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Evolutionäre Nachhaltigkeitspolitik Leitbildwandel durch paradigmatische Neuorientierung von Bechmann, Arnim (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 31.03.2016
  • Verlag: Books on Demand
eBook (ePUB)
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Evolutionäre Nachhaltigkeitspolitik

Die bisherige Umwelt- und Nachhaltigkeitspolitik ist zu einer gesellschaftlichen Routinepolitik herangewachsen, trotz alledem ist sie jedoch weit davon entfernt, die Probleme zu lösen, auf die sie sich richtet. Die paradigmatischen Leitbilder und Leitideen, denen die gesellschaftlichen Hauptakteure von Umwelt- und Nachhaltigkeitspolitik folgen, entstammen den 70er- und 80er Jahren des vergangenen Jahrhunderts. Sie entstanden als Reaktion auf das hohe ökologische Destruktionspotenzial der damals die Welt dominierenden Industriegesellschaften. Doch dieser Gesellschaftstyp befindet sich bereits seit mehreren Jahrzehnten in der Auflösung. Eine neue, global vernetzte, wenn auch ökonomisch sehr unausgeglichene Weltgesellschaft entsteht. Der globale gesellschaftliche Wandel bewirkt große evolutionäre Strukturumbrüche. In der Übergangsgesellschaft finden Auflösungsprozesse des Alten und Geburtsprozesse von viel Neuem statt. Dabei entstehen technologische und mentale, wissensbedingte Zukunftspotenziale, die viel zur nachhaltigen Gestaltung der Zukunftsgesellschaft beitragen können. Diese Potenziale werden von der aktuellen Umwelt- und Nachhaltigkeitspolitik bislang ignoriert. Die Autoren des Buches plädieren dafür, eine ökologische Leitbild-Evolution von Umwelt- und Nachhaltigkeitspolitik auf der Basis einer paradigmatischen nachmaterialistischen naturwissenschaftlichen Neuorientierung in Gang zu setzen, die Orientierung und Raum schafft für ökologisch wünschenswerten technologischen Wandel, für zukunftsfähige Umgangsformen mit Natur und Leben und für die Herausbildung postmaterialistischer Lebensstile, um so den Weg in eine möglichst nachhaltige Zukunftsgesellschaft weisen zu können. Das Buch ist Bestandteil eines umfassenderen Projektes, dessen Ergebnisse unter der Dachüberschrift 'Argumente für eine evolutionäre Umwelt- und Nachhaltigkeitsstrategie' in einer dreibändigen Buchreihe erscheinen.

Prof. Dr. Arnim Bechmann (1943-2014); Studium der Mathematik, Physik und Volkswirtschaftslehre in Göttingen (Dipl.-Math.) und Berlin (Dr. rer. pol.), Habilitation für Planungstheorie und Planungsmethodik an der TU Hannover. Professor für Landschaftsökonomie am Institut für Landschaftsökonomie der TU Berlin (1979-99), Vorstandssprecher des Freiburger Öko-Instituts (1980-83), Gründer und Direktor des Zukunfts-Zentrums Barsinghausen (1985-2008), Initiator des internetbasierten Wissenssystems 'Orientierungsnetzwerk - Paradigmensprung' (2007-2014), Leitungs- und Beiratsfunktionen in diversen Wissenschaftsinstitutionen, Buch- und Zeitschriftenveröffentlichungen, Beiträge in Rundfunk und Fernsehen. Arbeitsschwerpunkte: Systemanalyse und Systemplanung zum Umwelt- und Ressourcenmanagement, Entwicklung computerbasierter Komplexitätsmanagement-Systeme sowie Konzept, Grundlagen und Anwendungsmöglichkeiten einer Nachmaterialistischen Naturwissenschaft.

Produktinformationen

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Evolutionäre Nachhaltigkeitspolitik

Die Evolutionstheorie stellt das Problem des Aufbaus von Ordnung als

Problem der Wahrscheinlichkeit des Unwahrscheinlichen. ... Evolution ist

nur möglich, wenn aus einem laufend reproduzierten Überschuss an Mög
lichkeiten immer wieder Geeignetes ausgewählt werden kann. Auch und

gerade soziokulturelle Evolution ist in dieser Weise auf Überschussrepro
duktion und Repression angewiesen, und dies nicht im Sinne eines histori
schen Nacheinander, sondern im Sinne eines laufenden Miteinander.

