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Geographie der internationalen Wirtschaft von Haas, Hans D. (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 01.02.2012
  • Verlag: wbg Academic
eBook (ePUB)
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Geographie der internationalen Wirtschaft

Wirtschaftliches Handeln findet heute zunehmend im globalen Kontext statt. Das Wachstum des Außenhandels, die steigende Mobilität des Faktors Kapital und die weltweite Verteilung unternehmerischer Wertschöpfungsfunktionen sind wesentliche Indikatoren für die Globalisierung der Wirtschaft, deren Dimension und Vielschichtigkeit ständig zunehmen. Die Geographie der internationalen Wirtschaft ist als eine Geographie globaler wirtschaftlicher Vernetzung zu verstehen, welche räumliche Verbreitungs- und Organisationsmuster von Unternehmen als Träger globaler Prozesse beschreibt und analysiert. Dieses Lehrbuch macht mit dem modernen Forschungsfeld der Geographie der internationalen Wirtschaft vertraut. Studierenden soll es eine Grundlage zum Selbststudium sein, Lehrende finden in ihm einen Basistext zur inhaltlichen Planung von Lehrveranstaltungen zum Fachgebiet. Prof. Dr. Hans-Dieter Haas, geb. 1943, war bis 2008 ord. Professor für Wirtschaftsgeographie an der Ludwig-Maximilians-Universität München und ist Begründer der Reihe 'Geowissen kompakt' bei der WBG.

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: AdobeDRM
    Seitenzahl: 158
    Erscheinungsdatum: 01.02.2012
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783534705146
    Verlag: wbg Academic
    Größe: 3470 kBytes
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Geographie der internationalen Wirtschaft

2. Entwicklung weltwirtschaftlicher Aktivitäten und Raummuster

Das Phänomen internationaler Wirtschaftsbeziehungen ist so alt wie die Menschheit selbst. Der Eindruck, dass die Internationalisierung der Wirtschaft ein Vorgang der Gegenwart und Ausdruck einer modernen strategischen Konzeption ist, täuscht. Denn seit der Vor- und Frühgeschichte existieren geographisch weit reichende und verschiedene Erdräume in Verbindung setzende Wirtschaftsverflechtungen.
2.1 Weltwirtschaftliche Beziehungen in unterschiedlichen historischen Epochen

Im Folgenden soll - dem relationalen Element der pfadabhängigen Entwicklung internationaler Wirtschaftsaktivitäten Rechnung tragend - ein Überblick über einzelne wirtschaftsgeschichtliche Epochen mit ihren verschiedenen räumlichen Gestaltungsmustern bis heute gegeben werden.
2.1.1 Altertum

Frühe Handel treibende Völker

Erste, wenn auch primitive Ansätze der Internationalisierung in Form eines überregionalen Tauschhandels sind bereits aus dem Siedlungswesen der Jungsteinzeit (ca. 5000 v. Chr.) bekannt. Ein früher, quasi-staatlich organisierter Handel ist erstmals aus den sumerischen und babylonischen Stadtkulturen (nach 4000 v. Chr.) überliefert, die an verschiedenen Standorten Stützpunkte errichteten, mit denen sie einen intensiven Fernhandel unterhielten. Assyrische Kaufleute betrieben bereits 1750 v. Chr. einen weit reichenden Zinnhandel, dessen Zentrum in der anatolischen Bronzekultur lag, und galten als erste Fernhandelsunternehmer. Die Ägypter betrieben einen regen Fernhandel mit den Völkern im heutigen Mittleren Osten, die Griechen vor allem mit den Phöniziern , mit ihren Kolonien in Asien sowie mit Regionen in Afrika, Indien und Persien. Die Römer handelten mit Ost- und Nordeuropa, Mittel- und Westafrika sowie Regionen in Asien. Um 500 v. Chr. bestand in Europa mit den Etruskern ein Netz von Handelsbeziehungen, welche den gesamten Mittelmeerraum abdeckten und bis nach Schweden und Irland reichten. Allgemein erschlossen Fernkaufleute immer neue und weiter entlegene Märkte, die entstehenden Handelsnetzwerke erreichten interkontinentale Ausmaße und gewannen mehr und mehr an Intensität (vgl. D ÜLFER 2002, S. 72f.; M OORE /L EWIS 1999, S. 269ff.).

Seidenstraße

Als anschauliches Beispiel für ein frühes, bis in die heutige Zeit persistentes Kontinente und Länder übergreifendes Handelssystem gilt die von Marco Polo in seinem berühmten Reisetagebuch von 1298 dokumentierte Seidenstraße, welche seit der Römerzeit bis zur Entdeckung eines Seefahrtsweges an Afrika vorbei und bis zur Errichtung entsprechender Seefahrtsrouten durch die Portugiesen die bedeutendste Handelsverbindung zwischen Europa und China darstellte. Auf diesem Weg tauschte der Westen u.a. Glas, Gold und Edelmetalle gegen Seide, Gewürze und Porzellan aus dem Osten (vgl. K NOX /M ARSTON 2008, S. 63).
2.1.2 Mittelalter und Renaissance

Hanse

Die sich mit dem Zerfall des römischen Imperiums zunächst abschwächenden Handelsbeziehungen erhielten erst ab dem späten Mittelalter wieder deutlichen Auftrieb. Eine besondere Bedeutung kam der Hanse zu, einem von norddeutschen in Zusammenarbeit mit russischen und holländischen Kaufleuten gegründeten, bis dato einmaligen privatwirtschaftlichen Handelsnetzwerk. Zu seiner Blütezeit im ausgehenden 14. Jh. gehörten dem Hansebund rund 200 Städte entlang der Nord- und Ostsee, aber auch im Binnenland an. Zwar verfügte die Hanse weder über eigene Finanzen oder gemeinsame Einrichtungen noch über ein Heer und eine Flotte. Dennoch hatte sie für mehr als 300 Jahre das Monopol für den regionalen Handel westeuropäischer Fertigerzeugnisse und Bodenschätze mit agrar- und forstwirtschaftlichen Waren aus dem Baltikum und Nordruss

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