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Bevölkerungsgeographie von Wehrhahn, Rainer (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 01.11.2016
  • Verlag: WBG Academic
eBook (ePUB)
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Bevölkerungsgeographie

Bevölkerungsgeographie wird in diesem Lehrbuch in relationaler und kontextueller Perspektive betrachtet und als ein zentraler Bestandteil des Geographiestudiums begründet. Im Zuge der aktuellen Debatten um Migration, Flucht und demographischen Wandel gewinnen bevölkerungsgeographische Komponenten für Gesellschaft, Politik und Wirtschaft und für die Berufspraxis von Geographinnen und Geographen an Bedeutung. Alterung, Schrumpfung, neue demographische Vielfalt in Stadtquartieren oder Fluchtmigration stellen die öffentliche Planung, privatwirtschaftliche Akteure sowie die Zivilgesellschaft vor neue Aufgaben. Die Autoren dieses Lehrbuchs, das auf die Bedürfnisse des Bachelorstudiums zugeschnitten ist, stellen die Disziplin methodisch und inhaltlich breit dar. Hierbei nehmen sie auch Rücksicht die gewandelte Lehr - und Berufswelt, indem sie interdisziplinären Ansätzen, neuen humangeographischen Konzepten und neben quantitativen auch qualitativen Methoden eine besondere Bedeutung beimessen. Rainer Wehrhahn, geb. 1962, ist Inhaber des Lehrstuhls für Humangeographie mit den Schwerpunkten Stadt- und Bevölkerungsgeographie an der Christian-Albrechts-Universität Kiel.

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: AdobeDRM
    Seitenzahl: 164
    Erscheinungsdatum: 01.11.2016
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783534742059
    Verlag: WBG Academic
    Größe: 5544 kBytes
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Bevölkerungsgeographie

2. Zentrale Begriffe und Arbeitsmethoden der Bevölkerungsgeographie

Überblick

I n der Bevölkerungsgeographie ist es eine zentrale Arbeitsmethode, anhand gemeinsamer Eigenschaften von Personen Bevölkerungsgruppen zu bilden. Derartige Kategorisierungen sind zwar sozial konstruiert, für die Bearbeitung vieler bevölkerungsgeographischer Fragen jedoch notwendig. Eine wichtige Darstellungsform der Bevölkerungsstruktur hinsichtlich Alter und Geschlecht sind Bevölkerungspyramiden mit ihren Grund- und Sonderformen. Die Dynamik der Bevölkerung lässt sich mit Hilfe der demographischen Grundgleichung beschreiben, die sich aus den Elementen Fertilität, Mortalität, Migration und Bevölkerungszahl zusammensetzt. Das Kapitel führt außerdem in wichtige Begriffe wie Haushalt, Familie, Migration und Mobilität ein. Als Datengrundlagen der Bevölkerungsgeographie werden Zensus, Mikrozensus und Fortschreibung sowie quantitative und qualitative Forschungsmethoden vorgestellt.
2.1 Grundlegende Begriffe

Bevölkerung

Bevölkerung und Bevölkerungsgruppen stellen zentrale Kategorien innerhalb der Geographie dar. Bevölkerung bezieht sich auf die in einem bestimmten Gebiet (Kontinent, Großregion, Staat, Kommune, Stadtviertel etc.) lebenden Menschen. Wie Personen etwa mit mehreren Wohnsitzen oder Nationalitäten in dem betreffenden Gebiet gezählt werden, hängt dabei von der Definition in der jeweiligen Untersuchung bzw. der jeweiligen Bevölkerungsstatistik ab. In der amtlichen deutschen Bevölkerungsstatistik werden alle am ersten Wohnsitz gemeldeten Personen erfasst. In anderen Ländern wird die tatsächlich anwesende Bevölkerung zu einem Zeitpunkt gezählt.

Bevölkerungsgruppen und soziale Gruppen

Bevölkerungsgruppen zeichnen sich als Teil einer Bevölkerung dadurch aus, dass sie mindestens ein gemeinsames Merkmal aufweisen, das sie von den übrigen Mitgliedern der betreffenden Bevölkerung unterscheidet. Es müssen nicht notwendigerweise Beziehungen zwischen den Mitgliedern dieser Bevölkerungsgruppe bestehen. Bevölkerungsgruppen bestehen nicht per se, sondern werden erst vor dem Hintergrund einer bestimmten Untersuchung gebildet. Im Unterschied zur Bevölkerungsgruppe ist für eine soziale Gruppe eine wechselseitige soziale Interaktion der Gruppenmitglieder maßgeblich.

Beispiele und kritische Betrachtung

Bevölkerungsgruppen werden gebildet, um z.B. Handlungsmuster im Rahmen der Genderforschung zu verstehen, Handlungsempfehlungen für die altengerechte Quartiersentwicklung zu formulieren oder wenn das Wanderungsverhalten verschiedener soziodemographischer Gruppen untersucht werden soll. Personen über 65 Jahre, Frauen im gebärfähigen Alter, Säuglinge oder weibliche Erwerbstätige wären Beispiele für Bevölkerungsgruppen, die mindestens ein für die jeweilige Fragestellung maßgebliches Kriterium aufweisen. Bei einer kritischen Betrachtung von so gebildeten Bevölkerungsgruppen zeigt sich allerdings, dass diese nur mit Vorsicht zu verwenden sind. Da sie konstruiert sind - und dies i.d.R. zudem nur anhand eines einzigen Merkmals - muss stets auch gefragt werden, wer die Bevölkerungsgruppe mit welcher Zielsetzung bildet und ob das betreffende Merkmal tatsächlich geeignet ist, um eine wissenschaftlich relevante Fragestellung hinreichend zu untersuchen.

Planerische Praxis

In der planerischen Praxis vieler bevölkerungsgeographischer Forschungsfragen lassen sich ohne derartige Kategorienbildungen bislang allerdings kaum Verfahren zum zielgruppenspezifischen Umgang mit demographischen Problemen oder sozialpolitischen Maßnahmen in "vertretbarem" finanziellen Rahmen und auch keine regional differenzierten Bevölkerungsprognosen durchführen (vgl. Kap. 7). Vereinfachende Kategorisierungen der Bevölkerung bezüglich Alter, Geschlecht, Nationalität, Ethnizität et

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