Niklas Luhmann (2008/1, S. 9ff)
Vorwort

Die Phänomene und Fakten zeigen es unstrittig an: unsere Welt durchläuft derzeit einen schnellen, evolutionär gerichteten Wandel. Dieser Wandel ist für jede historisch gewachsene Gesellschaft auf spezifische Weise strukturverändernd. Er scheint zudem über eine vielschichtige, globale Vernetzung zu einer - wie auch immer gearteten - Weltgesellschaft zu führen.

Bereits heute zeichnen sich erste Konturen dieser Zukunftsgesellschaft ab - also erste Strukturveränderungen der globalen Gesellschaft der letzten Jahrzehnte des laufenden Jahrhunderts - die sich markant, wenn nicht gar fundamental, von den Rahmenbedingungen unterscheiden, unter denen wir derzeit leben. Wir - die Autoren dieser Schrift - vermuten, dass wir bereits seit Ende des vergangenen Jahrhunderts den Prozess einer weiteren Metamorphose der Menschheitsentwicklung erleben, die in ihrer Bedeutung durchaus mit dem Übergang von der Agrargesellschaft zur Industriegesellschaft vergleichbar ist und die weit über die Industriegesellschaften der vergangenen Jahrhunderte sowie über die Machtausübung dieser Gesellschaften in der gesamten Welt hinaus führen wird.

Darüber, wohin diese Entwicklung strebt, und ob sie darauf angelegt ist, der Menschheit eher Glück oder eher Leid zu bringen, kann bislang nur spekulativ gesprochen werden. Dennoch erscheint es bereits gegenwärtig möglich, strukturwandelnde evolutionäre Entwicklungsimpulse und -gradienten in Richtung "Ausfahrt Zukunft" zu orten.

Wie auch immer wir uns die Konturen der Zukunftsgesellschaft und den Weg zu dieser Gesellschaft vorstellen und argumentativ begründen mögen, eines scheint sicher zu sein: ohne eine explizite oder zumindest implizite Idee von Zukunft lässt sich zukunftsgerichtete Politik weder formulieren noch durchsetzen und als Handlung implementieren. Dies gilt auch und sogar insbesondere für die Umweltpolitik und die sich an diese anschließende Nachhaltigkeitspolitik.

Wenn sich Gesellschaft evolutionär verändert, so sollten sich eigentlich auch gerade diese Politikfelder evolutionär entwickeln, um ihr Wirkungspotenzial voll entfalten zu können. Doch dies ist bislang keineswegs der Fall. Beide Politikbereiche scheinen ihre ursprüngliche Innovationskraft weitgehend verloren zu haben und dümpeln - trotz Energiewende - mehr oder weniger träge vor sich hin. Ja, sie sind nicht einmal mehr "wahlkampfrelevant", wie die vergangene Bundestagswahl und auch die Europawahl 2014 - während der das vorliegende Buchmanuskript abgeschlossen wurde - nur allzu deutlich belegen. Der gesellschaftliche Konsens, der sich zu Umwelt- und Nachhaltigkeitspolitik herausgebildet hat, hat diese Politik fast durchgängig - im Sinne einer rückwärts gewandten Sicht der Dinge - konventionalisiert. Im Großen und Ganzen arbeiten Politik, Wissenschaft und Wirtschaft nach wie vor die ökologischen Leitideen der 70er- und 80er Jahre des hinter uns liegenden Jahrhunderts ab, ohne ernsthaft nach den Konturen der Zukunftsgesellschaft zu fragen, auf die wir im Verlauf der vor uns liegenden 50 Jahre zugehen werden (vgl. Bechmann, Steitz 2016/1).

Wir plädieren mit der vorliegenden Schrift dafür, den Pfad der gängigen "statischen" Umwelt- und Nachhaltigkeitspolitik zu verlassen und auf den einer "evolutionären" Umwelt- und Nachhaltigkeitspolitik überzuwechseln.

Dass dies nicht einfach sein wird, ist un

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