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Der Kampf um die Aufmerksamkeit. Empirische Analyse der Kommunikation von deutschen B2C-Unternehmensmarken auf Facebook von Batke, Tobias (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 21.07.2015
  • Verlag: GRIN Verlag
eBook (ePUB)
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Der Kampf um die Aufmerksamkeit. Empirische Analyse der Kommunikation von deutschen B2C-Unternehmensmarken auf Facebook

Masterarbeit aus dem Jahr 2015 im Fachbereich BWL - Marketing, Unternehmenskommunikation, CRM, Marktforschung, Social Media, Note: 1,3, Fachhochschule Bonn-Rhein-Sieg in Sankt Augustin, Veranstaltung: Technik- und Innovationskommunikation, Sprache: Deutsch, Abstract: Aufmerksamkeit ist eine knappe und begrenzte Ressource. Mit der rasanten Etablierung des Internets ist die potenziell größte Informationsquelle hinzugekommen, die die Informationsflut immer stärker ansteigen lässt. Besonders soziale Netzwerke haben einen großen Teil dazu beigetragen, dass das Informationsangebot noch nie so hoch war wie heute. Doch die Kapazität unseres Gehirnes ist biologisch begrenzt. Wir können nicht unendlich viel Informationen aufnehmen, sodass es zwangsläufig zu einem Ungleichgewicht zwischen Informationsangebot und -nachfrage kommt. Um seine Zielgruppe zu erreichen, benötigt man ihre Aufmerksamkeit. Ohne Aufmerksamkeit, keine erfolgreiche Kommunikation. Es entsteht daher ein Kampf um die Aufmerksamkeit, um möglichst seine Inhalte, Botschaften oder Ziele an die Frau oder Mann zu bringen. Besonders in sozialen Netzwerken ist die 'Konkurrenz' besonders groß. Social-Media Verantwortliche kämpfen jeden Tag in den Newsstreams um das kleine bisschen Aufmerksamkeit, zwischen den Beiträgen von Freunden, Familienangehörigen oder anderen Unternehmen. Die Frage die sich also stellt ist, wie erzeuge ich die Aufmerksamkeit bei meiner Zielgruppe in sozialen Netzwerken? Die vorliegende Masterthesis beschäftigt sich mit der Fragestellung und bietet einen umfassenden Einblick rund um das Thema Aufmerksamkeit in sozialen Medien. Im Theorieteil werden zunächst die Gründe und Auswirkungen der Informationsflut als Ursache für den Kampf um die Aufmerksamkeit beschrieben. In weiteren Kapiteln wird die Aufmerksamkeit aus biologischer und psychologischer Sicht erläutert und ihr Zusammenhang zur Wahrnehmung dargestellt. Nach den Grundlagen beschäftigt sich die Thesis mit den Möglichkeiten zur Erzeugung von Aufmerksamkeit auf visueller Ebene. Der praktische Teil analysiert dann 911 Beiträge auf Facebook von insgesamt 34 deutschen B2C-Unternehmensmarken. Hier werden verschiedene Hypothesen überprüft, die vorher aus Gestaltgesetzen abgeleitet wurden. Die Ergebnisse bieten interessante und für die berufliche Praxis relevante Inhalte.

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: AdobeDRM
    Seitenzahl: 117
    Erscheinungsdatum: 21.07.2015
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783668018280
    Verlag: GRIN Verlag
    Größe: 1749kBytes
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Der Kampf um die Aufmerksamkeit. Empirische Analyse der Kommunikation von deutschen B2C-Unternehmensmarken auf Facebook

3 Aufmerksamkeit - eine knappe und begehrte Ressource

Der Begriff "Aufmerksamkeitsökonomie" trat am Anfang der 1990er Jahre das erste Mal in den öffentlichen Diskurs. Kurz nach der Wiedervereinigung Deutschlands und dem Ende des Sozialismus mit seiner politischen Ökonomie wurde aufgrund des darauffolgenden Ausbaus der privaten und öffentlich-rechtlichen Fernsehprogramme sowie der Etablierung des Internets ein neues Denkmodell gefordert. Innerhalb der Informationsgesellschaft kam es in dieser Zeit von verschiedenen Seiten zu der Forderung, dass der Aufmerksamkeit ein höherer Rang innerhalb der Gesellschaft zugesprochen werden sollte. [38]

