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Katastrophen Triebkraft der Evolution von Oeser, Erhard (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 01.12.2013
  • Verlag: Primus
eBook (ePUB)
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Katastrophen

Erhard Oeser veranschaulicht anhand vieler Beispiele, dass die Evolution als eine Abfolge von Katastrophen begreifbar ist. Dies geht mit der Erkenntnis einher, dass im Vergleich zu den erdgeschichtlichen Vernichtungsakten, die zur Entstehung neuer Welten führten, jene Ereignisse, die in der Menschheitsgeschichte die Erde verwüsteten, nichts Ungewöhnliches sind. Das Entsetzen, das uns beim Anblick von Massentod und Zerstörung ergreift, muss der Einsicht weichen, dass jede Katastrophe der Beginn einer Erneuerung ist. Diese Tendenz setzt sich in gesellschaftlichen Extremereignissen wie beispielsweise Wirtschafts-Crashs oder Kriegen fort, deren Mechanismen viel mit evolutionären Vorgängen gemein haben.Der Schauer der uns überläuft, wenn wir über das Aussterben der Dinosaurier spekulieren, scheint nach der Lektüre von Erhard Oesers neuem Buch näher zu rücken. Denn in Anbetracht von Klima-, Seuchen- und Zivilisationskatastrophen stellt sich die Frage, ob die Menschheit bereits an ihrer eigenen Ausrottung ?arbeitet?. Wer wird uns dann evolutionär nachfolgen, die Erde bevölkern und unsere Nische besetzen? Erhard Oeser, geb. 1938, ist emeritierter Professor für Philosophie und Wissenschaftstheorie der Naturwissenschaften an der Universität Wien und Vorstand des Institutes für Wissenschaftstheorie. Er erhielt 2006 den Eugen Wüster Sonderpreis für Terminologie-Forschung. Seine bisherigen Buchveröffentlichungen bei der WBG: Geschichte der Hirnforschung (2. Aufl. 2010), Hund und Mensch (3. Aufl. 2009), Die Suche nach der zweiten Erde (2009), Die Jagd zum Nordpol (2008), Katze und Mensch (3. Aufl. 2008), Pferd und Mensch (2007), Das selbstbewusste Gehirn (2006).

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: AdobeDRM
    Seitenzahl: 208
    Erscheinungsdatum: 01.12.2013
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783863126070
    Verlag: Primus
    Größe: 13673 kBytes
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Katastrophen

"Das Leben ist auf dieser Erde oft durch fürchterliche

Ereignisse gestört worden ... Zahllose Lebewesen sind

das Opfer solcher Katastrophen geworden."

Cuvier, Discours sur les révolutions de la surface du globe. 1812

Katastrophen als Triebkraft der Evolution anzusehen scheint nach der bisher üblichen Ansicht ungewöhnlich oder sogar widerspruchsvoll zu sein. Bildeten doch Evolutionstheorie und Katastrophentheorie seit ihrer Entstehung unversöhnliche Gegensätze. Die Evolutionstheorie, so wie sie Jean Lamarck (1744 - - 1829) in Frankreich begründet und Charles Darwin (1809 - 1882) mehr als ein halbes Jahrhundert danach wieder erneuert hat, sah in der Entwicklung der Lebewesen einen langsamen sich über Jahrmillionen erstreckenden Prozess, in dem die Veränderung der Arten von Lebewesen nur in kleinen Schritten erfolgen konnte. Dagegen ging die Katastrophentheorie von plötzlich eintretenden Leben vernichtenden Naturereignissen aus, nach denen es wieder zur Entstehung einer neuen Lebenswelt gekommen ist. Als der eigentliche wissenschaftliche Begründer der Katastrophentheorie ist Georges Cuvier (1769 - 1832) anzusehen, der seit 1802 Professor der vergleichenden Anatomie am Jardin des Plantes in Paris war, wo er den Grundstein für eine der größten naturhistorischen Sammlungen Europas legte. Seine Untersuchungen der Fossilien im Pariser Becken ließen ihn vermuten, dass es in der Entwicklungsgeschichte der Erde abrupte Zäsuren gab, die nur durch große Katastrophen zu erklären sind. Der von ihm behauptete Nachweis, dass es keine fossilen Bindeglieder zwischen den ausgestorbenen Tierarten und den darauffolgenden Generationen von Lebewesen gegeben hat, brachte daher auch Lamarcks Vorstellung von der Veränderung der Arten durch Anpassung an die Umwelt und Vererbung der dadurch erworbenen Eigenschaften zu Fall (vgl. Oeser 1996, S. 35 u. 71).

Unterstützt wurde Cuviers Katastrophentheorie durch die Entdeckung fossiler Skelette von ausgestorbenen riesigen Meeresechsen an der Südküste Englands und von ebenso gigantischen Ungeheuern im Innern des Landes, denen der Anatom Richard Owen (1804 - 1892) den Namen "Dinosaurier" gab. Owen, der wegen seiner unbestrittenen Beherrschung seines Faches als der "englische Cuvier" galt, war jedoch nicht der Entdecker dieser Dinosaurier. Die Meeresechsen wurden von begeisterten Fossiliensammlern gefunden, wie es die Geschwister Mary und Joseph Anning waren, während die ersten Überreste der Land bewohnenden Dinosaurier von William Buckland (1784 - 1856) und Gideon Algernon Mantell (1790 - 1852) entdeckt und beschrieben wurden. Mantell musste seine Jagd nach fossilen Dinosaurierknochen neben seinem Hauptberuf als Arzt betreiben. Reverend Buckland dagegen war auch Professor für Geologie an der Universität Oxford. In dieser doppelten Eigenschaft war er bemüht, Theologie und Geologie in Übereinstimmung zu bringen. Daher war er auch ein Anhänger der Cuvier'schen Katastrophentheorie, die mit der biblischen Sintflut besser in Einklang zu bringen war als die Lamarck'sche Evolutionstheorie, umso mehr als es schon vor Cuvier eine Reihe von Geologen gegeben hat, die solche Katastrophen angenommen hatten. Die durch die fossilen Überreste nachgewiesene Auslöschung ganzer Arten von Lebewesen und ihre Ersetzung durch neue war seit jeher die Grundlage für die Einteilung der Erdgeschichte in Zeitalter und Epochen.

Wie der noch lange in der Geschichte der Geologie beibehaltene Name "Diluvium" zeigt, teilten die alten Geologen, die sich an der Bibel orientierten, die Geschichte unserer Erde in eine Zeit vor und nach der Sintflut ein. Das Zeitalter der Sintflut war für sie ein Katastrophenzeitalter, in dem fast alle Lebewesen mit wenigen Ausnahmen durch eine weltweite Überschwemmungskatastrophe zugrunde gingen. Buckland war in der Nachfolge dieser religiös eingestellten Geologen der let

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