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Finanzgeographie von Zademach, Hans-Martin (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 01.07.2014
  • Verlag: WBG Academic
eBook (ePUB)
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Finanzgeographie

Geld und Kapitalströme stellen einen wichtigen Schlüssel zum Verständnis räumlich differenzierter Entwicklungen dar. Dieses Lehrbuch führt ins Feld der Finanzgeographie als Teildisziplin der Human- bzw. Wirtschaftsgeographie ein. Es erläutert die Organisationen und Institutionen des Finanzsektors in ihrer Einbindung in Finanzsysteme von unterschiedlichem Charakter und unterschiedlichen Reichweiten, gibt Aufschluss über die Zusammenhänge zwischen Kapitalbeziehungen und regionaler Wirtschaftsentwicklung, legt die Bedeutung von Finanzplätzen als Steuerungszentralen der globalen Wirtschaft dar und setzt sich mit Finanzkrisen und den Herausforderungen der Finanzialisierung auseinander. Hans-Martin Zademach, geb. 1975, ist Professor für Wirtschaftsgeographie an der Katholischen Universität Eichstätt-Ingolstadt. Seine Arbeitsgebiete liegen in den Bereichen geographische Globalisierungsforschung, Regionalentwicklung und Nachhaltigkeit sowie der angewandten Branchen- und Standortforschung.

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: AdobeDRM
    Seitenzahl: 148
    Erscheinungsdatum: 01.07.2014
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783534731619
    Verlag: WBG Academic
    Größe: 3135 kBytes
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Finanzgeographie

2 Methodische Grundlagen

Nachdem im einführenden Kapitel Begriff, Inhalt und Entwicklung der Finanzgeographie vorgestellt wurden, gibt das folgende Kapitel einen Überblick über wichtige Grundlagen und Basiskonzepte der Disziplin. Dabei steht zunächst eine Reflexion der Begriffe Raum, Region und Standort sowie Distanz und Nähe als untrennbar mit der geographischen Forschung verbundenen Kategorien an. Anschließend werden erste Grundzusammenhänge der Finanzwelt erläutert: Welche Elemente beinhalten Finanzsysteme und Finanzsektor? Wie hängen diese Elemente zusammen? Welche Funktionen können/sollten sie erfüllen? Viele spezifische Fachausdrücke, die zum Teil schon gefallen sind, werden so systematisch geklärt. Ähnlich folgt im abschließenden Teil des Kapitels eine gegenüber dem einführenden Abschnitt etwas ausführlichere Annäherung an die unterschiedlichen Forschungsperspektiven der Finanzgeographie und ihre erkenntnistheoretischen Prämissen.
2.1 Zentrale Kategorien der (finanz-)geographischen Forschung

Als Wissenschaft im Schnittfeld von Human- und Naturwissenschaften befasst sich die Geographie allgemein mit den Beziehungen zwischen Gesellschaft und Umwelt. Sie setzt sich also beispielsweise sowohl mit den Ursachen von Naturkatastrophen auseinander als auch mit deren unterschiedlichen sozialen und ökonomischen Folgen. Wie im Fall der schockierenden Ereignisse in Fukushima im März 2011, können diese Folgen weite Teile des Erdballs umspannen (Exkurs 2).

Exkurs 2: Folgen der Katastrophe in Fukushima
Am 11. März 2011 überflutete eine Tsunamiwelle weite Teile der Nordostküste Japans. Diese Welle wurde vom schwersten Erdbeben in der Geschichte des Landes ausgelöst. Die Wassermassen rissen fast 20.000 Menschen in den Tod. Im Atomkraftwerk Fukushima Daiichi kam es zum Super-GAU; die Region um die Unglücksreaktoren musste evakuiert werden. Neben der menschlichen Tragödie brach Japans Industrieproduktion ein, viele Unternehmen mussten angesichts von Energieengpässen vorübergehend ihre Produktion einstellen. Durch eng vernetzte globale Lieferketten hatte dies Auswirkungen bis in die USA oder nach Europa, wo beispielsweise die Opel-Werke in Eisenach und im spanischen Saragossa durch fehlende Teile aus Japan vorübergehend stillstanden.
Gemessen an den sozialen und den ökologischen Folgen der Katastrophe erscheinen die ökonomischen Probleme inzwischen weitgehend im Griff: So hatte sich der japanische Leitindex Nikkei, der in den Tagen nach dem Unglück um mehr als 20 % nachgab, schon kurze Zeit darauf wieder weitgehend erholt (Abb. 2.1). Dies zeigt, wie ambivalent die Erwartungen der Finanzmärkte in der Bewältigung der Krise waren. Manche Beobachter erkennen in der Bewältigung der Katastrophe sogar einen belebenden Impuls für Japans Wirtschaftsentwicklung.

Abb. 2.1: Entwicklung von Nikkei 225 und Dax, Januar 2011 bis April 2012

In vielen Ländern führte die Schockwelle der Ereignisse von Fukushima auch dazu, die Sicherheit von Kernkraftwerken infrage zu stellen und die eigene Energiepolitik zu überdenken. In Deutschland beschloss die Bundesregierung noch im Juni 2011, nach dreimonatigem Atom-Moratorium, die Beendigung der Kernenergienutzung und Beschleunigung der Energiewende, die einen vollständigen Ausstieg aus der Kernenergie bis 2022 vorsieht - ein Vorhaben, das auch von der Finanzierungsseite eine gewaltige Herausforderung darstellt.

(Quellen: Boerse.de 2012; FTD 2011; Spiegel Online 2012)

Geographie und Finanzgeographie handeln somit zuvorderst von der Erklärung und vom Verständnis der Abhängigkeiten und Wechselbeziehungen zwischen Räumen und Standorten (vgl. auch G EBHARDT et al. 2011, S. 9ff., S. 37 und S. 647; weiterführend z.B. W EICHHART 2008). Da dabei aktuelle Ereignisse auch mit langfristigen Entwi

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