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The Age of Less Die neue Wohlstandsformel der westlichen Welt von Bosshart, David (eBook)

  • Verlag: Murmann Publishers
eBook (ePUB)
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The Age of Less

Das Zeitalter des Zahlenwachstums geht zu Ende. Die Logik des Immer-Mehr hat abgewirtschaftet. Uns allen ist klar: Wir müssen die wirtschaftlichen Verhältnisse substanziell verändern, wenn wir morgen unseren Wohlstand halten wollen. Noch suchen wir einen Ausweg aus der selbst verschuldeten Unvernunft, die eine Krise nach der anderen auslost. David Bosshart fordert: umsteigen statt aussteigen. In das 'Age of Less', ein Zeitalter des Immer-Weniger, das uns aber gleichzeitig Aktionsraume für ein neues, robusteres Wachstum bietet. Der Leiter des weltweit renommierten Gottlieb-Duttweiler-Instituts bringt die dafür notwendigen Rahmenbedingungen messerscharf auf den Punkt: die entscheidenden Zukunftstrends aus Wirtschaft , Gesellschaft , Konsum und Arbeit, die neuen Lebensstile, die uns prägen werden, und die Revolution von Social Media und Internet, die unsere Welt radikal verändern wird. David Bosshart ist Geschäftsführer des Gottlieb-Duttweiler-Instituts in Rüschlikon/Zürich. Als Autor zahlreicher internationaler Publikationen und mehrsprachiger Referent ist der promovierte Philosoph gefragter Key-Note-Speaker in Europa, Amerika und Asien. Seine Arbeitsschwerpunkte sind die Globalisierung und politische Philosophie, die Zukunft des Konsums und gesellschaftlicher Wandel, Management und Kultur.

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: watermark
    Seitenzahl: 224
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783867741729
    Verlag: Murmann Publishers
    Größe: 1528 kBytes
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The Age of Less

1. WAS UNS BEVORSTEHT (S. 26-27)

Das Ende des Zahlenwachstums

"Economic growth has become the secular religion of advancing industrial societies." Daniel Bell, 1967

Der Stress nimmt zu: bei Unternehmen, Staaten, Organisationen aller Art. Stresstests gehören heute zum guten Ton, wie wir von den Finanzinstituten wissen. Aber vertrauensvolle Signale senden sie nicht gerade aus. Und eigentlich brauchen wir heute schon Stresstest-Stresstests: Wie robust ist der Stresstest tatsächlich, wenn es Stress gibt? Der europäische Bankenstresstest vom Sommer 2010 beispielsweise hätte da reichlich schlecht abgeschnitten: Kaum hatte er (fast) allen europäischen Banken bescheinigt, dass sie auch im Ernstfall keine Probleme haben würden, brachen einige von ihnen in genau diesem Ernstfall zusammen. Stress - von der Natur als Hilfsmittel in Extremsituationen gedacht - hat sich im 20. Jahrhundert zur Zivilisationskrankheit schlechthin entwickelt. Unter ihr leiden Menschen, die sich ständig selbst in Extremsituationen versetzen (wie Manager), genauso wie Menschen, die von anderen in solche Situationen gepresst werden (wie Gemobbte). Körper und Geist macht die Dauerpower zu schaffen, bis sie schließlich nicht mehr können, und dann: Herzinfarkt, Burn-Out, Tinnitus, Exitus.

Dem 21. Jahrhundert blieb es vorbehalten, die bisherige Zivilisationskrankheit in eine Krankheit der Zivilisation zu verwandeln. Zum Dauerstress der sozialen Systeme und des Gesundheitswesens gesellte sich von Jahr zu Jahr schriller werdend der Ökostress des Klimawandels, im Energiesektor hören die Alarmglocken seit Fukushima gar nicht mehr auf zu schlagen - und im globalen Finanzsystem und im Währungsraum der Euro-Zone stand kurz vor Erscheinen des Buches nach jahrelanger Dauerkrise der Infarkt kurz bevor. Von Livetickern umzingelt, wissen wir schon gar nicht mehr, wie Ruhe sich anfühlen könnte: wir, die Menschen, wir, die Unternehmen, wir, die Staaten, in diesem "Age of Stress".

Stress ist ein vielschichtiges Phänomen. Er hat in der Regel eine Vielzahl von Ursachen, eine Vielzahl von Symptomen und lässt sich auf vielfache Weise bekämpfen. Doch wenn der Patient nach einem "Warnschuss", in der Regel ein Herzinfarkt, im Krankenhaus liegt, ist ihm intuitiv die für ihn richtige Diagnose und Therapie klar: Er hat sich bislang zu viel zugemutet (und er weiß genau, wovon). Und genau von diesem sollte er sich in Zukunft weniger zumuten. Gerade bei den Infarktpatienten gibt es viele, die nach der Herzattacke ihr Leben komplett umkrempeln und das Geschenk genießen, das noch zu können. Sie verabschieden sich von ihrem persönlichen "Age of Stress" - und starten glücklich in ihr ganz persönliches "Age of Less".

Und was ist das, was wir als Zivilisation uns bislang zu viel zugemutet haben? Bei vielen Zivilisationskritikern heißt die Antwort schlicht "Wachstum"; bei mir etwas anders, nämlich "Zahlenwachstum". Das, was wir gewöhnlich als Wirtschaftswachstum messen, die Zunahme des Bruttoinlandsprodukts (BIP), sagt nicht nur nichts darüber aus, ob es einer Gesellschaft und den Menschen in ihr besser oder schlechter geht, es ist auch Inbegriff des von uns selbst gebauten Hamsterrads: immer mehr, mehr, mehr - und immer mehr vom selben, nur ja kein Ausbrechen aus dem Rennen.

Obwohl wir das alles eigentlich seit vielen Jahren wissen, haben wir es bislang nicht geschafft, uns aus dem Hamsterkäfig zu befreien: Wir schieben emsig Jahr für Jahr neue Stäbe ins Rädchen. Jetzt werden wir es müssen. Denn für die westliche Welt steht aus verschiedenen Gründen in Zukunft das Wirtschaftswachstum nicht mehr als Leitplanke der gesellschaftlichen Entwicklung zur Verfügung.

Energie-, Ökologie- und Demografieprobleme, Schulden- und Vertrauenskrise, zu viel Marktsättigung und zu wenig Kaufkraft wirken zusammen, jeder für sich ein beherrschbarer Stressfaktor - aber alle zusammen, so wie derzeit, ein le

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