit 2004 ist er Direktor des Instituts der deutschen Wirtschaft in Köln. Gemeinsam mit Thomas Straubhaar veröffentlichte er zuletzt 'Die gefühlte Ungerechtigkeit: Warum wir Un gleichheit aushalten müssen, wenn wir Freiheit wollen' (2009).

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: watermark
    Seitenzahl: 192
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783867741590
    Verlag: Murmann Publishers
    Größe: 341 kBytes
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Die disziplinierte Freiheit

6. Bildung für Wachstum: Hemmnisse im föderalen Dschungel (S. 127-128)
Vor über 45 Jahren warnte der Heidelberger Pädagoge Georg Picht in der Wochenzeitschrift Christ und Welt mit dramatischen Worten vor der Bildungskatastrophe. Nach seiner Einschätzung befand sich das deutsche Schulwesen Mitte der 1960er Jahre im Vergleich mit anderen Industriestaaten in einem hoffnungslos veralteten Zustand, der die Wettbewerbsfähigkeit gegenüber dem Ausland auf das Äußerste gefährdete.
Die Ursache für diese Katastrophe läge in der geringen Anzahl von Abiturienten pro Altersjahrgang, wobei das Gymnasium durch eine zu starke Auslesefunktion dafür verantwortlich gemacht wurde. Die Artikelserie beschloss Picht mit dem Ausruf: "Die Regierungen und Parlamente müssen jetzt handeln. Tun sie es nicht, so steht schon heute fest, wer für den dritten großen Zusammenbruch der deutschen Geschichte in diesem Jahrhundert verantwortlich ist."
So weit ist es nicht gekommen. Doch die nach diesem Aufruf vor allem in den 1970er Jahren initiierten Reformen haben uns wegen der Pfadabhängigkeit von Bildungsprozessen in eine Situation gebracht, aus der wir nur mit Mühe und hohem finanziellen Aufwand herauskommen. Denn diese Reformen sind nicht erfolgreich gewesen, und zwar weder bezogen auf die seinerzeit formulierten Ziele einer größeren gesellschaftlichen Einbindung bildungsferner Schichten und einer besseren individuellen Förderung, noch gemessen an der heute bedeutsamen Kompetenzorientierung in internationalen Bildungsvergleichen.
Unbefriedigend ist vor allem der Befund, dass die soziale Differenzierung unseres Bildungssystems – überspitzt formuliert: die Reproduktion der Eliten – im internationalen Vergleich immer noch besonders ausgeprägt ist. Zwar zeigt eine Langzeitanalyse für den Zeitraum 1910 bis 2005, dass die Abhängigkeiten von der sozialen Herkunft beim Erwerb höherer Bildung geringer geworden sind (Klein, Schindler, Pollak, Müller 2010). Allerdings verläuft diese Entwicklung nicht kontinuierlich, sondern stagniert zeitweise.
Dies gilt gerade für den Zeitraum von Mitte/Ende der 1960er Jahre bis zur zweiten Hälfte der 1980er Jahre. Erst nach Überwindung der reformpolitischen Engführung, das heißt ab der Mitte der 1980er Jahre, konnte wieder ein Rückgang der Ungleichheit im Erwerb der Hochschulreife beobachtet werden. Das sollte uns für die heutigen Reformanstrengungen zu denken geben.

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