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Die Intelligenz der Tiere Wie Tiere fühlen und denken von Safina, Carl (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 23.03.2017
  • Verlag: Verlag C.H.Beck
eBook (ePUB)

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Die Intelligenz der Tiere

Was geht im Inneren von Tieren vor? Können wir wissen, wie sie fühlen und denken? Carl Safina nimmt uns mit auf abenteuerliche Entdeckungsreisen in die unbekannte Welt der Elefanten, Wölfe und Orcas. Sein spannend zu lesendes Buch erzählt außergewöhnliche Geschichten von Freude, Trauer, Eifersucht, Angst und Liebe und ist voll von erstaunlichen Einsichten in die Persönlichkeiten der Tiere. Der vielfach ausgezeichnete Naturschriftsteller und Ökologe Carl Safina begegnet den von ihm beobachteten wilden Tieren mit Liebe, Respekt und umfassenden Kenntnissen. Sein Wissen ist genauso groß wie sein Einfühlungsvermögen; er versteht es meisterhaft, neueste wissenschaftliche Erkenntnisse mit wundervollen Erzählungen zu verweben. Die verblüffende Ähnlichkeit von menschlichem und nichtmenschlichem Bewusstsein, Selbstbewusstsein und Mitgefühl fordert uns dazu auf, unser Verhältnis zu anderen Arten zu überdenken - und auch das Verhältnis zu uns selbst. Carl Safina ist Ökologe und einer der bekanntesten Naturschriftsteller weltweit. Sein Werk umfasst bislang sieben Bücher, darunter den internationalen Bestseller 'Song for the Blue Ocean', und ist vielfach ausgezeichnet worden. Safina ist Gründungsdirektor des Blue Ocean Institute und hat die Stiftungsprofessur für Natur und Humanität der Stony Brook University im US-Bundesstaat New York inne.

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: watermark
    Seitenzahl: 526
    Erscheinungsdatum: 23.03.2017
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783406707919
    Verlag: Verlag C.H.Beck
    Originaltitel: Beyond Words
    Größe: 5891 kBytes
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Die Intelligenz der Tiere

Ich weiß nicht, wie ich Wiedersehen sagen soll

Wir beobachten die Elefanten auf ihrem Weg in den Sumpf. Krachend bahnen sie sich ihren Weg durch das hohe Gras und waten in die erfrischende Nässe.

Wie entscheiden die Familien über das Ziel und den Zeitpunkt ihrer nächsten Wanderung? Vicki hat dies sehr genau beobachtet. "Wenn ein Familienmitglied gerne an einen bestimmten Ort gehen möchte, setzt es sich an den Rand der Gruppe und schaut in die gewünschte Richtung." Dies wird als die "Los geht's"-Körperhaltung bezeichnet. Alle paar Minuten kollert der Elefant ein "Los geht's". Es ist ein Vorschlag: "Ich würde gerne diesen Weg einschlagen; lasst uns zusammen gehen." - "Entweder die anderen kommen mit", erklärt Vicki, "oder sie bewegen sich nicht von der Stelle".[ 108 ]

Und wenn die anderen nicht mitkommen wollen?

"Dann kommt der Elefant mit dem Wunschziel nochmals auf die Familie zu und initiiert eine große Begrüßungsrunde, um sich Unterstützung zu holen. In etwa so: 'Hey! Wir sind doch gute Freunde oder? Ich würde gern dahin gehen'". Daher kann eine Begrüßung auch strategische Gründe haben.

Manchmal erfolgt die Zustimmung sehr schnell. Die Leitkuh gibt ein langgezogenes, leises Kollern von sich, stellt dann ihre Ohren auf und schlägt sie gegen Hals und Schultern, als würde sie in die Hände klatschen. Die Familie setzt sich unmittelbar in Bewegung, als hätte sie nur auf ihr Zeichen gewartet. Manchmal aber wird erst stundenlang diskutiert.

"Sie wissen, was sie erwartet", erläutert Vicki. "Wenn eine große, dominante Familie sich dort aufhält, wo man selbst gerne hingegangen wäre, vermeidet man Ärger und sucht sich ein anderes Ziel." Manchmal ist es offensichtlich, in manchen Fällen kann ich mir ihr Handeln nicht erklären.

Vicki hält inne und sagt: "Hallo Amelia". Dann, mir zugewandt: "Siehst du die Elefantenkuh, die mit den Ohren wedelt? Das ist Jolene, die Matriarchin der JA s. Und -" Vicki beobachtet durch ihr Fernglas eine Kuh, die sich weiter entfernt im hohen Gras des Sumpfs befindet. "Ach ja, das ist Yvonne."

Die AA s, die YA s und die JA s sind gemeinsam hier. Die AA s sind mit den JA s befreundet und die YA s mit den JA s. Sie begrüßen sich alle. Vicki übersetzt für mich: "Sie sagen nicht nur 'Oh, hallo!', sondern eher, 'Das bin ich, und das bist du - wir sind befreundet und zusammen hier.'"

Bei der Begrüßung machen alle Elefanten mit, um einander ihre Gefühle mitzuteilen und klarzustellen, in welcher Beziehung sie zueinander stehen.

Die Forscherin Joyce Poole bezeichnet dies als eine "Bonding"-Zeremonie. Ihre Teilnehmer signalisieren damit laut Poole sich selbst und entfernten Zuhörern, dass sie "zusammen eine Einheit bilden und eine geschlossene Front darstellen".[ 109 ]

"Wie man sehen kann, ob es sich um gute Freunde oder enge Verwandte handelt?", fragt Vicki rhetorisch. "Ihre Art, sich zu begrüßen, verrät es." Je intensiver und enthusiastischer die Begrüßung ist, desto enger ist die Beziehung. Freudig erregte Elefanten greifen oftmals in einer dramatischen Geste nach dem Rüssel des anderen und drücken ihre Körper aneinander. Sie trompeten, kollern, greifen sich mit dem Rüssel gegenseitig ins Gesicht oder ins Maul, flattern mit den Ohren und klappern mit den Stoßzähnen. Einen "begeisterten" Elefanten erkennt man auf den ersten Blick.[ 110 ]

Elefanten kommunizieren mit über hundert ritualisierten Gesten in unterschiedlichen Kontexten, wobei die Bedeutungsvermittlung durch den Kontext unterstützt wird.[ 111 ] Unentschlossene und zaghafte Elefanten stehen nur lauschend und beobachtend da, während sie ihre Rüsselspitze hin- und herdrehen. Manchmal berühren sie sich dabei an Gesicht, Mund, Ohren oder Rüss

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