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Die Stadt Von der Polis zur Metropolis von Lichtenberger, Elisabeth (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 01.06.2015
  • Verlag: Primus
eBook (ePUB)
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Die Stadt

Elisabeth Lichtenberger gibt einen umfassenden Überblick über die Entwicklung, Funktion und Gestalt der Stadt sowie ihre Zukunftsperspektiven. Sie zeigt, dass sich Städte mit der Abfolge politischer Systeme tiefgreifend ändern. Dabei gilt ihr Blick insbesondere der Stadtentwicklung des 20. Jahrhunderts. An zahlreichen, gut illustrierten Beispielen werden Leitbilder in den Bereichen Politik, Städtebau und Technik dargestellt. Die kleinräumige Betrachtung veranschaulicht die Struktur der unterschiedlichen Stadträume und deren Funktionen für die Gesellschaft. Die Autorin arbeitet die verschiedenen Wohnräume und Wohnformen, die Institutionalisierung der öffentlichen Einrichtungen sowie die Entwicklung von Einzelhandelsgeschäften zur ?Shopping-Mall?, von der Hinterhofindustrie zum ?industrial state?, vom Kleinbüro zum Bürohochhaus prägnant heraus. Abschließend widmet sie sich der Zukunft der Stadt und ihrer Bedeutung als lebendiges Innovationszentrum der europäischen Kultur. Elisabeth Lichtenberger ist eine international renommierte Wissenschaftlerin. Sie hat als Professorin an der Universität Wien den Studienzweig angewandte Geographie, Raumforschung und Raumordnung und als Mitglied der Österreichischen Akademie der Wissenschaften das Institut für Stadt- und Regionalforschung gegründet. Bei der WBG erschienen von ihr außerdem: die wissenschaftliche Länderkunde ?Österreich? (2., völlig überarb. Aufl. 2002) und ?Europa. Geographie, Geschichte, Wirtschaft, Politik? (2005).

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: AdobeDRM
    Seitenzahl: 304
    Erscheinungsdatum: 01.06.2015
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783863127497
    Verlag: Primus
    Größe: 38214 kBytes
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Die Stadt

2 Aktuelle Stadtentwicklung und politische Systeme

Abb. 2.1: Frankfurt, Hochhaussilhouette 1990

Überblick

Das Leitthema lautet: Konvergenz oder Divergenz der Stadtentwicklung zu Beginn des 21. Jh.s?

Die drei großen politischen Systeme der westlichen Welt bilden die Bezugsbasis:

- das soziale Wohlfahrtssystem Europas,

- das privatkapitalistische System der USA und

- die Transformationsstaaten des Postsozialismus.

Die politischen Systeme tragen entscheidend zur Divergenz der Stadtentwicklung bei. Sie beeinflussen

- die normativen Prinzipien des Städtebaus und der Stadtplanung,

- den Einsatz der Technologien,

- die Struktur der Wirtschaft,

- die institutionellen Organisationsformen und

- die Segregationsprozesse der Gesellschaft im Stadtraum.

Folgende Instrumente der Kommunalpolitik besitzen besondere Bedeutung:

- Bauordnungen und Flächenwidmungspläne,

- kommunale Aufgabenbereiche und

- Steuersysteme.

Weitere Faktoren bedingen die Divergenz:

- die ererbte bauliche Struktur und Landnutzung,

- die tradierten Normen und Verhaltensweisen der Bevölkerung sowie die tradierten Formen des Wohnbaus.
Einleitung

Die Effekte der Globalisierung bestimmen die Gegenwart. Konvergenzen der Entwicklung auf allen Ebenen von Staat, Gesellschaft und Wirtschaft sind das Ergebnis. Es stellt sich die Frage, ob die europäische Stadtentwicklung - wenn auch mit Abstand - der nordamerikanischen folgen wird oder, wie bisher, einen eigenen Weg in die Zukunft hat. Die Antwort verlangt eine Differenzierung von varianten und invarianten Faktoren der Entwicklung von Städten und städtischen Systemen.

Verfechter der These einer Konvergenz der Entwicklung können eine Reihe von invarianten Faktoren ins Treffen führen.

Hierzu zählen sämtliche Technologien des Bauens, der Sachgüterproduktion, des Verkehrs, der Infrastruktur von Versorgung und Entsorgung, der Kommunikation und Information.

Sie können darüber hinaus darauf hinweisen, daß die Abfolge der räumlichen Organisationssysteme der Gesellschaft von der arbeitsteiligen Gesellschaft über die Konsumgesellschaft bis zur Freizeitgesellschaft sich weitgehend unabhängig von den politischen Systemen vollzieht.

Als ein schlüssiges Glied in der Beweiskette können sie belegen, daß die Instrumente der Stadtplanung, wie die Charta von Athen, längst international gültigen Maßstäben folgen.

Verfechter einer Divergenz der Entwicklung können auf folgende variante Faktorenkomplexe verweisen:

die aktuellen politischen Systeme mit den Leitbildern und Maßnahmenpaketen zur räumlichen Organisation und Strukturierung von Städten;

die persistenten Strukturen der Stadtentwicklung als ererbte bauliche Struktur und Landnutzung, die tradierten Normen und Verhaltensweisen der Bevölkerung und die institutionellen Organisationsformen;

die städtebaulichen Gestaltungsprinzipien, darunter insbesondere die Formen des Wohnbaus.

Drei Unterschiede der nordamerikanischen und europäischen Stadtentwicklung erscheinen von wesentlicher Bedeutung:

In Europa ist der Raum nicht wie in Nordamerika eine ubiquitäre Ressource. Der Boden ist knapp, die Bodenpreise sind hoch. Die hohe Bevölkerungsdichte führt zu anderen Formen im Städtebau, aber auch in allen anderen Kategorien städtischer Existenz. Phänomene der Unternutzung, der Extensivierung und des Brachfallens von Flächen, das Leerstehen von Objekten werden sehr rasch wahrgenommen und führen zu Gegenaktionen und Maßnahm

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