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"Mich hat Auschwitz nie verlassen"

  • Verlag: DVA
eBook (ePUB)
23,99 €
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Online verfügbar

"Mich hat Auschwitz nie verlassen"

Die letzten Zeugen von Auschwitz

Am 27. Januar 1945 befreiten sowjetische Soldaten das Konzentrationslager Auschwitz. Mehr als eine Million Menschen waren hier von den Nationalsozialisten ermordet worden; nur wenige Gefangene kamen mit dem Leben davon. Diejenigen, die die Lagerhaft überlebten, konnten oder wollten in den Jahren nach der Befreiung meist nicht über ihre Erlebnisse sprechen. Sie fühlten sich außer Stande, über die Exzesse der Entwürdigung, die sie in Auschwitz erfahren mussten, zu reden, oder sie fanden für ihre Erinnerungen kein Gehör.

Weltweit haben SPIEGEL-Redakteure und -Mitarbeiter nun ehemalige Häftlinge des Konzentrationslagers besucht und befragt, Susanne Beyer und Martin Doerry haben diese Berichte in einem Buch zusammengestellt. Die beeindruckenden Schilderungen der letzten überlebenden Zeugen von Auschwitz werden reich bebildert mit Porträts, die die Fotografen Sara Lewkowicz und Dmitrij Leltschuk für diesen Band anfertigten

Produktinformationen

    Größe: 10136kBytes
    Reihe (Teil): Ein SPIEGEL-Buch
    Herausgeber: DVA
    Untertitel: Die letzten Überlebenden des Konzentrationslagers berichten
    Sprache: Deutsch
    Seitenanzahl: 288
    Format: ePUB
    Kopierschutz: watermark
    ISBN: 9783641174637

"Mich hat Auschwitz nie verlassen"

Einführung

Am 27 . Januar 1945 marschierten vermummte Gestalten in langen Mänteln durch den Schnee auf das Konzentrationslager Auschwitz-Birkenau zu. Noch am selben Tag befreiten die Rotarmisten der 1 . Ukrainischen Front das von der SS aufgegebene Lager, nur ein paar Tausend Häftlinge fanden sie vor, die meisten von ihnen krank und hilflos.

Unter den Überlebenden befand sich auch die damals zehnjährige Frieda, ein jüdisches Mädchen aus Polen, zusammen mit ihrer Mutter. Sie erinnert sich daran, dass das polnische Rote Kreuz den Befreiten zuerst Vitamintabletten gegeben habe: "Ich weiß noch, wie sie aussahen: orange, dreieckig, mit einem glatten Überzug, wahrscheinlich aus Zucker."

Frieda Tenenbaum sitzt nun, 70 Jahre danach, in der Küche eines Freundes im amerikanischen Cambridge. Sie erzählt dem SPIEGEL -Korrespondenten Johann Grolle von ihrer Zeit als Kind in Auschwitz, von der Befreiung und von ihrem Leben danach. Tenenbaum ist 80 Jahre alt und gehört zu den jüngsten Überlebenden. Kinder wurden in Auschwitz in der Regel sofort vergast, sie habe "Glück" gehabt, so sagt sie.

Für dieses Buch trafen SPIEGEL -Redakteure in Europa, Amerika und Israel 20 Auschwitz-Überlebende, um sie nach ihren Erfahrungen in der Todesfabrik zu befragen. Aus den Gesprächen entstanden umfangreiche Protokolle, die von einer Zeit kaum vorstellbarer Ängste und Leiden zeugen. Elf Frauen und neun Männer erzählen von Hunger und Elend im Lager, von den Gaskammern und Krematorien, von sadistischen Menschenversuchen. Und sie erzählen von dem unwahrscheinlichen Glück, den Holocaust überlebt zu haben.

Veröffentlicht wurden Auszüge dieser Berichte erstmals im SPIEGEL -Titel "Die letzten Zeugen" (Heft 5 / 2015 ), der mit acht verschiedenen Titelbildern erschien - acht Porträts, die, wie alle übrigen Fotos, von zwei namhaften Fotografen im Winter 2014 / 2015 gemacht wurden: Sara Naomi Lewkowicz fotografierte die Zeitzeugen in den USA und Israel, Dmitrij Leltschuk die in England, Frankreich, Österreich, Polen und Deutschland.

Die meisten Zeugen der Lagerhaft, die heute noch erzählen können, sind um die 90 Jahre alt. Sie liefern die letzten authentischen Berichte aus einer in der Menschheitsgeschichte einzigartigen Mordmaschine.

Als zentraler Schauplatz des Holocaust steht der Name Auschwitz synonym für die Verbrechen des Hitler-Regimes. Die Verwandlung des Konzentrationslagers in ein Vernichtungslager war nicht allein Ergebnis strategischer Planung, sondern eine Folge der Eskalation nationalsozialistischer Kriegführung.

Im Sommer 1940 wurde das Lager in der Nähe der Stadt Oswi_cim gegründet. Auf dem Areal standen noch Unterkünfte aus dem Ersten Weltkrieg, die für Saisonarbeiter gedacht gewesen waren. 10 000 polnische Intellektuelle und Mitglieder des Widerstands sollten dort inhaftiert werden. Seit 1941 errichteten große Unternehmen aus dem Reichsgebiet im Umfeld des Konzentrationslagers Fabriken, die dort auf eine wachsende Zahl von Zwangsarbeitern zurückgreifen konnten. Die SS ließ zu diesem Zweck zwei Kilometer vom sogenannten Stammlager entfernt ein weiteres Lager errichten, Birkenau, in dem zunächst etwa 50 000 sowjetische Kriegsgefangene untergebracht werden sollten.

Doch die meisten Gefangenen waren schon auf dem Weg nach Auschwitz verhungert. Stattdessen wurden Juden, Sinti und Roma, Homosexuelle sowie politische Häftlinge aus ganz Europa deportiert und - seit 1942 - bei der Ankunft in Birkenau einem bis dahin einzigartigen Verfahren ausgesetzt, das die Nazis Selektion nannten: Junge Männer und Frauen kamen zunächst mit dem Leben davon und mussten auf den Baustellen der neuen Fabr

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