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Wetter, Klima, Menschheitsentwicklung Von der Eiszeit bis ins 21. Jahrhundert

  • Erscheinungsdatum: 01.07.2013
  • Verlag: WBG Theiss
eBook (ePUB)
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Wetter, Klima, Menschheitsentwicklung

Waldbrände, Flutkatastrophen, Erderwärmung - ein Phänomen des 21. Jahrhunderts? Oder bestimmt der Klimawandel nicht schon immer den Weg des Menschen? Mit dieser brandaktuellen Fragestellung befasst sich der Geowissenschaftler Frank Sirocko, doch nicht mit dem Ziel, die Zukunft vorherzusagen, sondern vielmehr um einen Blick weit zurück in die Vergangenheit zu werfen. Hochrangige archäologische Funde und historisch bedeutsame Ereignisse werden auf der Grundlage jüngster, bislang unveröffentlichter Forschungsergebnisse mit Wetter- und Klimaphänomenen in einen konkreten Zusammenhang gebracht. Ort der Forschung: Die Dauner Maare in der Vulkaneifel. Die Sedimente der Eifelmaare sind der einzige Ort in Mitteleuropa, der die letzten 40.000 Jahre vollständig dokumentiert. Mit Hilfe der Ablagerungen in den tiefen und sauerstoffarmen Seen können Geowissenschaftler erstmals die Klima- und Wetterbedingungen von den Neandertalern bis heute genau rekonstruieren. Extreme Hochwasser sind ebenso abzulesen wie kaltzeitliche Trockenphasen oder Vulkanausbrüche! Frank Sirocko leitet das Institut für Geowissenschaften der Johannes Gutenberg-Universität Mainz.

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: AdobeDRM
    Seitenzahl: 208
    Erscheinungsdatum: 01.07.2013
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783806227871
    Verlag: WBG Theiss
    Größe: 33700 kBytes
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Wetter, Klima, Menschheitsentwicklung

1

Geologie und Entstehung der Maare

Rouwen Lehne und Frank Sirocko

D ie Eifellandschaft mit ihren Böden und Gesteinsvorkommen ist eng mit Besiedlungsstrukturen verknüpft, denn Böden und Gesteine sind die Grundlagen für Landwirtschaft, Bergbau und Energiegewinnung und bestimmen damit kontinuierlich die Standorte menschlicher Siedlungen - heute und in der Vergangenheit. In diesem Kapitel werden daher die grundlegenden Fakten erläutert, die nötig sind, um die Entstehung der Maare, die Eruptionsmechanismen und die Verteilung der Ausbruchszentren im Kontext der Entstehung des Rheinischen Schiefergebirges zu verstehen ( Abb. 1.1 und 1.2 ). Alle im Text erwähnten geologischen Perioden und ihre typischen Gesteine in der Eifel zeigt der Zeitstrahl in Abbildung 1.3 .

Morphologisch gesehen ist die Eifel ein Teil des Rheinischen Schiefergebirges, das sich in Linksrheinisches Schiefergebirge und Rechtsrheinisches Schiefergebirge untergliedert (Abb. 1.1). Im Westen setzt sich das Rheinische Schiefergebirge in den Höhenzügen der Ardennen fort. Die im Linksrheinischen Schiefergebirge gelegene Eifel bezeichnet das Gebiet, das von der Mosel, dem Rhein, der niederrheinischen Ebene und der luxemburgisch-belgischen Landesgrenze umschlossen wird. Südlich der Mosel schließt sich der Hunsrück an. Da hier nur ein Überblick über die Erdgeschichte dieser Region gegeben wird, sei für genauere Ausführungen auf die Literatur verwiesen (W ALTER 1992, M EYER 1986, L ANDESAMT FÜR G EOLOGIE UND B ERGBAU R HEINLAND -P FALZ 2005).

1.1 Geländemodell des Rheinischen Schiefergebirges (Daten nach J ARVIS et al. 2006).

Die ältesten bekannten Gesteine des Rheinischen Schiefergebirges stammen aus dem Kambrium (545-495 Mio. Jahre vor heute; Abb. 1.2 und 1.3), als der Norden Europas von einem flachen Meer bedeckt war. In diesem Meeresbecken lagerten sich küstennah vor allem Sande und im Beckeninneren vor allem Tone ab, die sich nachfolgend zu Sandsteinen und Tonschiefern umbildeten.

Das Devon (417-358 Mio. Jahre vor heute) war für die geologische Entwicklung des Rheinischen Schiefergebirges und somit der Eifel von entscheidender Bedeutung. In dieser Zeit entstand der überwiegende Teil der heute an der Erdoberfläche anstehenden Gesteine in einem damals marinen Meeresbecken mit feinkörnigen Ablagerungen im Zentrum und quarzreichen Küstensanden am Rand. Die grobkörnigen Küstensande verfestigten sich zu Quarziten und Sandsteinen, die feinkörnigen Beckensedimente zu Silt- und Tonsteinen, die später zu Schiefern umgewandelt wurden. Diese Schiefer und Siltsteine sind die an der Erdoberfläche am häufigsten anstehenden Gesteine in der Eifel.

Im Devon traten bereits die bis heute dominanten tektonischen Störungsmuster auf, die sich in NESW-orientierten Verwerfungen sowie Mulden- und Sattelstrukturen mit gleicher Orientierung zeigen (Abb. 1.2). Eine tektonische Besonderheit stellt die Eifeler Nord-Süd-Zone dar. Innerhalb dieser Zone gibt es viele Mulden, in denen devonisches Kalkgestein aus küstennahen Riffen erhalten geblieben ist. Diese Kalke bilden den Grundstoff für die Zementherstellung und sind zum Beispiel bei Gerolstein zu finden, wo diese Gesteine in dem tief eingeschnittenen Kylltal an den Talhängen anstehen. Die Gesamtmächtigkeit der verschiedenen devonischen Sedimente kann bis zu 3000 m betragen, verursacht durch die lang andauernde Absenkung des Meeresbeckens zu dieser Zeit.

Gesteine des darauf folgenden Karbons (358-296 Mio. Jahre vor heute) treten entlang des nördlichen Randes des Rechtsrheinischen Schiefergebirges auf, insbesondere entlang des Flusses Ruhr. In das Karbon fällt auch die erste Hebung und Verfaltung der devonischen Schiefer, da während der sogenannten Variszischen Gebirgsbi

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