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Wirtschaftsgeographie von Haas, Hans-Dieter (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 01.11.2015
  • Verlag: WBG Academic
eBook (ePUB)
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Wirtschaftsgeographie

Dieses Lehrbuch macht mit allen Bereichen der Wirtschaftsgeographie vertraut. Der Erläuterung des Verhältnisses zwischen Geographie und Wirtschaftswissenschaften folgt die Vorstellung von methodischen Grundlagen, Forschungsansätzen und zentralen Begriffen des Faches. Zur Einführung in die Analyse und Erklärung räumlicher Strukturen werden die wichtigsten Standort-, Wachstums- und Entwicklungstheorien vorgestellt. Im abschließenden Kapitel über Raumentwicklung und Organisation stehen der wirtschaftliche Strukturwandel sowie regionale Raumsysteme vor dem Hintergrund der Clusterbildung und internationale Raumsysteme im Kontext der Globalisierung wirtschaftlicher Prozesse im Vordergrund. Studierende der Sozial-, Wirtschafts- und Geowissenschaften, aber auch Schüler der Sekundarstufe sowie des Leistungskursfaches Erdkunde erhalten mit dieser illustrierten Einführung eine wichtige Grundlage zur Ausbildung und Prüfungsvorbereitung im Bereich Wirtschaftsgeographie. Prof. Dr. Bernd Cyffka ist Professor für Angewandte Physische Geographie an der Katholischen Universität Eichstätt-Ingolstadt.

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: AdobeDRM
    Seitenzahl: 148
    Erscheinungsdatum: 01.11.2015
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783534731008
    Verlag: WBG Academic
    Größe: 4492 kBytes
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Wirtschaftsgeographie

2 Methodische Grundlagen

2.1 Standort und Raum: Zentrale Begriffe

Die Begriffe "Raum" und "Standort" sind untrennbar mit der geographischen Forschung verbunden. Da die Geographie eine der ältesten Wissenschaften darstellt, drängt sich die Frage auf, warum es nach so langer Zeit immer noch der Auseinandersetzung mit diesen Begriffen bedarf, weil alle grundlegenden Aussagen ja bereits getroffen seien. Die Antwort darauf liegt in der Mehrdimensionalität und Vielschichtigkeit dieser Begriffe. Die Wirtschaftsgeographie ist eine lebendige Wissenschaft. Räume und Standorte sind beständigen technologischen, wirtschaftlichen und sozialen Veränderungen unterworfen. Hinzu kommt, dass der Bedeutungsgehalt dieser Begriffe durch immer spezialisiertere und differenziertere Forschungsvorhaben und die zunehmende Integration der Erkenntnisse anderer Wissenschaften, insbesondere der Betriebs- und Volkswirtschaftslehre sowie der Soziologie, immer vielfältiger und breiter wird.
2.1.1 Konzepte der Raumauffassung

Während Biologie und Geschichte als Wissenschaften des Lebens bzw. der Zeit zu verstehen sind, gilt die Geographie als Wissenschaft des Raumes. Was aber ist "Raum"? Eine allgemeine Operationalisierung dieses Begriffs ist mit großen Schwierigkeiten behaftet, da es sehr unterschiedliche Auffassungen und Verwendungsweisen dafür gibt (vgl. im Folgenden L ÄPPLE 1991; W ARDENGA 2002; K RÄTKE 1995a, S. 5ff.).

Container-Raum

Raum kann als Behälter oder Container, aufgefüllt mit physisch-materiellen Elementen (Oberflächenformen, Böden, Klima, Vegetation und Tierwelt, vom Menschen geschaffene Bauwerke etc.), verstanden werden und charakterisiert sich als Wirkungsgefüge natürlicher und anthropogener Faktoren. Zentral für diese Raumauffassung ist der Begriff der Landschaft bzw. Kulturlandschaft , die als "Bestandteil der Erdoberfläche und zugleich als Gehäuse konkreter regionaler Lebensformen, d.h. als Lebensraum bzw. Kulturraum ihrer Bewohner" (K RÄTKE 1995a, S. 5), zu verstehen ist.

Relationaler Ordnungsraum

Der relationale Ordnungsraum ist ein formal-analytisches Ordnungsschema zur Beschreibung der Standorte und Lagerelationen materieller Beobachtungsobjekte. Dieser Ansatz basiert auf dem Verständnis der Geographie als chorologischer Raumwissenschaft , in welcher die Distanz die zentrale Kategorie für die Erklärung der allgemeinen Gesetzmäßigkeiten räumlicher Verbreitungs- und Verknüpfungsmuster menschlich-ökonomischer Aktivitäten ist. Derartige Betrachtungen liegen auch dem raumwirtschaftlichen Ansatz der Wirtschaftsgeographie (vgl. Kap. 2.2.2) zugrunde.

Wahrnehmungsraum

In der Denktradition des verhaltenswissenschaftlichen Ansatzes der Wirtschaftsgeographie (vgl. Kap. 2.2.3) stehend, werden Räume als Kategorie der Wahrnehmung und als Anschauungsformen betrachtet. Es stellt sich die Frage, wie real existierende Räume von sozialen Gruppen wahrgenommen, differenziert und räumlichen Kategorien bzw. Begriffen zugeordnet werden. Im Wahrnehmungsraum lassen sich subjektive Bewertungen von real existierenden Raumsituationen vornehmen, auf deren Grundlage die Erstellung sog. "mental maps" (vgl. Kap. 2.2.3) erfolgt.

Verflechtungsraum

Der Raum ist das Konstrukt der sozialen und ökonomischen Interaktionsbeziehungen zwischen Akteuren (Individuen, Gesellschaften und Organisationen). Als solche Interaktionsbeziehungen kommen materiell-physische Transferbeziehungen (z.B. Transport- und Verkehrsströme, Lieferverflechtungen), finanzielle Transferbeziehungen (z.B. Kapital- und Investitionsströme) sowie wirtschaftliche Kontrollbeziehungen (z.B. Entsch

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