text.skipToContent text.skipToNavigation
background-image

Das geheime Leben im Menschen Ein faszinierender Blick auf die Gesellschaft unserer Gene von Yanai, Itai (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 09.09.2016
  • Verlag: Bastei Lübbe AG
eBook (ePUB)
17,99 €
inkl. gesetzl. MwSt.
Sofort per Download lieferbar

Online verfügbar

Das geheime Leben im Menschen

Ist die Zwiebel die Krone der Schöpfung? Immerhin hat sie wesentlich mehr Gene als der Mensch. Wie hat es die Menschheit dennoch geschafft, alle anderen Arten zu übertreffen? Martin Lercher und Itai Yanai, 'zwei der klügsten Köpfe ihres Forschungsbereichs' (Eric Lander, MIT), zeigen, wie sich das aktive Zusammenspiel der Gene und der Evolution tief in uns abspielt - und was uns zum Menschen macht. Ein bahnbrechendes Buch. Pointiert, gedankenreich und fesselnd geschrieben. Martin Lercher lehrt und forscht als Professor für Bioinformatik an der Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf. Bevor er sich an der Universität von Bath und dem europäischen Molekularbiologie-Forschungszentrum Heidelberg der Genomforschung zuwandte, promovierte er in Cambridge in theoretischer Physik. Lercher erhielt für seine Forschungsarbeit renommierte Stipendien der Britischen Royal Society und der Deutschen Forschungsgemeinschaft. Itai Yanai ist am Technion - Israel Institute of Technology Professor für Biologie und leitet das dortige Genome Center. Vorher forschte er in Harvard und am israelischen Weizmann Institute. Für seine Arbeiten wurde Yanai mit bedeutenden Preisen, unter anderem vom Europäischen Forschungsrat und von der European Molecular Biology Organization (EMBO), ausgezeichnet.

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: watermark
    Seitenzahl: 304
    Erscheinungsdatum: 09.09.2016
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783732531646
    Verlag: Bastei Lübbe AG
    Originaltitel: The Society of Genes
    Größe: 7328 kBytes
Weiterlesen weniger lesen

Das geheime Leben im Menschen

IN ACHT EINFACHEN SCHRITTEN ZUM KREBS

"Mit großer Macht geht
große Verantwortung einher."

Voltaire

B ob Marleys Reggae inspirierte Millionen. Doch seine Karriere fand ein tragisches, vorzeitiges Ende, als er mit sechsunddreißig an den Folgen einer Hautkrebserkrankung starb. Der Krebs hatte vier Jahre zuvor begonnen, scheinbar harmlos - als kleiner Fleck unter einem Zehennagel, den Marley einer Fußballverletzung zuschrieb. Als seine Ärzte auf einer Amputation des Zehs bestanden, stellte Marley sich quer: Seine Rastafari-Auslegung eines Verses aus dem 3. Buch Mose ("Ihr dürft euch nicht ... Einschnitte an eurem Leibe machen") verbiete einen solchen Eingriff. Der Tumor breitete sich ungebremst in seinem Körper aus, angetrieben von der zwingenden Logik der natürlichen Auslese. Marley hätte den Tumor vielleicht rechtzeitig entfernen lassen, wenn er verstanden hätte, wie Evolution in unserem Körper Krebszellen entstehen lässt. Womöglich hätte er sogar seinen Einzug in die Rock and Roll Hall of Fame im Jahr 1994 noch persönlich erlebt.

Krebs ist die vielleicht schrecklichste aller Volkskrankheiten; ganz sicher ist es die am schwersten zu vermeidende und zu behandelnde. Während moderne Medikamente viele andere Krankheiten überwinden können, tut sich die Pharmaindustrie im Umgang mit Krebs enorm schwer. Warum ist der Verursacher von Krebs so schwer zu packen?

Krebs ist kein Angriff auf den Körper von außen. Krebs ist auch kein schrecklicher Unfall im Körper des Betroffenen. Krebs ist eine Machtdemonstration der Evolution. Die Krebsentstehung folgt einer unausweichlichen Logik - sie beruht auf denselben Prinzipien, die die Evolution von Tieren und Pflanzen vorantreiben. Als Auftakt zur Geschichte der Gengesellschaft machen wir Bekanntschaft mit Zellen, mit Genen und mit der Evolution, immer aus dem Blickwinkel der Krebsentstehung.

Krebsgeschwüre sind ein Teil von uns, sie sind ein natürlicher (wenn auch zum Glück nicht normaler) Bestandteil unseres Körpers. Genau das macht ihre Verhütung und Behandlung so schwierig. Wir können den menschlichen Körper als ein Gebäude betrachten, das aus Billionen (das heißt aus Millionen Millionen) Bausteinen, den Zellen, besteht. Zellen tauschen Nährstoffe und chemische Signale aus. Jede Zelle arbeitet wie eine kleine Fabrik. Verschiedene Zellen sind auf unterschiedliche Aufgaben spezialisiert, die zum Gelingen des Gesamtprojekts - dem Bau und Betrieb der Überlebensmaschine Körper - beitragen. In Krebspatienten verweigert sich eine Gruppe von Zellen der Zusammenarbeit mit dem Rest des Körpers und beginnt stattdessen, sich auf Kosten der anderen unkontrolliert zu vermehren.

Neue Zellen entstehen ausschließlich durch die Teilung einer bestehenden Zelle, der Mutterzelle, in zwei Tochterzellen. Deshalb können wir alle Zellen unseres Körpers auf einem gigantischen Stammbaum anordnen, der Mutterzellen mit Tochterzellen verbindet. Die Wurzel dieses Stammbaums ist die einsame befruchtete Eizelle, die den Anfang unseres Lebens markiert. Ein Stammbaum mit Billionen Ästen passt auf kein Blatt Papier; deshalb illustriert Abbildung 1.1 das Stammbaumprinzip für Zellen am Beispiel eines viel einfacheren Tieres, als wir es sind: eines Fadenwurms.

Abb. 1.1: Der Zellstammbaum des winzigen Fadenwurms Caenorhabditis elegans . In nur dreizehn Stunden entwickelt sich aus einer einzigen befruchteten Eizelle (oben) ein einfaches Tierchen mit genau 558 Zellen (unten). Die Mitte zeigt den sich entwickelnden Embryo; Kreise stellen einzelne Zellen dar. Jede senkrechte Linie entspricht einer sich entwickelnden Zelle, jede waagerechte Linie markiert eine Zellteilung. Gruppen von Zellen spezialisieren sich auf die Konstruktion einzelner Organe, wie den Rachen oder Nerven. Menschliche Zellstammbäume sehen prinzipiell genauso aus - nur sehr, se

Weiterlesen weniger lesen

Kundenbewertungen