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Sommer 1927 von Bryson, Bill (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 13.10.2014
  • Verlag: Goldmann
eBook (ePUB)
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Sommer 1927

1927. Ein Sommer der ein ganzes Jahrhundert prägte
Es ist die Geschichte eines Sommers, und doch ist es so viel mehr. Das Jahr 1927 ist für Amerika entscheidend auf dem Weg zur Weltmacht. Es sind die goldenen Zwanziger: der Aktienmarkt boomt, das Fernsehen wird erfunden, die Filme sind nicht mehr stumm, und verrückte Pläne entstehen, wie der, vier Köpfe in den völlig unzugänglichen Mount Rushmore zu meißeln. Es ist die Zeit, in der ein junger Flieger namens Charles Lindbergh Ruhm und Ehre erlangt, aber auch die des Al Capone und des größten Schulmassakers aller Zeiten. Und in diesen Monaten werden durch fatale Entscheidungen die Weichen für die bevorstehende Weltwirtschaftskrise gestellt. Bill Bryson erzählt davon so spannend, als sei es eine unglaubliche Abenteuergeschichte, voller erstaunlicher geschichtlicher Momente aus der Zeit, als Amerika erwachsen wurde ...

Bill Bryson wurde 1951 in Des Moines, Iowa, geboren. 1977 zog er nach Großbritannien und schrieb dort mehrere Jahre u. a. für die Times und den Independent. Mit seinem Englandbuch "Reif für die Insel" gelang Bryson der Durchbruch. Heute ist er in England der erfolgreichste Sachbuchautor der Gegenwart. Seine Bücher werden in viele Sprachen übersetzt und stürmen stets die internationalen Bestsellerlisten. 1996 kehrte Bill Bryson mit seiner Familie in die USA zurück, wo es ihn jedoch nicht lange hielt. Er war erneut "Reif für die Insel", wo er heute wieder lebt.

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: watermark
    Seitenzahl: 640
    Erscheinungsdatum: 13.10.2014
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783641120191
    Verlag: Goldmann
    Originaltitel: One Summer: America 1927
    Größe: 5919kBytes
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Sommer 1927

Erstes Kapitel

Zehn Tage bevor Charles Lindbergh so berühmt wurde, dass es vor jedem Gebäude, in dem er sich aufhielt, zu Menschenaufläufen kam und sich Kellner um einen Maiskolben zankten, den er auf seinem Teller zurückließ, hatte noch niemand etwas von ihm gehört. Die New York Times hatte ihn einmal im Zusammenhang mit bevorstehenden Atlantikflügen erwähnt und dabei seinen Namen falsch geschrieben.

Was die ganze Nation in Bann hielt, als 1927 der Frühling dem Sommer wich, war die Nachricht von einem grauenhaften Mord in einem bescheidenen Familienheim auf Long Island - zufälligerweise in der Nähe des Roosevelt Field, wo sich jetzt die Atlantikflieger versammelten. Die Zeitungen nannten ihn voller Begeisterung den Sash Weight Murder Case, den "Schiebefenster-Gegengewichts-Mordfall". Die Geschichte war folgende:

Als Mr und Mrs Albert Snyder am späten Abend des 20. März 1927 in ihrem Haus in der 222. Straße, einer ruhigen Mittelklassegegend von Queens Village, nebeneinander in Einzelbetten schliefen, hörte Mrs Snyder plötzlich Geräusche aus dem Flur im Obergeschoss. Sie stand auf, um nach dem Rechten zu sehen, und fand unmittelbar vor ihrer Schlafzimmertür einen großen Mann vor - einen "Riesen", wie sie der Polizei sagte. Er unterhielt sich in einer Fremdsprache mit einem anderen Mann, den sie nicht sehen konnte. Bevor Mrs Snyder reagieren konnte, packte sie der Riese und schlug sie so heftig, dass sie für sechs Stunden das Bewusstsein verlor. Dann begaben sich er und sein Komplize ans Bett von Mr Snyder, strangulierten den armen Mann mit einem Stück Bilderdraht und schlugen ihm mit dem Gegengewicht eines Schiebefensters den Schädel ein. Dieses Gegengewicht entfachte die Fantasie der Öffentlichkeit und gab dem Fall seinen Namen. Anschließend rissen die beiden Schurken im ganzen Haus Schubladen heraus und flohen mit Mrs Snyders Schmuck, sie hinterließen jedoch auf einem Tisch im Erdgeschoss ein Indiz in Form einer italienischsprachigen Zeitung.

Die New York Times zeigte sich am nächsten Tag fasziniert, aber auch irritiert. In einer großen Überschrift auf Seite eins titelte sie:

KUNSTREDAKTEUR IM BETT ERSCHLAGEN

EHEFRAU GEFESSELT , HAUS DURCHSUCHT

MOTIV STELLT DIE POLIZEI VOR RÄTSEL

In dem Artikel hieß es, ein gewisser Dr. Vincent Juster vom St. Mary Immaculate Hospital habe Mrs Snyder untersucht und keine Beule an ihr feststellen können, die ihre sechsstündige Bewusstlosigkeit hätte erklären können. Tatsächlich stellte er überhaupt keine Verletzungen bei ihr fest. Vielleicht, spekulierte er vorsichtig, sei eher das Trauma, das sie aufgrund des Vorfalls erlitten habe, für ihren länger andauernden Zusammenbruch verantwortlich gewesen als eine tatsächliche Schädigung.

Die Ermittler der Polizei waren inzwischen allerdings eher argwöhnisch als verwirrt. Zum einen waren am Haus der Snyders keinerlei Spuren für ein gewaltsames Eindringen zu erkennen, und überhaupt handelte es sich dabei um ein merkwürdig bescheidenes Ziel für mordlustige Schmuckdiebe. Die Ermittler fanden es außerdem eigenartig, dass Albert Snyder von dem heftigen Handgemenge unmittelbar vor seiner Tür nicht aufgewacht war. Die neunjährige Tochter der Snyders, Lorraine, hatte in ihrem Zimmer auf der gegenüberliegenden Seite des Flurs ebenfalls nichts gehört. Außerdem erschien es merkwürdig, dass sich Einbrecher Zugang zu einem Haus verschafft und dann offenbar eine Pause eingelegt hatten, um eine anarchistische Zeitung zu lesen, die sie ordentlich auf einem Tisch ablegten, ehe sie sich ins Obergeschoss begaben. Am allerseltsamsten war jedoch die Tatsache, dass Mrs Snyders Bett - aus dem sie angeblich aufgestanden war, um nach dem Lärm im Flur zu sehen - ordentlich gemacht war

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