Die ersten Pioniere, die diese neue Theorie vertraten, waren beispielsweise Florian Rötzer, Mitbegründer des medienkritischen Onlinemagazins Telepolis, der Anfang 1996 die Aufmerksamkeit als den "Rohstoff der Informationsgesellschaft" bezeichnete und in ihm einen wesentlichen Bestandteil der Medien und Öffentlichkeit sah. [39] In der aufkommenden Debatte schrieb Georg Franck Aufmerksamkeit einen Währungscharakter zu und erklärte seinen Entwurf einer Aufmerksamkeitsökonomie zugespitzt mit dem Satz: "Das Zeitalter der Geldökonomie geht zu Ende". [40] Darauf folgten in den folgenden Jahren weitere Autoren wie Michael H. Goldhaber und Herbert W. Francke. [41]

Allen Autoren gemeinsam war der Gedanke, dass Aufmerksamkeit zum einen aufgrund der kognitiven Verarbeitungskapazität des Menschen bereits begrenzt ist und durch die zunehmende Informationsproduktion immer knapper bemessen sein wird. Aufmerksamkeit erhalte deshalb eine besondere Rolle, da sie als Voraussetzung für jegliches soziales Handeln gelte und das "[...]Meta-Medium [sei], das allen anderen Medien erst zu ihrer Wirksamkeit verhilft, das den Austausch zwischen Menschen ermöglicht und in Gang setzt." [42] , [43]

Aufmerksamkeit wird durch ihre relative Knappheit daher zu einer begehrenswerten Ressource. Besonders für Medienanbieter und Unternehmen wird es immer schwieriger, die Aufmerksamkeit der Rezipienten für ihre Botschaften zu erhalten. Für Franck stellt sich dieser Kampf um die Aufmerksamkeit der Rezipienten als eine neue Ökonomie des Informationszeitalters heraus. In seinem Buch spricht er sogar davon, dass der derzeitige monetäre Kapitalismus durch einen Aufmerksamkeitskapitalismus abgelöst werde. [44]

Das folgende Kapitel behandelt die Theorie der Aufmerksamkeitsökonomie von Georg Franck. Obwohl sie bereits vor fast 20 Jahre entstanden ist, ist ihre Thematik gerade in der jetzigen Zeit relevanter als je zuvor.

3.1 Definition und begriffliche Abgrenzung von Aufmerksamkeit

Der Begriff Aufmerksamkeit wird innerhalb vieler wissenschaftlicher Disziplinen gebraucht, der allerdings für die verschiedenen Fachbereiche unterschiedliche Bedeutungen annimmt. Als Gemeinsamkeit gilt den verschiedenen Bedeutungen jedoch, dass sie Aufmerksamkeit als eine menschliche Eigenschaft definieren, die ein Bewusstsein voraussetzt und Aufmerksamkeit als selektive System-Umwelt-Relation beschreiben.

Die drei Begründer der Aufmerksamkeitsökonomie, Rötzer, Goldhaber und Franck, haben jeweils unterschiedliche Ansichten der Aufmerksamkeit und definieren sie dementsprechend anders. Rötzer versteht den Begriff Aufmerksamkeit rein als selektive Informationsaufnahme und -verarbeitung. Demensprechend spricht er - anders als Franck - somit auch Aufmerksamkeit Dingen zu, die kein eigenes Bewusstsein haben. [45] Goldhaber hingegen beschreibt Aufmerksamkeit als mehr als nur ein Aufmerksamsein und schreibt ihr empathischere Züge zu. Sie könnte auch "Besonders-aufmerksam-sein-auf

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