text.skipToContent text.skipToNavigation
background-image

Metropolen, Megastädte, Global Cities Die Metropolisierung der Erde von Bronger, Dirk (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 01.11.2016
  • Verlag: WBG Academic
eBook (ePUB)
39,99 €
inkl. gesetzl. MwSt.
Sofort per Download lieferbar

Online verfügbar

Metropolen, Megastädte, Global Cities

Die wirtschaftliche und soziale Polarisierung der Bevölkerung findet ihre extremste Form innerhalb der Metropolen, erst recht der Megastädte: Wie unter einem Brennglas treten die Gegensätze hier in räumlich unmittelbarer Konzentration zutage. Aber: Ist nicht die These von der Megastadt als Synonym für kulturellen und sozialen Fortschritt, geistige Innovation, als wirtschaftlicher und politischer Dirigent Realität? Und: Haben die Metropolen des ?Südens? an der Globalisierung der Weltwirtschaft partizipiert? Dirk Bronger entwirft ein weltweit vergleichbares Konzept von ?Suburbanisierung? und beschreibt an Megastädten ähnlicher Größe aber unterschiedlichen Entwicklungsstands Ausmaß und Dynamik der Suburbanisierungsprozesse und die Lebenssituation der Menschen in den Megastädten. Komplett überarbeitet und um 24 Seiten erweitert gibt die 2. Auflage des Buches einen fundierten Überblick über die neuesten Tendenz und Entwicklungen der Metropolisierungsprozesse in allen Regionen der Erde. Dirk Bronger, war Professor für Geographie am Geographischen Institut der Universität Bochum. Außerdem war er Gastprofessor an der University of the Philippines, Quezon City, der Osmania University of Hyderabad, am Asian Institute of Technology, Bangkok, sowie an der Tibet University, Lhasa. Über 50 Fachveröffentlichungen zur Metropolisierungsforschung.

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: AdobeDRM
    Seitenzahl: 240
    Erscheinungsdatum: 01.11.2016
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783534268610
    Verlag: WBG Academic
    Größe: 40288 kBytes
Weiterlesen weniger lesen

Metropolen, Megastädte, Global Cities

Einführung

These 1 Das 20. Jahrhundert war ein "Jahrhundert der Metropolen". Wird das 21. Jahrhundert ein "Jahrhundert der Megastädte" sein?

1.1 Metropolisierung - ein Phänomen des 20. Jahrhunderts?

Die gegenwärtig auf der Erde lebenden Generationen sind Zeugen von demographischen Vorgängen bislang nicht gekannter Dynamik, deren Folgen zur mit Sicherheit größten Herausforderung für die unmittelbar nachfolgenden Generationen werden dürften. Die Vorgänge selbst beziehen sich nicht allein auf ein bislang nicht bekanntes rasches Wachstum der Erdbevölkerung in der zweiten Hälfte des 20. Jh.s. Deren Zahl stieg von 1950 bis 2010 von 2,5 Mrd. (1900: 1,6 Mrd.) auf 6,9 Mrd. Menschen. Diese Zunahme um fast das 2,8-fache in gerade einmal 60 Jahren muss in erster Linie von den armen Ländern, den sog. Entwicklungsländern, getragen werden - hier finden 95 % (!) des Bevölkerungswachstums statt. Ihr Anteil ist von zwei Dritteln (1950) auf über vier Fünftel (2010) angestiegen.

Abb. 1: Die metropolitane Bevölkerung der Erde 1900-1950-2010

Abb. 2: Die Metropolisierung der Erde 1900-1950-2010

Sehr viel rasanter, um mehr als das Vierfache, hat sich das Wachstum der urbanen Bevölkerung vollzogen. Hier sind die Unterschiede zwischen "Nord" und "Süd" noch wesentlich evidenter: Einer Zunahme um das 2,4-fache in den Industrieländern steht eine um das 7,4-fache in den Entwicklungsländern gegenüber, mithin eine mehr als dreimal so rasche Zunahme der Stadtbevölkerung in der "Dritten" Welt.

Dabei hat Lateinamerika (Mittel- und Südamerika) bereits heute mit 74 % in Städten lebender Bevölkerung die Urbanisierungsquote der Industrieländer (Europa: 74 %, Nordamerika: 76 %) erreicht. Asien und Afrika, die um die Mitte des 20. Jh.s kaum 10 % städtische Bevölkerung aufwiesen, haben hier mit einem Anteil von 35 % bzw. 34 % stark aufgeholt.

Dieser als "Völkerwanderung in die Städte" bezeichnete Prozess betrifft in erster Linie die Metropolen: Im besagten Zeitraum (1950-2010) ist die in den Millionenstädten lebende Bevölkerung mehr als dreimal so rasch angewachsen wie die urbane Bevölkerung insgesamt. Heute lebt bereits jeder fünfte bis sechste Mensch in einer Millionenstadt; zu Beginn des 20. Jh.s war es gerade einmal jeder Vierzigste gewesen ( Abb. 1 u. 2 ).

Dieser Metropolisierungsprozess begann mit London, der Hauptstadt des British Empire: Als Schaltzentrale und zugleich Zentrum des seinerzeit reichsten und gleichzeitig wirtschaftlich-industriell am höchsten entwickelten Landes der Erde stieg London zur ersten Metropole und gleichzeitig ersten Weltstadt der Neuzeit auf (1801: 1,097 Mio. Einw.). Paris folgte um 1840 und war ebenfalls Steuerungszentrale eines Groß-Kolonialreiches. Hinzu kamen, ebenfalls noch vor 1850, New York, Hauptimmigrationszentrum der Erde, sowie Tokyo, Hauptstadt des aufstrebenden Japan. Als nächste folgten Wien und Berlin um 1870, ebenfalls Hauptstädte von seinerzeit europäischen Großmächten. Dann aber drehte sich die Wachstumsspirale immer schneller: Zu Beginn des 20. Jh.s gab es bereits 20 Millionenstädte, in seiner Mitte waren es 75, bis heute (2010) ist ihre Zahl auf ca. 400 angestiegen.

Dabei wird der von Morse (1965: 46) bereits vor 40 Jahren als "Naturereignis" bezeichnete Vorgang in erster Linie von den Ländern der "Dritten" Welt getragen: Hier hat sich die metropolitane Bevölkerung zwischen 1950 und 2010 von 72 Mio. auf 873 Mio. mehr als verzwölffacht, während sie sich in den Industrieländern gerade einmal um gut das Dreifache (von 118 auf 392 Mio.) erhöht hat. Innerhalb von 50 Jahren hat sich somit die Metropolisierungsquote (MQ) im Verhältnis der Industrie- zu den Entwicklungsländern von 62,2 % zu 37,8 % (1950

Weiterlesen weniger lesen

Kundenbewertungen