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Landschaftsökologie von Gerold, Gerhard (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 01.11.2016
  • Verlag: WBG Academic
eBook (ePUB)
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Landschaftsökologie

Die Landschaftsökologie untersucht die ökologischen Zusammenhänge innerhalb eines Ausschnittes der Erdoberfläche in ihrer räumlichen und zeitlichen Dimension. Dazu gehört auch das funktionale Wirkungsgefüge zwischen den dort lebenden Organismen und ihrer Umgebung. Im vorliegenden Buch geht Gerhard Gerold auf die Grundlagen der Landschaftsökologie ein und beschreibt knapp und strukturiert die wichtigsten biologischen, chemischen und physikalischen Wechselwirkungen innerhalb eines gegebenen Landschaftsauschnittes. Außerdem führt er in die neuesten praxisangewandten Methoden des Faches ein und gibt eine kurze Anleitung in moderner GIS-basierter Landschaftsökologie. Ideal für Studierende der Landschaftsökologie, richtet sich das Werk aufgrund seines leicht verständlichen und kompakten Inhalts auch an Studierende benachbarter Fächer wie Geographie, Ökologie und Landschaftsplanung. Professor Dr. Gerhard Gerold ist Leiter der Abteilung Landschaftsökologie am Geographischen Institut der Georg-August-Universität in Göttingen. Er beschäftigt sich mit anthropogenen Beeinflussungen und den Stoffhaushalten von Boden und Wasser. Seine regionalen Forschungsschwerpunkte sind die Tropen und Subtropen Südamerikas, Westafrikas sowie SE-Asiens.

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: AdobeDRM
    Seitenzahl: 144
    Erscheinungsdatum: 01.11.2016
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783534741427
    Verlag: WBG Academic
    Größe: 10338 kBytes
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Landschaftsökologie

2. Räumliche Skalen und Horizontalstruktur

Überblick

L andschaftsökologisches Arbeiten findet in sehr unterschiedlichen räumlichen Skalen statt. Daher werden Raumeinheiten mit ihren räumlichen Dimensionen definiert und zugehörige Hauptprozesse erläutert. Dabei findet in der Landschaftsökologie das Homogenitätstheorem als funktionale Grundeinheit Anwendung. Ferner wird die Bedeutung der skalenabhängigen horizontalen Differenzierung in der Landschaft (Landschaftsmosaik) erläutert. An Beispielen wird der Zusammenhang von räumlicher Skala und wissenschaftlicher Fragestellung erläutert.

Skalenbegriffe und räumliche Hierarchien

Landschaft begegnet uns überall als Ausschnitt der Erdoberfläche (Biogeosphäre) und besitzt damit neben der zeitlichen Dimension seiner Entwicklung (Landschaftsgenese) immer eine räumliche Dimension (Skala). Warum ist die Skalenfrage - in welcher räumlichen Auflösung und in welcher Gesamtgröße ist mein Untersuchungsobjekt adäquat zu analysieren - in der Landschaftsökologie grundlegend und bedeutsam? Wie heterogen ist eine Landschaft und gibt es eine kleinste homogene funktionale Einheit?

Theoretische und praktische Gründe sind dafür anzuführen. Ökologische Grundlagenforschung basiert vielfach auf der Ökosystemdefinition von Ellenberg mit der Fragestellung nach dem funktionalen Wirkungsgefüge im Ökosystem (s. Ökosystemforschung, Schaefer 2003). Um dies quantitativ untersuchen zu können, konzentriert man sich auf repräsentative kleine Areale (z.B. Minimumareal pflanzensoziologischer Aufnahmen (zur floristisch-ökologischen Analyse mit Analyse und Bewertung ökologischer Artengruppen, Zeigerwerte nach Ellenberg s. Ellenberg 1992, Ellenberg & Leuschner 2010; zur Methodik der Vegetationskunde/Geobotanik s. Dierschke 1994, Pott 2005) - und/oder funktionale Verknüpfungen wie Tiernahrungskette oder Habitatanalyse (s. Kap. 9) oder vereinfachende Experimente (Labor- und Freilandexperimente), um deren Ergebnisse auf größere Gebiete zu übertragen (Extrapolationsproblem). Auch in der Landschaftsökologie nutzt man diese Vorgehensweise zur Erfassung vor allem der vertikalen Wirkungsgefüge in der Landschaft (" Ökotopprinzip " s. STICHWORT - Raumeinheiten-Begriffe). Andererseits verlangten und verlangen viele Umweltprobleme eine Analyse über größere Areale ( makroskalig s. STICHWORT Skalenbegriffe), wie "Saurer Regen mit Waldschäden, Habitatfragmentierung, Gewässereutrophierung, Biodiversitätsschutz, climate change". So liefert die "m2-Analyse" z.B. detaillierte Erkenntnisse zu den Pflanze-Umweltbedingungen einer Strandhafergesellschaft in den Weißdünen einer Nordseeinsel (s. Abb. 6), zur Erklärung von Verbreitung und Entwicklung des Weißdünenökotops sowie seiner Gefährdung z.B. durch Tourismus-Trittschäden ist die Betrachtung der gesamten Strand-Dünenregion unter Berücksichtigung der jahreszeitlich klimatisch-marinen Bedingungen (Wind und Sturmfluten) und Materialbilanz (Sandan- und -abfuhr) erforderlich.

Ein Beispiel aus der Xeroserie der Dünenlandschaft auf den Ostfriesischen Inseln (s. Abb. 6) verdeutlicht die Skalenfrage und Heterogenität in der Landschaft als Skalenproblem.

Betrachtet man vom Luftbild aus die Insel Spiekeroog, so erkennt man leicht bei mittlerem Tidehochwasser drei farblich klar unterschiedliche Regionen im Nord-Süd-Profil, den trockenen Strand mit Weißdünenstreifen, den Braundünenbereich und die grünen Salzwiesen. Zoomt man in den Braundünenbereich hinein, so fällt ein grün-grau/braunes mosaikartiges Muster auf, das nach Feldbeobachtung und Vegetationsaufnahme als Krähenbeeren- und Silbergrasökotop mit einer gewissen Regelhaftigkeit charakterisiert werden kann. Fragt man nach der ökologischen Charakteristik der beiden Ökotope, so erfolgte eine Analyse der Vegetations- und Bod

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