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Die Währungsreform kommt! Über Versuche der Politik den Euro zu retten, fehlgeleitete Finanzmärkte und wie sie ihr Vermögen trotzdem sichern von Horstmann, Ulrich (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 14.07.2011
  • Verlag: FinanzBuch Verlag
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Die Währungsreform kommt!

Die jüngste Finanzkrise von 2007 brachte das Weltfinanzsystem fast zum Einsturz. Mit milliardenschweren 'Rettungsschirmen' versuchte die Politik, die inländischen und später auch die europäischen Systeme zu retten und zu stabilisieren. Wie fast täglich der Presse zu entnehmen ist, scheint keine nachhaltige Besserung in Sicht. Vielmehr schlüpfen nach und nach immer mehr Länder unter den vermeintlichen Schutz des 'Rettungsschirms'. Aus der Finanzkrise wurde eine Banken-, Wirtschafts-, Staatschulden- und jetzt zunehmend eine Euro-Krise. 'Fällt' im Zuge dieser Krisen sogar unsere Währung, der Euro? Und falls ja, wäre das so schlimm? Der Autor macht in diesem Werk eindrücklich klar, wie es um die Zukunft unserer Währung steht. Auch in der Vergangenheit gab es einige Währungsreformen. Warum kam es dazu und welches politische, wirtschaftliche- und finanzielle Umfeld begünstigte diese? Wie wurden sie schließlich umgesetzt und welche Folgen hatten sie für die Menschen?

Ulrich Horstmann studierte zunächst Betriebswirtschaftslehre in Bochum, danach in Trier mit finanzwirtschaftlichem Schwerpunkt und schloss an der Wirtschaftsuniversität Wien mit Promotion zum Dr. rer. soc. oec. ab. Seit 1989 ist Ulrich Horstmann in mehreren Finanzinstituten im Research tätig. Der Verfasser kann damit auf eine über 20-jährige Erfahrung in den Bereichen Volkswirtschaft und Unternehmensanalyse innerhalb von Banken zurückblicken. Darüber hinaus erfolgte in diesem Zusammenhang eine enge Zusammenarbeit mit den Medien.

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: none
    Seitenzahl: 272
    Erscheinungsdatum: 14.07.2011
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783862482498
    Verlag: FinanzBuch Verlag
    Größe: 765kBytes
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Die Währungsreform kommt!

2. Die Anfälligkeit von Währungssystemen in der Historie

"Um die bürgerliche Gesellschaft zu zerstören, muss man ihr Geldwesen verwüsten."

Wladimir I. Lenin, kommunistischer Politiker (1870-1924)

Überspitzt formuliert ähneln auch heutige Staatssysteme früheren Raubgesellschaften, nur mit moderneren Instrumenten und besseren Möglichkeiten der Verschleierung. Frühe Börsenunternehmen entstanden als Wagnisgesellschaften, die zum Beispiel den Monopolhandel mit der Südsee oder dem Mississipi (um 1720) vorsahen. Sie wurden politisch gefördert. Im Fall des französischen Regenten, des Herzogs Philipp von Orleans, in besonderem Maße und sehr beharrlich. Das Land war fast bankrott. Kreative Ideen waren gefragt, allerdings brach das neu eingeführte Papiergeldsystem im Zuge des Vertrauensschwunds zusammen, denn zunehmend erkannten die Bürger, dass die vermehrt ausgegebenen Geldscheine entsprechend wertloser wurden. Der französische Philosoph und Zeitzeuge Voltaire (1694-1778) kritisierte die damalige Feudalherrschaft und urteilte ernüchtert: "Papiergeld kehrt früher oder später zu seinem inneren Wert zurück - null."

Die Finanzgeschichte ist voller Beispiele, dass Papiergeld für die Beutezugs- und Kriegsfinanzierung eingesetzt wurde. Letztendlich ging es dabei um eine Wette auf einen Sieg: Ging der Raubzug gut, konnten die Schulden zurückgezahlt werden, wenn die Regierenden nicht jedes Maß verloren und die sich nach einem militärischen Sieg bietende Konsolidierungschance nutzten. Während die Herrscher Papiergeld druckten, nutzen Spekulanten bereits seit Jahrhunderten mit staatlicher Unterstützung das Wertpapiergeschäft. So fand die Wagnisfinanzierung der See-Expeditionen und die Erschließung der Kolonien bereits mit der Gefahr des Schwindels über die Börse statt. Infolge der mangelnden Redlichkeit der Akteure spottete die Bevölkerung zunehmend. Bei ihr stand zum Beispiel das Kürzel VOC (Vereenigde Oost-Indische Compagnie) für "Vergaan Onder Corruptie" oder übersetzt für den Untergang/Ruin durch Korruption. Die Vereinigte Ostindische Kompanie, ein Zusammenschluss niederländischer Kaufmannsgesellschaften zur Verringerung der Konkurrenz, hatte somit ihren neuen Namen in der Bevölkerung gefunden (die VOC gilt übrigens als erste Aktie der Welt, sie wurde bereits 1606 emittiert). Die Expansionsbestrebungen in den Überseegebieten und der damit einhergehende Streit der Europäer um die Vorherrschaft verschlechterten die Staatsfinanzen.

Ein besonders negatives Beispiel lieferte König Philipp II. von Spanien, der 1557, 1575 und 1596 gegenüber seinen Gläubigern den Staatsbankrott erklärte. Die Gläubigerfamilien Fugger und Welser wurden davon hart getroffen und später wirtschaftlich weitgehend bedeutungslos. Nur "wo die Kaufleute selbst regierten, wie im Genua des 16. Jahrhunderts und im Amsterdam des frühen 17. Jahrhunderts" 4 waren Versuche, ein Kreditwesen zu entwickeln, erfolgreich.

"Allgemein herrschte die Auffassung, den Kaufleuten könne man Geld anvertrauen, den Königen jedoch nicht. Wenn diese die wirtschaftliche Macht und die politische Gewalt in ihren Händen vereinten, nutzten sie dies allzu oft, um entweder Münzen zu verfälschen oder sich die Reichtümer ihrer Untertanen anzueignen." 5

Die Geldgeschichte bietet einen ernüchternden Anschauungsunterricht über Schuldenkrisen und Währungszusammenbrüche. Häufig standen sie in Verbindung mit Kriegen und politischen Umbrüchen. Vor allem, wenn die aggressive beuteorientierte Politik scheiterte, war die Währung ruiniert, da die abenteuerfreudigen Kriegsherren "auf Pump" lebten. Wenn die eigenen Soldaten nicht mehr bezahlt werden konnten, fanden die Eroberungszüge ein Ende.

Auch nach Friedrich August von Hayek ist die Geschichte des staatlichen Geldes, von kleinen Ausnahmen abgesehen, eine Geschichte voller Lug und Betrug. Deutschland wurde von der Geldentwertung und

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