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Die 'Endlösung' und das Auswärtige Amt Das Referat D III der Abteilung Deutschland 1940-1943 von Browning, Christopher R. (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 01.02.2012
  • Verlag: WBG Academic
eBook (ePUB)
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Die 'Endlösung' und das Auswärtige Amt

Christopher Browning ist der international wohl renommierteste Historiker zum Holocaust. Alle seine großen Studien sind auch ins Deutsche übersetzt worden. Einzig seine Studie zur Verstrickung des Auswärtigen Amtes in den Holocaust wurde bisher nicht auf Deutsch vorgelegt. 1978 erstmals erschienen, ist sie bis heute die einzige monographische Darstellung zum Thema. Souverän, präzise und sprachlich gelungen zeichnet er hier das verbrecherische Agieren des Auswärtigen Amtes nach, vom Madagaskar-Plan über die Wannseekonferenz und den europaweiten Einsatz des Auswärtigen Amtes bis zum Fall des Unterstaatssekretärs Martin Luther. Auch die Karrieren der ?Judenexperten? nach dem Zweiten Weltkrieg werden dokumentiert. Eine Einleitung von Jürgen Matthäus (Washington) und eine Einleitung zur deutschen Ausgabe von Christopher Browning ordnen die Studie in die Publikationslandschaft ein.

Christopher R. Browning, geboren 1944, studierte Geschichte an der University of Wisconsin-Madison und ist heute Frank Porter Graham Professor of History an der University of North Carolina. Er machte erstmals 1978 mit einer Untersuchung über die Mitwirkung des Auswärtigen Amtes bei der Vernichtung der Juden von sich reden. Internationale Aufmerksamkeit erregten auch seine später erschienenen Monographien, von denen viele auch auf Deutsch vorliegen, so sein Buch 'Ganz normale Männer. Das Reserve-Polizeibataillon 101 und die 'Endlösung' in Polen' (Reinbek 32005), 'Judenmord. NS-Politik, Zwangsarbeit und das Verhalten der Täter' (Frankfurt 2001) und 'Die Entfesselung der 'Endlösung'' (Berlin 2006).

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: AdobeDRM
    Seitenzahl: 320
    Erscheinungsdatum: 01.02.2012
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783534705993
    Verlag: WBG Academic
    Größe: 2393 kBytes
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Die 'Endlösung' und das Auswärtige Amt

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CHRISTOPHER R. BROWNING
Vorwort zur deutschen Ausgabe

Es ist nicht nur eine ungewöhnliche Erfahrung, sondern auch eine außerordentliche Ehre für einen Historiker, die Übersetzung und Neu-Veröffentlichung eines Buches zu erleben, das erstmals vor mehr als 30 Jahren erschien. Viel hat sich seit dem Erscheinen meiner Dissertation über das Judenreferat des Auswärtigen Amtes 1978 in der Forschung über Nazi-Deutschland und den Holocaust getan. Ganz bewusst haben der deutsche Verlag und ich uns entschieden, gar nicht erst zu versuchen, das Buch anhand neuerer Forschungen zu überarbeiten oder zu "aktualisieren" - und dies aus zwei Gründen. Erstens hat sich das Archivmaterial, auf dem dieses Buch beruht, nicht signifikant erweitert, wenn auch die Öffnung osteuropäischer Archive andere Gebiete der Holocaust-Forschung entscheidend beeinflusst und die Sekundärliteratur auf dem Gebiet explosionsartig zugenommen hat. Zweitens wollten wir deutschen Lesern ein Beispiel der Holocaust-Forschung aus einer Zeit vorlegen, in der das Gebiet noch in den Kinderschuhen steckte. Kurzum, wir wollten mit dem Buch nicht nur eine bis heute gültige historische Studie, sondern auch einen Meilenstein der Geschichtsschreibung vorlegen.

Lassen Sie mich kurz schildern, wie ich zu dem Thema kam. 1967 begann ich mein Graduiertenstudium an der University of Wisconsin in Madison und schrieb meine Master-Arbeit über ein Thema der französischen Diplomatiegeschichte. Das Jahr 1967 war jedoch ein entscheidendes Jahr für den Verlauf des Vietnamkriegs, und als Präsident Johnson die Zurückstellung von Doktoranden vom Wehrdienst widerrief, musste ich mein Studium für drei Jahre unterbrechen. Als ich im Herbst 1971 an die Universität zurückkehrte, hatte ich Raul Hilbergs "The Destruction of the European Jews" gelesen, das mich zutiefst beeindruckte. Ich teilte meinem Doktorvater Professor Robert Koehl mit, dass ich meine Dissertation über ein Thema in Zusammenhang mit der Judenverfolgung durch die Nazis schreiben wollte. Da er Spezialist zum Thema SS war und ich Erfahrungen in der Diplomatiegeschichte gesammelt hatte, schlug ich vor, das Judenreferat des Auswärtigen Amtes zu untersuchen; das Referat stellte die Verbindung zu Eichmanns Judenreferat in der SS dar und diente der Umsetzung der Judenpolitik der Nazis unter Deutschlands Alliierten und Satelliten. Professor Koehl meinte, das sei ein gutes Dissertationsthema; ich solle mir jedoch darüber im Klaren sein, dass es keinerlei "berufliche Zukunft" habe. Dieser Rat verrät viel über die damalige Forschungslage, denn bis in die frühen 1970er Jahre genoss die Holocaust-Forschung keinerlei wissenschaftliches Ansehen. An amerikanischen Universitäten wurden keine Kurse zum Thema unterrichtet; außerhalb von Israel gab es weder Zeitschriften noch Konferenzen, bei denen man wissenschaftliche Arbeiten gleichgesinnten Kollegen hätte vorstellen können, und nur einige wenige wissenschaftliche Bücher zum Thema waren erschienen. Glücklicherweise versicherte Professor Koehl mir dann, dass - wenn ich mich wirklich mit diesem Thema beschäftigen wolle - ich dies trotzdem tun sollte, denn nichts sei schlimmer als Jahre mit einem Dissertationsthema zu verbringen, wenn ich nicht mit Leib und Seele dabei sei. Professor Koehl, Professor George Mosse und Professor Theodore Hamerow, die alle an der University of Wisconsin in Madison lehrten, unterstützen mein Projekt rückhaltlos.

Der Deutsche Akademische Austausch-Dienst (DAAD) förderte meinen einjährigen Forschungsaufenthalt in Deutschland finanziell. Auf das DAAD-Stipendium folgte wenige Jahre später ein Stipendium der Alexander von Humboldt-Stiftung, und so muss ich sagen, dass ich in den Anfangsjahren meiner Laufbahn als Holocaust-Forscher wesentliche finanzielle Unterstützung eher von deutschen als von amerikanischen Förderinstitutionen erhalten habe.

Als "The Final Solution and the German Fo

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