text.skipToContent text.skipToNavigation
background-image

Der Erste Weltkrieg und die Suche nach den Schuldigen

  • Erscheinungsdatum: 07.11.2013
  • Verlag: Science Factory
eBook (ePUB)
24,99 €
inkl. gesetzl. MwSt.
Sofort per Download lieferbar

Online verfügbar

Der Erste Weltkrieg und die Suche nach den Schuldigen

Fachbuch aus dem Jahr 2013 im Fachbereich Geschichte Europa - and. Länder - Zeitalter Weltkriege, , Sprache: Deutsch, Abstract: Wie ein Inferno brach der Erste Weltkrieg 1914 über Europa herein. Er war der erste totale Krieg, der jegliche Kriegsführung für immer verändern sollte. In vier Jahren verloren mehr als 15 Millionen Menschen ihr Leben und die Frage nach der Schuld wird bis heute diskutiert. Das Buch beschäftigt sich unter anderem mit folgenden Fragen: Wie konnte es zu einem Krieg dieses Ausmaßes kommen? Wer trägt die Verantwortung? Und welche Geisteshaltung mobilisierte damals die Massen? Aus dem Inhalt: Grundlagen der Kriegsschuldfrage, Kriegsbereitschaft,die Fischer Kontroverse, Kriegsverherrlichung, Ideologisierung des Ersten Weltkriegs.

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: none
    Seitenzahl: 134
    Erscheinungsdatum: 07.11.2013
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783656536178
    Verlag: Science Factory
    Größe: 183kBytes
Weiterlesen weniger lesen

Der Erste Weltkrieg und die Suche nach den Schuldigen

Die Ideologisierung des Ersten Weltkrieges – Aufgabenstellung und Leitfragen der Seminararbeit

"Eine neue geschichtliche Epoche begann für die Welt und (...) für das deutsche Volk mit dem August 1914." [92]

Derart äußerte sich Friedrich Meinecke 1916 rückblickend zum Ausbruch des Ersten Weltkrieges. Dass "die große Urkatastrophe (des Zwanzigsten Jahrhunderts)" [93] in der Tat in vielerlei Hinsicht eine Zäsur im Sinne einer historischen Epochenscheide darstellt, ist weitgehend Konsens in der Geschichtsschreibung. [94]

Nicht nur gesellschaftliche Prozesse wie der Niedergang des Bürgertums als führende gesellschaftliche Schicht in Europa nehmen hier ihren Ausgangspunkt. Der ‚Große Krieg' bedeutet auch das Ende der traditionellen Hegemonie des europäischen Kontinents in der Welt und kann überdies – indem es nach dem Zusammenbruch des noch das 19. Jahrhundert bestimmenden europäischen Mächtesystems durch den Ersten Weltkrieg nicht gelingt, eine stabile politische Ordnung zu etablieren – als Eröffnung des "Zeitalter(s) der Extreme" [95] gelten, wobei er mit seinen Auswirkungen auf Politik und Gesellschaft der verschiedenen Staaten bereits den Keim des Zweiten Weltkrieges und des Kalten Krieges in sich zu tragen scheint. [96]

Ausgehend von der Annahme, dass die Nation als kulturell geformtes Ideengebilde im Wesentlichen als "vorgestellte politische Gemeinschaft" [97] verstanden werden kann, die durch "erfundene Tradition(en)" [98] zum scheinbar objektiven und naturgegebenen Tatbestand stilisiert wird, wird sich diese Arbeit dem Ersten Weltkrieg hinsichtlich seiner Qualität als "Nationalismus-geschichtliche Zäsur" [99] widmen.

Mit dem Fokus auf das Deutsche Kaiserreich sollen dabei weniger die innen- und außenpolitischen Ereignisse der Jahre 1914 bis 1918 im Zentrum der Darstellung stehen. Vielmehr werden die Rechtfertigung des Krieges, die sinnstiftende Deutung des ‚Sinnlosen' vonseiten der Intellektuellen im ‚Krieg der Geister' und die damit verbundenen Konstruktionen von nationalen Selbst- und Fremdbildern das Thema dieser Arbeit bilden. So soll dabei verdeutlicht werden, dass der ‚Große Krieg' nicht nur aufgrund der bislang unbekannten Dimension der Inanspruchnahme der Opferbereitschaft von militärischen und zivilen Kräften und neuen Formen der Massenvernichtung, sondern auch aufgrund der "Totalisierung von Legitimation und Loyalität im Namen der Nation" [100] in die Nähe eines ‚totalen Krieges' rückt: [101] Mit Blick auf die spontane Selbstmobilisierung der kulturellen Eliten des Kaiserreiches – Akademikern, Schriftstellern, Künstlern und Geistlichen – soll dabei zunächst vor allem mit Blick auf die Jahre 1914 bis 1916, also der Zeit, in der die nationale Euphorie in diesen Kreisen noch weitgehend erhalten ist, gezeigt werden, in welchem Maße sich die damit verbundene Ideologisierung des Ersten Weltkrieg, der die Bevölkerung als "Nationsbildungskrieg" [102] erstmals zu einer einheitlichen Willensgemeinschaft zusammenfügen scheint, von der Deutung vorheriger Nationalkriege unterscheidet.

Weiterlesen weniger lesen

Kundenbewertungen