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Denkanstöße 2019

  • Erscheinungsdatum: 04.09.2018
  • Verlag: Piper
eBook (ePUB)
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Denkanstöße 2019

Denkanstöße 2019 - das sind wichtige Erfahrungen, historische Hintergründe, bedeutende Randnotizen und erhellende Erkenntnisse eines Jahres, die schon heute unser Bewusstsein prägen. Rolf Dobelli verrät überraschende Wege zum Glück, Joachim Käppner erklärt, warum 1918 die Chance zum Frieden in Europa vertan wurde, Ronen Steinke erinnert an eine Freundschaft, die Religions- und Kulturgrenzen überwindet, Dirk von Gehlen entwirft ein Plädoyer auf den Pragmatismus und Miriam Meckel reflektiert, welche Folgen ein technologisch "optimiertes" Gehirn für unsere Gesellschaft hat.

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: watermark
    Seitenzahl: 224
    Erscheinungsdatum: 04.09.2018
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783492978972
    Verlag: Piper
    Größe: 901 kBytes
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Denkanstöße 2019

Rolf Dobelli

Die Kunst des guten Lebens

Seit der Antike, also seit mindestens 2500 Jahren - aber vermutlich noch viel länger -, haben sich Menschen immer wieder die Frage nach dem guten Leben gestellt: Wie soll ich leben? Was macht ein gutes Leben aus? Welche Rolle spielt das Schicksal? Welche Rolle spielt das Geld? Ist das gute Leben eine Sache der Einstellung, der persönlichen Haltung, oder geht es vielmehr um das handfeste Erreichen von Lebenszielen? Ist es besser, nach Glück zu streben oder Unglück zu umschiffen?

Jede Generation stellt sich diese Fragen neu. Die Antworten sind im Grunde stets enttäuschend. Warum? Weil man immer auf der Suche nach dem einen Prinzip ist, dem einen Grundsatz, der einen Regel. Doch diesen Heiligen Gral des guten Lebens gibt es nicht.

Auf verschiedenen Gebieten fand in den letzten Jahrzehnten eine stille Revolution des Denkens statt. In den Wissenschaften, in der Politik, in der Wirtschaft, in der Medizin und in vielen anderen Bereichen hat man erkannt: Die Welt ist viel zu kompliziert, als dass wir sie mit einer großen Idee oder einer Handvoll Prinzipien erfassen könnten. Wir brauchen einen Werkzeugkasten von unterschiedlichen Denkmethoden, um die Welt zu verstehen. Und genau so einen Werkzeugkasten benötigen wir auch für das praktische Leben.

In den letzten 200 Jahren haben wir eine Welt geschaffen, die wir intuitiv nicht mehr verstehen. Und so stolpern Unternehmer, Investoren, Manager, Ärzte, Journalisten, Künstler, Wissenschaftler, Politiker und Menschen wie Sie und ich unvermeidlich durchs Leben, wenn wir nicht auf einen Vorrat solider gedanklicher Werkzeuge und Modelle zurückgreifen können.

Sie können diese Sammlung an Denkmethoden und Haltungen auch als "Betriebssystem für das Leben" bezeichnen. Mir jedoch gefällt der altertümliche Vergleich mit einem Werkzeugkasten besser. Der Punkt ist: Mentale Werkzeuge sind wichtiger als Faktenwissen. Sie sind wichtiger als Geld, wichtiger als Beziehungen und wichtiger als Intelligenz.
___________ Anmerkungen

Charlie Munger ist der Geschäftspartner des legendären Investors Warren Buffett und für mich einer der großen Denker unseres Jahrhunderts. Bill Gates sagt über Charlie Munger: "Er ist der wirklich umfassendste Denker, den ich je getroffen habe." "He is truly the broadest thinker I have ever encountered." (Griffin, Tren: Charlie Munger - The Complete Investor, Columbia Business School Press, 2015, S. 46.)

Im Rahmen eines Vortrags vor Studenten im Jahr 1994 verriet Charlie Munger das Geheimnis seines Denkens: "Sie brauchen mentale Modelle. Und Sie müssen die zahlreichen Erfahrungen Ihres Lebens an diesem Gitterwerk von mentalen Modellen befestigen. Sie werden festgestellt haben, dass einige Studenten einfach auswendig lernen. Nun, diese Leute werden durchs Studium fallen und im Leben versagen." "You've got to have models in your head. And you've got to array your experience - both vicarious and direct - on this latticework of models. You may have noticed students who just try to remember and pound back what is remembered. Well, they fail in school and in life. You've got to hang experience on a latticework of models in your head." (Charlie Munger, Rede an der USC Business School mit dem Titel "A Lesson on Elementary Worldly Wisdom", 1994. In: Griffin, Tren: Charlie Munger - The Complete Investor, Columbia Business School Press, 2015, S. 44.)

Munger spricht von Mental Models - wörtlich übersetzt "mentale Modelle". Doch passt diese Übersetzung nicht richtig. Es handelt sich bei Munger nicht um Modelle im Sinne von Architekturmodellen oder Simulationsmodellen, also maßstabsgetreuen Abbildungen der Realität. Vielmehr meint Munger Denkwerkzeuge, Denktaktiken, Denkstrategien und Haltungen. Ich verwende in diesem Buch daher die Begriff

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