text.skipToContent text.skipToNavigation
background-image

Hitlers Weltkriege Wie der Gefreite zum Feldherrn wurde von Eberle, Henrik (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 14.02.2014
  • Verlag: Hoffmann und Campe Verlag
eBook (ePUB)
17,99 €
inkl. gesetzl. MwSt.
Sofort per Download lieferbar

Online verfügbar

Hitlers Weltkriege

Vom Gefreiten der Reichswehr zum Oberbefehlshaber der Wehrmacht - Mit neuesten Erkenntnissen zeigt der Historiker und Nationalsozialismus-Experte Henrik Eberle, wie Hitlers Erfahrungen aus dem Ersten Weltkrieg dessen Politik, Ideologie und militärische Vorstellungen beeinflussten. Nach dem Zusammenbruch des NS-Regimes attestierte Generaloberst Franz Halder dem einstigen 'Führer' mangelndes strategisches Denken, als Politiker habe er versagt, und 'er war erst recht kein Feldherr' - ein einfacher Gefreiter eben, der nie an vorderster Front gekämpft habe. Andere bezeichneten Hitler als feigen Soldaten des Ersten Weltkriegs, er habe sich das Eiserne Kreuz erschlichen und sei am Ende als 'Hysteriker' in der Psychiatrie gelandet. Henrik Eberle spürt diesen Aussagen anhand gründlicher Recherchen in Archiven und Bibliotheken nach und findet ein anderes Bild. Zugleich beantwortet er viele umstrittene Fragen. Formierte Hitler die Gesellschaft neu, um einen weiteren 'Dolchstoß' im Zweiten Weltkrieg zu vermeiden? Resultierte Hitlers Achtung vor dem britischen Empire aus seinem Einsatz gegen die Engländer im Ersten Weltkrieg? Unterschätzte er die Russen, weil er sie nicht kannte? Ein Buch, das den Gefreiten mit dem Diktator in Verbindung setzt und Zusammenhänge verständlich macht. Henrik Eberle wurde 1970 in Karl-Marx-Stadt (Chemnitz) geboren. Er studierte Geschichte, promovierte 2002 und lehrt heute an der Martin-Luther-Universität in Halle. Seine Forschungsschwerpunkte sind die beiden deutschen Diktaturen und die extremistischen Parteien der Gegenwart. Zu seinen Publikationen gehören u. a. Das Buch Hitler (2005) und Briefe an Hitler (2007).

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: watermark
    Seitenzahl: 352
    Erscheinungsdatum: 14.02.2014
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783455851038
    Verlag: Hoffmann und Campe Verlag
    Größe: 3710 kBytes
Weiterlesen weniger lesen

Hitlers Weltkriege

Der Alleinschuldige: ein Konstrukt Halders

Nach dem verlorenen Krieg, der vielen Millionen das Leben gekostet hatte, suchten die Militärs nach den Ursachen der Niederlage. Dabei trieb die Offiziere auch ein psychologisches Motiv: Sie wollten sich von dem Makel reinwaschen, Hitler gedient zu haben. Zur Schlüsselfigur dieser Geschichtspolitik wurde Generaloberst Franz Halder , der sich 1945 den Amerikanern zur Verfügung stellte und von ihnen zum Leiter der deutschen Abteilung ihrer "Historical Division" ernannt wurde. Während seiner Amtszeit entstanden in den Kriegsgefangenen- und Internierungslagern mehr als 2500 Studien zum Zweiten Weltkrieg, auf die er massiv Einfluss nahm, indem er die Verfasser anhielt, Befehlsketten zu verschleiern und vorsätzlich für Ungenauigkeiten und Widersprüche zu sorgen. [15] Die Studien über die Schlachten bei Moskau, El Alamein und Stalingrad wurden in diesem Sinne erstellt und benannten einen Alleinschuldigen der "fatalen Entscheidungen": Adolf Hitler. [16]

Wie Halder seinen Oberbefehlshaber gesehen haben wollte, zeigt eine Broschüre, die er 1949 unter dem marktschreierischen Titel "Hitler als Feldherr – Der ehemalige Chef des Generalstabes berichtet die Wahrheit" veröffentlichte. Dieser "dämonische Mann" sei "kein soldatischer Führer" gewesen und erst recht "kein Feldherr". [17] Dann arbeitete sich Halder an einzelnen Punkten ab. Rüstung? Hitler habe durch seine Hektik oft mehr zerstört, als er geschaffen habe. Luftwaffe? Hier "triumphierte der Zahlenrausch" statt echter Kampfkraft. Vorstoß auf Stalingrad? Ideologisch motiviert, meinte Halder und verschwieg, dass er selbst die Fortsetzung des Feldzugs in den Süden der Sowjetunion ausgearbeitet hatte. Mehr noch, bei der Definition der Kriegsziele Stalingrad und Leningrad habe es sich um blanken "Größenwahn" gehandelt. Sie seien "bloße Augenblickseingebungen" gewesen, verursacht durch die "krankhafte Überschätzung" der eigenen Kraft, die mit einer "verbrecherischen Unterschätzung" des Feindes einhergegangen sei. Für andere Behauptungen seiner Broschüre blieb Halder die Belege schuldig, etwa für das ständige Zaudern Hitlers. Selbst bei dem innovativen Feldzugsplan gegen Frankreich 1940 sprach Halder dem einstigen Oberkommandierenden jede Mitwirkung ab, obwohl es Hitler gewesen war, der den "Sichelschnitt-Plan" durchgesetzt hatte, und zwar gegen den Willen des Generalstabs. [18]

Legendenbildung 1949 . Der ehemalige Generalstabschef Franz Halder stilisierte Hitler zum Alleinschuldigen an der Niederlage im Zweiten Weltkrieg. Der ehemalige Gefreite, behauptete er, habe zahllose falsche strategische und taktische Entscheidungen getroffen. Die Militärs hätten an ihnen nicht mitgewirkt.

(Copyright ©: Sammlung Eberle)

Zugleich vermied es Halder , Fragen anzuschneiden, die andere, klügere Generale beschäftigten. So befand Heinz Guderian den italienischen Angriff gegen Griechenland für ebenso "leichtfertig wie überflüssig". Es hätte "gemeinsamen" deutschen und italienischen Interessen entsprochen, auf das "griechische Abenteuer" zu verzichten und stattdessen die Lage in Afrika zu "festigen", schrieb er in seinen

Weiterlesen weniger lesen

Kundenbewertungen