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1945 Das Ende des Krieges von Ueberschär, Gerd R. (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 01.01.2011
  • Verlag: Primus
eBook (ePUB)
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1945

Das Jahr 1945 markiert - trotz aller Kontinuitäten - als Epochengrenze einen tiefen Einschnitt in der dramatischen und veränderungsreichen Geschichte des 20. Jahrhunderts. Die Rückbesinnung aus der Distanz von mehr als 60 Jahren kann zu einer differenzierteren Bewertung und Einordnung der Ereignisse führen. Für ein besseres Verständnis der politischen Entscheidungen der damaligen Zeit, bieten die einzelnen Kapitel dieses Buches entsprechende Informationen über die Ereignisse der letzten Kriegsmonate, die auf dem aktuellen Stand der Forschung beruhen: Die Ausrufung des 'totalen Krieges' mit Volkssturm und Werwolf werden ebenso behandelt wie die Eroberung und Besetzung des Reiches, der Luftkrieg der Alliierten gegen die deutschen Städte, das Ende Hitlers und seiner Gefolgsleute und der Zusammenbruch und die Kapitulation der 'Regierung Dönitz'. Gleichzeitig wird berücksichtigt, dass der Zweite Weltkrieg nicht am 8. Mai 1945 mit dem Sieg über die deutsche Wehrmacht, sondern erst im August des Jahres mit der Kapitulation des japanischen Kaiserreiches zu Ende gegangen ist. Die Abwürfe der Atombomben auf Hiroshima und Nagasaki symbolisieren den entsetzlichen Höhepunkt der entfesselten Zerstörungskraft des Industriezeitalters und markieren zugleich den Beginn des Atomzeitalters. Ausgewählte Dokumente (wie z.B. Hitlers 'politisches Testament' oder die deutsche Kapitulationsurkunde) finden sich im Anhang und erlauben einen vertieften Einblick zu einem der folgenreichsten Abschnitte des 20. Jahrhunderts. Gerd R. Ueberschär, geb. 1943, Dr. phil., war viele Jahre Wissenschaftlicher Mitarbeiter am Militärgeschichtlichen Forschungsamt Freiburg/Potsdam, ab 1996 Historiker und Archivar am Militärarchiv Freiburg und seit 1986 außerdem Lehrbeauftragter an der Universität Freiburg. Zahlreiche Veröffentlichungen zur Geschichte des Nationalsozialismus und zum deutschen Widerstand.

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: AdobeDRM
    Seitenzahl: 240
    Erscheinungsdatum: 01.01.2011
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783896789716
    Verlag: Primus
    Größe: 1555 kBytes
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1945

Hitlers Krieg

Die kriegerische Machterweiterung blieb dabei das eigentliche Ziel, denn der Krieg machte diplomatisches Taktieren, alle lästigen Kompromisse und Rücksichten überflüssig, versprach schnellsten und größten Gewinn. Aber obwohl das NS-Regime den Gewaltkult in jeder Form gepredigt und verherrlicht hatte, war die deutsche Bevölkerung - gerade nach den Erfahrungen des Ersten Weltkrieges - nicht so leicht und schnell wieder in eine Kriegsbegeisterung zu versetzen.

Auch wenn Hitler und seine Partei nach den scheinbar glänzenden außenpolitischen und ökonomischen Erfolgen der dreißiger Jahre an Popularität alle vorangegangenen Regierungen übertrafen - der beabsichtigte Krieg war 1938 nicht populär in Deutschland. Selbst die Militärs hielten die Zeit noch nicht für gekommen. Sie scheuten das überstürzte Kriegsabenteuer, dessen Ausgang ihnen höchst ungewiss erschien. Bremsen konnten sie den Diktator auf seinem Weg in den Krieg freilich nicht; letztlich fehlte ihnen doch der Schneid, um ihre zeitweiligen Putschpläne zu verwirklichen.

Im Sommer 1939 zeigte sich Hitler entschlossen, endlich die Waffen sprechen zu lassen, die er sich in einer wahnwitzigen und wirtschaftlich ruinösen Aufrüstung von nur wenigen Jahren beschafft hatte. Polen sollte das erste Opfer sein, dann würde man weitersehen, ob zunächst die Westmächte geschlagen werden mussten, oder ob die Wehrmacht gleich nach Osten weitermarschieren konnte. Dort in den Weiten Russlands lag der ersehnte "Lebens raum im Osten", dessen Eroberung und Kolonisierung die Grundlage für eine deutsche Weltmachtposition liefern sollten. 3

Der Nichtangriffspakt mit Stalin im August 1939 war der wohl größte politische Überraschungscoup dieses Jahrhunderts gewesen. Mit der Rückendeckung seines langjährigen Erzfeindes konnte Hitler endlich den lang ersehnten Krieg beginnen. Die militärische Niederwerfung und Auslöschung des verhassten polnischen Staates wurden - wie erwartet - zur Blitzaktion; gleichwohl zögerten die Generale, sofort danach im Westen anzugreifen. An weitere schnelle Siege wollten sie nicht glauben. Ein internationaler Kräftevergleich unter Einbeziehung der USA verhieß im Falle eines langen Abnutzungskrieges angesichts der Erfahrungen des Ersten Weltkrieges nichts Gutes. Die eigene Rüstung schien auf schwachen Beinen zu stehen.

So wurde die Westoffensive immer wieder verschoben, obwohl Hitler düstere Vorahnungen und das Gefühl des Zeitdrucks plagten. Wieder heraus aus dem Krieg wollte er auf keinen Fall, und da er um die "widerwillige Loyalität" der deutschen Bevölkerung 4 besorgt war, bemühte er sich, die Belastungen des Krieges so gering wie möglich zu halten. Die rücksichtslose Ausbeutung der besetzten polnischen Gebiete und eine nur zögerliche, immer wieder abgebremste Mobilisierung der eigenen Rüstungskapazitäten schufen in Deutschland eine gespenstische "friedliche" Atmosphäre für fast zwei Jahre.

Engländer und Franzosen blieben im "drôle de guerre" oder, wie die Deutschen sagten, im "Sitzkrieg", fast ein halbes Jahr lang in ihren Bunkern und Stellungen fast wie gelähmt auf den tödlichen Schlag wartend. Im April/Mai 1940 war es dann soweit. In einem beispiellosen Siegeszug von Narvik bis zur Biskaya machte die Wehrmacht Tabula rasa, zerstörte sie das damals stärkste Militärpotenzial der Welt - die französische Armee sowie das britische Expeditionskorps. 5 Einen ernsthaften Gegner gab es danach - so glaubte man im Generalstab - auf dem europäischen Kontinent nicht mehr. Die Rote Armee war nach ihrer "Enthauptung" durch Stalin, der Verhaftung und Ermordung von mehr als 50 000 Offizieren zwischen 1937 und 1940, kein ernstzunehmender Faktor.

Die Briten hatte man nach den siegreichen Feldzügen im Westen sowie in Dänemark und Norwegen an die Peripherie gedrängt, und nur zu gern hätte sich Hitler mit ihnen auf eine Teilung der Welt geeinigt, die

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