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Entscheidung an der Weichsel Dokumentarbericht über Vorgeschichte und Verlauf des Warschauer Aufstandes von Schreyer, Wolfgang (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 26.01.2013
  • Verlag: EDITION digital
eBook (ePUB)
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Entscheidung an der Weichsel

Wolfgang Schreyers erstmals 1954 erschienener Roman "Unternehmen Thunderstorm" war 17 Jahre lang im Buchhandel erhältlich, insgesamt wurden 200 000 Stück verkauft. In seinem autobiografischen Roman 'Der zweite Mann' schreibt er: 'Jede mir zugängliche Quelle, jeden erreichbaren Zeitzeugen befrage ich, sitze in Lesesälen, zapfe aus Ost und West alles an, bis sich ein Bild formt in mir. ... Am Triumph nagt nur ein Zweifel: Trifft die Deutung des Geschehens, der ich gefolgt bin, auch restlos zu? Hätte die Rote Armee zwar nicht im August, aber vielleicht doch im September 1944 Warschau nehmen und die letzten Aufständischen retten können?' Die Rechercheergebnisse zu seinem Roman wurden in dem 1960 beim Verlag des Ministeriums der Nationalen Verteidigung erschienen Sachbuch exakt, verständlich und gut lesbar dargestellt. Das Buch schildert den Warschauer Aufstand, wie er war; es verschweigt nichts. Der Autor enthüllt die Methoden internationaler Spionagedienste, beschreibt das von den Engländern geplante militärische Großunternehmen im Detail, die Rolle der Generale, Konzerndirektoren und Diplomaten, die Gräueltaten der SS, Verhandlungen in Moskau ebenso wie Operationen der Roten Armee. Wolfgang Schreyer, geboren 1927 in Magdeburg. Oberschule, Flakhelfer, Soldat, US-Kriegsgefangenschaft bis 1946. Debütierte mit dem Kriminalroman "Großgarage Südwest" (1952), seitdem freischaffend, lebt in Ahrenshoop. 1956 erhielt er den Heinrich-Mann-Preis für den Kriegsroman "Unternehmen Thunderstorm". Schreyer zählt zu den produktivsten und erfolgreichsten Autoren spannender Unterhaltungsliteratur in der DDR, schrieb Sachbücher, Szenarien für Funk und mehr als zwanzig Romane mit einer Gesamtauflage von 6 Millionen Exemplaren.

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: watermark
    Seitenzahl: 128
    Erscheinungsdatum: 26.01.2013
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783863943592
    Verlag: EDITION digital
    Größe: 348 kBytes
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Entscheidung an der Weichsel

Für dieses Sonderkommando gibt es in der gewiss nicht fleckenlosen deutschen Militärgeschichte kein Vorbild. Es besteht anfangs aus einem Bataillon von 'Wilddieben", wie die Generalität den ihr peinlichen Tatbestand, rechtskräftig Verurteilte zu Waffengefährten zu haben, lange Zeit umschreibt. Durch straffällig gewordene SS-Leute, kriminelle Häftlinge, Diebe, Plünderer, Sexualverbrecher, Totschläger und Raubmörder immer wieder aufgefüllt, schwillt es zur '.Sturmbrigade" an und trägt schließlich die Bezeichnung '36. SS-Grenadierdivision". Die Wehrmachtsführung fordert von diesem Abschaum nichts als Draufgängertum, als Gegenleistung hat sie ihren Banditen erlaubt, während der Partisaneneinsätze beliebig zu "morden, rauben, brennen und schänden" - so drückt sich Göring selbst im September 1942 aus. Und das gilt jetzt für Warschau. Dabei hat Dirlewanger seine Strolche fest im Griff. Für leichte Vergehen verhängt er 25 bis 50 Stockhiebe, für schwerere 75 bis 100; ab 50 muss der Delinquent ins Lazarett geschafft werden. Als schweres Vergehen gilt versuchter Ungehorsam. Vollendete Widersetzlichkeit bestraft Gerichtsherr Dirlewanger sofort mit dem Tode. Eine vom Brigadeführer erdachte Sonderstrafe ist der 'Dirlewanger-Kasten": Der Verurteilte wird tagelang in einen aufgerichteten Sarg gezwängt. Gegenüber der Bevölkerung kennt man bei einer derart barbarischen Selbstjustiz natürlich überhaupt keine Gnade. Auf sogenannten Strafexpeditionen im Hinterland der deutschen Ostfront treibt die Brigade in der Regel die gesamte Einwohnerschaft in eine Scheune und zündet sie an. Oft lässt Dirlewanger Straßen dadurch auf Verminung prüfen, dass er die eingefangenen Dorfbewohner darüber jagt. Aktenkundig ist ferner, dass er Juden unter der Beschuldigung des Ritualmordes verhaften, sie um hohe Summen erpressen und bei Nichtzahlung erschießen ließ. Er hat das Lubliner Getto auf eigene Faust geplündert. Das alles weiß Polizeigeneral Reinefarth, als er die Brigade in den ersten Augusttagen zum Sturmbock gegen das aufständische Warschau macht. Sogar ein SS-Richter hat gegen Oskar Dirlewanger Haftbefehl beantragt, gegen den beim Obersten SS- und Polizeiführer Ost schon Ende 1942 zehn Strafanzeigen vorliegen. Eines seiner abscheulichen Verbrechen beschreibt der Hamburger 'Spiegel" vom 4. 4. 51 folgendermaßen: 'Zeugenaussagen und Meldungen von Kriminalbeamten besagten, dass er u. a. ein halbes Dutzend Jüdinnen von 13 bis 18 Jahren festgenommen, dann ein paar Freunde eingeladen und Radiomusik angestellt habe. Danach wurden die Frauen nackt ausgezogen und mit Lederpeitschen bis zum Zusammenbrechen bearbeitet. Zum Abschluss der Orgie wurde ihnen eine Strychninspritze injiziert, die zu wilden Todeszuckungen der Vergifteten" führte.

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