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Das Gehirn als ein formales System Oder Modulare Physik. Grundsätze und Strukturelemente einer Gehirntheorie von Olivier, Reinhard (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 12.09.2006
  • Verlag: Vandenhoeck & Ruprecht
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Das Gehirn als ein formales System

Olivier entwirft in der vorliegenden Arbeit eine Theorie zur Darstellung der mentalen Leistungen des Gehirns, die in einen großen Zusammenhang gestellt werden, der die "Einheit des Gehirns" erkennen lässt. Das bedeutet nicht, dass alles aus einem Prinzip erklärt wird - was der Vielfalt des Gehirns widerspräche -, als Grundlagen dienen vielmehr die Konzepte großer mathematischer Theorien aus Algebra und Topologie. Der Autor geht davon aus, dass sich die geistigen Leistungen des Gehirns in der Kommunikation zeigen, besonders ausgeprägt in den formalen Wissenschaften Mathematik und Physik, wo sich die methodischen Prinzipien besonders klar zeigen. Vor diesem Hintergrund erhält die Psychologie ein formales Gerüst und kann zur exakten Wissenschaft werden. Hier zeigt sie eine Analogie zur Physik und zu quantentheoretischen Prinzipien. Zur Verdeutlichung der strukturellen Unterschiede von "subjektiver Innenwelt" und "objektiver Außenwelt" wird der Begriff eines psychologischen Raumes definiert.

Produktinformationen

    Format: PDF
    Kopierschutz: watermark
    Seitenzahl: 174
    Erscheinungsdatum: 12.09.2006
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783862340323
    Verlag: Vandenhoeck & Ruprecht
    Größe: 655 kBytes
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Das Gehirn als ein formales System

" 9. Psychologische Begriffe (S. 137-138)

9.0 Vorbemerkung

Im folgenden sollen einige grundlegende psychologische Begriffe im Rahmen der bisher entwickelten Theorie definitorisch skizziert werden. Das bedeutet, daß sie in der Terminologie der Theorie umrissen und eingeordnet werden. Das kann für große psychologische Begriffe hier natürlich nicht in voller Breite geschehen und es wäre erst aufgrund der gegebenen Definition eine umfassende Diskussion der dadurch berührten Aspekte notwendig. Die fundamentalen psychologischen Begriffe besitzen keine scharfe Definition, sondern verschiedene Spezialisierungen haben sich aus ihrem umgangssprachlichen Gebrauch hergeleitet (wie z.B. beim Raumbegriff eine mathematische, sehr verzweigte Präzisierung), die aber nicht verbindlich sind.

Wieweit eine formale Definition die verschiedenen Aspekte abdeckt, die mit einem unscharfen umgangssprachlichen Gebrauch erreicht werden, ist nicht ohne weiteres zu entscheiden. Der wesentliche Punkt hier ist eine funktionale Definition in einem quasi-physikalischen Rahmen, der diese Begriffe als physikalische erscheinen läßt und ihnen auf diese Weise eine gewisse Objektivität gibt, als notwendige Erscheinung der Psyche. Man kann dann anhand der formalen Definition nachprüfen, wieweit die umgangssprachlichen Bedeutungen abgedeckt werden, wobei die Interpretationsprinzipien zu beachten sind, und dann können die formalen Definitionen eventuell ergänzt werden.

Es ist nicht zu erwarten, daß eine völlige Deckungsgleichheit erreicht wird. Im Prinzip muß jede wesentliche Erscheinung der modularen Physik sich als ein psychologischer Begriff niederschlagen, weil sie sich in der Psyche wiederfindet. Ich unterscheide nach Endo- und Exobegriffen, d.h. nach solchen, die mit Hilfe der Endo- resp der Exosicht formuliert werden. Letztere sind solche, die mit Hilfe der Kategorienbeschreibung und ihrer Invarianten definiert werden können, erstere, die mit Hilfe des Raumbegriffes und der psychologischen Zustände und ihrer Bewegungen bzw. der fundamentalen Kräfte definiert werden können.

Diese könnte man auch als fundamentale Begriffe bezeichnen, da sie der Psyche eingeboren erscheinen, es sind unmittelbare Äußerungen der Physik und daher unvermeidbar, jene haben einen mehr technischen Charakter, spiegeln aber durchaus Eigenschaften der Psyche. Tatsächlich spielen in jedem psychologischen Begriff Endo- und Exosicht eine Rolle, da es keine reine Endo- oder Exosicht gibt, aber in der Definition gibt es Schwerpunkte. Am interessantesten in Hinblick auf die psychologische Deutung sind vielleicht diejenigen physikalischen Begriffe oder Relationen, bei denen sich Endo- und Exosicht besonders stark verbinden und der Übergang zwischen ihnen wesentlicher Bestandteil der Erscheinung ist. Diese spielen in den folgenden Beispielen die Hauptrolle und ich zähle dazu den Bewußtseinsbegriff und den Zeitbegriff."

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